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Spannende WettbewerbeRettungsschwimmer der DLRG schleppen Dummys im Brühler Karlsbad ab

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Zu sehen ist eine Schwimmerin vor dem Sprung vom Startblock ins Becken.

Vor dem Sprung vom Startblock ins Becken des Brühler Karlsbads wurden die Schwimmerinnen und Schwimmer lautstark angefeuert.

Bei den Ortsgruppenmeisterschaften gingen in sieben Altersgruppen 60 Teilnehmer an den Start – darunter viele Kinder und Jugendliche.

Flink wie ein Fisch glitt Anna-Lea Raddatz (12) am Samstag durch das große Becken des Brühler Karlsbads – 25 Meter Freistil. Doch noch bevor sie am Beckenrand anschlagen konnte, tauchte sie ab – schnappte sich den am Ende der Bahn auf dem Beckengrund liegenden Dummy, um dann mit kräftigen Zügen, den Dummy im Schlepp, zurück zum Ausgangspunkt zu schwimmen. Dabei schien die Personen-Attrappe mit ihren 45 Kilogramm fast schwerer als die junge Schwimmerin.

Doch das störte weder sie noch all die anderen Schwimmer, die am Samstag Höchstleistungen im Wasser erbrachten. Bei den 43. DLRG-Ortsgruppenmeisterschaften gingen in sieben verschiedenen Altersgruppen im Verlauf des Tages insgesamt 60 Teilnehmer an den Start – etwa 15 Erwachsene und rund 45 Kinder und Jugendliche.

Geschickter Umgang mit den Rettungsgeräten gibt den Ausschlag

Wettkampfstimmung lag schon kurz nach 9 Uhr im Karlsbad in der Luft, als sich die Sechs- und Siebenjährigen aufwärmten. Gewertet wurde auch bei ihnen die Schnelligkeit und der geschickte Umgang mit den Rettungsgeräten.

Und genau auf diese Disziplinen achteten die Wertungsrichter auch am Nachmittag, als die Jugendlichen und Erwachsenen gegeneinander antraten – so wie zum Beispiel Simon Assenmacher (22). „Meine Eltern haben mich im Alter von drei Monaten zum Schwimmunterricht gezwungen“, meinte er mit einem Augenzwingern. Doch solange er zurückdenken kann, habe er einfach nur Spaß im Element Wasser und ganz besonders beim Rettungsschwimmen.

Gut kennt er auch das Gefühl, am Ende eines solchen Wettkampftages auf dem Treppchen zu stehen. Doch noch viel schöner ist es für ihn, sein Wissen an die Kinder weitergeben zu können. Schon im Alter von 13 Jahren habe er bei der Schwimmausbildung der Kinder mitgeholfen und viele Male hat er in der Vergangenheit als Rettungsschwimmer im Schwimmbad und auf der DLRG-Wachstation am Heider Bergsee auf die Menschen im Wasser aufgepasst.

Jetzt jedoch stand er am Startblock – fertig zum Absprung. Und mit der Stoppuhr in der Hand hielt ihn Karl-Willi Thumm genau im Blick. Ziemlich gut weiß auch er, was den Schwimmern beim Wettkampf abverlangt wird. Doch er kennt von den Erfolgen seines Sohnes als Deutscher Meister auch die Freude, die ein erfolgreicher Wettkampf auslöst.

Zu sehen sind zwei Frauen und ein Mann, die an einem Tisch voller Listen sitzen.

Susanne Kollautz (Mitte), Susann Granrath und Johannes Verfürth hatten bei der Organisation der Wettbewerbe alles im Griff.

Sehr konzentriert hielten auch die beiden Zielrichter Yvonne Urbach und Annette Groll die Bahnen im Blick. „Wir schauen genau, in welcher Reihenfolge die Schwimmer ins Ziel kommen“, erklärte Urbach.

Von einem Leben für die DLRG können auch die beiden Wettkampfteilnehmerinnen Helga Kubinetz (58) und Sonja Schuppener (49) berichten – die von allen liebevoll „unsere Omis“ genannt werden. Und dicht drängten sich die Zuschauer am Beckenrand, als die „Omis“ dann zwischendurch in einem spaßigen Wettkampf gegeneinander antraten – in nostalgisch anmutenden Badehauben – Schuppener hatte sogar noch Schwimmflügel und einen Schwimmreifen angelegt. Ihnen gehe es nicht mehr ums Gewinnen – sondern einfach nur darum Spaß zu haben.

Der Wettkampfcharakter erzeugt eine besondere Motivation

„Doch gerade der Vergleich, sich zu messen, Rekorde aufzustellen und sich vielleicht sogar für die Mitgliedschaft in der Mannschaft und die nächsten Meisterschaften auf Kreis-, Bezirks- oder Landesebene zu qualifizieren, das macht den Wettkampf für die meisten Teilnehmer so spannend“, erklärte Johannes Verfürth. Er ist einer von vier Trainer und bei der DLRG im Ortsverein heute auch für den Rettungssportbereich zuständig.

„Rettungsschwimmen ist super interessant“, erklärte er. Besonders sei ja, dass man nicht nur normale Bahnen schwimmt, sondern auch Retten lernt. So müsse man als Rettungsschwimmer den Dummy abschleppen, das Hindernisschwimmen beherrschen, ebenso wie das Schwimmen mit Flossen und Rettungsgurt. „Voraussetzung für die Teilnahme der Jugendlichen und Erwachsenen an unseren Vereinsmeisterschaften ist deswegen auch das Rettungsschwimmerabzeichen“, ergänzte die stellvertretende DLRG-Ortsvereinsvorsitzende Heike Schneider. Ausrichter der Veranstaltung sei die DLRG-Jugend-Gruppe mit Lukas Baltes, Sarah Thumm, Hanna Spürck und Achim Pütz gewesen.