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100-Millionen-ProjektErneute Suche nach Einsparungen beim Bau der Feuerwache in Brühl

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Zu sehen ist Baustelle der neuen Feuerwache.

An der Römerstraße entsteht die neue Brühler Feuer- und Rettungswache.

Der Bau der Feuerwache schreitet voran, dennoch soll die Planung erneut überprüft und eine andere Gestaltung betrachtet werden.

Die Fachleute der Brühler Stadtverwaltung werden sich erneut mit der Gestaltung der im Bau befindlichen, rund 100 Millionen Euro teuren Feuer- und Rettungswache an der Römerstraße beschäftigen. Mit dem Ziel „substanzieller Kostensenkungen“ soll nach Antrag der CDU überprüft werden, ob doch noch auf die bislang beschlossene Fassadenbegrünung und die Fassaden-Photovoltaikanlage verzichtet werden kann.

Auch ein möglicher Wechsel von der geplanten Holzfassade zu einer Konstruktion aus recyceltem Metall oder Klinkersteinen soll in den Blick genommen werden. „Das haben wir im Wahlkampf den Menschen nicht zuletzt angesichts der angespannte Haushaltslage versprochen“, erklärt Holger Köllejan, CDU-Fraktionsvorsitzender.

Jochem Pitz sieht in Fassade aus Holz ein Sicherheitsrisiko

Zusätzliche Kosten durch die Umplanung und Zeitverzögerungen sollen dabei jedoch beachtet werden. Auch werde man keine Abstriche bei der Sicherheit machen, erklärt er. Bei der Fassadenbegrünung fürchtet man hohe Folgekosten für Pflege, Unterhaltung und Instandsetzung.

Jochem Pitz, Vorsitzender der Fraktion FDP/Volt, springt der CDU bei. Nicht nur, weil er auf Einsparungen hofft. Er hat aus seiner Befürchtung, eine Holzfassade könne im Katastrophenfall zum Risiko werden, bereits bei den weichenstellenden Beschlüssen vor rund drei Jahren keinen Hehl gemacht. Dr. Rudolf Fiedler (CDU) stößt ins gleiche Horn. Kritische Infrastruktur sei zu schützen, zudem sei die Holzfassade weniger langlebig. „Der Ökofaktor ist nicht wichtiger als die Rettung von Leben“, so Fiedler. Auch habe eine Komplettbegrünung an einem Katastrophenschutzgebäude nichts zu suchen.

Daniel Buncic (Grüne) hält dagegen: „Wir haben uns etwas dabei gedacht. Die Begrünung bringt einen Kühlungseffekt, die PV-Anlage langfristig Geld“, sagte er. Eine Metallfassade störe zudem den Handyempfang im Gebäude, teure Technik sei dann nötig. Die Sorge, eine Holzfassade könne bei Bränden zum Risiko werden, sei längst widerlegt. „Anderswo werden Hochhäuser aus Holz gebaut.“ Dalilah Booz (Linke) verwies auf die Wirkung eines begrünten Gebäudes für das Mikroklima und die Speicherung von Regenwasser.

Im Sommer wird's warm. So ist es nun einmal
Holger Köllejan, CDU-Fraktionschef

Das will Köllejan nicht überbewerten. „Im Sommer wird’s warm. So ist es nun einmal“, sagte er. Bereits mit der PV-Anlage auf dem Dach werde man den Strombedarf der Wache mindestens sicherstellen, eine weitere an der Fassade sei unnötig.

Der Technische Beigeordnete Ralf Ritter erklärte, die Prüfung angehen zu wollen. Mit Blick auf die Diskussion über die Fassadenbegrünung verwies er auf den Bebauungsplan, der minimal eine 900 Quadratmeter umfassende Begrünung verlange. Alternative Möglichkeiten auf dem Grundstück seien begrenzt. Zudem halte er eine grüne Fassade für sinnvoll, um den Bau städtebaulich besser ins Umfeld einzupassen. Die Prüfung, ob im laufenden Bau noch umfangreiche Veränderungen möglich und bezahlbar sind, soll in den kommenden Wochen erfolgen.