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Anwohner verärgertPhantasialand-Besucher fahren gezielt Wanderparkplätze an

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Das Bild zeigt Arbeiter an einem, einer auf einem LKW, die an den erwähnten Schildern werkeln.

Auf dem Wanderparkplatz am Berggeistsee wurden nun die Schilder für eine Parkzeitbegrenzung auf drei Stunden aufgestellt. Parkscheibe ist jetzt Pflicht.

Die Parkzeit im Wanderparkplatz am Berggeistsee sind nun auf drei Stunden begrenzt. Grund sind die Besucher des Phantasialands. 

„Upps, jetzt darf ich aber bloß nicht vergessen, meine Parkscheibe richtig einzustellen und auch sichtbar hinter die Windschutzscheibe zu legen.“ So ging es unlängst einer jungen Mutter durch den Kopf, als sie die neuen Schilder auf dem Wanderparkplatz am Berggeistsee zwischen Walberberg und Brühl entdeckte.

Die Parkzeit ist nun auf drei Stunden begrenzt. „Endlich“, sagte ein anderer Spaziergänger und seufzte. Er freute sich sichtlich, dass die Schilder noch vor der bevorstehenden Saisoneröffnung des nahen Freizeitparks aufgestellt wurden. Lange sei es ja während der Öffnungszeiten des Phantasialands nicht möglich gewesen, dort tagsüber einen freien Parkplatz zu erhaschen.

Parkdauer wegen Fantasialand-Besuchern begrenzt

Offenbar wollen einige Besucher die acht Euro für die offiziellen Parkplätze des Phantasialands („Mystery“ und „China“) sparen. „Der kostenlose Parkplatz ist begehrt bei den Mitarbeitern des Freizeitparks und bei vielen Besuchern“, wusste der Spaziergänger zu berichten. Die dort zuständige Stadt Bornheim registrierte vermehrt Beschwerden, und im Juni 2025 haben laut Stadtverwaltung die zusätzlich am Straßenrand abgestellten Fahrzeuge sogar zu Einschränkungen der Durchfahrt und zu Behinderungen eines Rettungseinsatzes am Berggeistsee geführt.

In Absprache haben sich die Verkehrsbehörde der Stadt Bornheim und der Eigentümer des Parkplatzes – des Landesbetrieb Wald und Holz NRW – darauf geeinigt, die Parkdauer auf dem Parkplatz und am Straßenrand am Berggeistsee auf drei Stunden zu begrenzen. Mitarbeiter des Ordnungsamtes Bornheim sollen die Kontrollen übernehmen.

Anwohner beschweren sich auch an anderen Parkplätzen

So weit ist man in Brühl, etwa am Wanderparkplatz am Schnorrenberg, noch nicht. Dabei ist die Situation dieselbe. Anwohner beschwerten sich schon mehrfach bei der Stadt Brühl, dass der Parkplatz während der Öffnungszeiten des Freizeitparks täglich zugeparkt sei.

„Der letzte Kontakt mit der Stadt Brühl bezüglich der Parkraumbewirtschaftung am Parkplatz Schnorrenberg stammt vom 15. Mai 2025“, erklärt Josef Ruda vom Regionalforstamt Rhein-Sieg-Erft des Landesbetriebs. „Unsererseits sind noch einige Fragen offen.“ Sobald diese geklärt seien, könne auch auf diesem Parkplatz eine Parkraumbewirtschaftung mittels Parkscheiben erfolgen.

Seitens der Stadt Brühl ist dies nach eigener Auskunft bereits vor einiger Zeit angeregt worden, die Kontrolle solle demnach über die städtische Verkehrsüberwachung erfolgen. „Eine entsprechende Rückmeldung oder Zustimmung seitens des Landes NRW liegt bislang jedoch nicht vor“, bedauerte eine Sprecherin der Stadt.

Viele Straßen in der Nähe des Phantasialands betroffen

Der zuständige Revierförster Uwe Fandler kann sich die Verzögerungen nur damit erklären, dass final nur noch abzustimmen ist, wer das Geld bekommt, das durch mögliche Knöllchen eingenommen wird. Für ihn müsste es diesbezüglich allerdings keine Diskussionen geben: „Das Geld soll derjenige bekommen, der auch die Kontrollen durchführt.“

Probleme sieht die Brühler CDU zudem entlang vieler Straßen in der Nähe des Phantasialands. Dort solle dem Parksuchverkehr und der problematischen Parksituation durch Phantasialand-Besucher durch eine zeitliche Begrenzung der Parkdauer begegnet werden. Doch die Verwaltung lehnte eine Parkscheibenregelung mit Verweis auf „Belastungen im sechsstelligen Bereich“ ab. „Für eine rechtssichere Ausweisung der Parkscheibenregelung in 16 Straßen wird eine Vielzahl von Pfosten und Schildern benötigt. Hinzu kommen viele nötige Bodenmarkierungen“, so die Verwaltung.

Problem auch an den Seen in Brühl und Hürth bekannt

Sie bringt zudem rechtliche Bedenken an und weist auf den möglichen Wegfall von derzeit genutzten, aber nicht den Vorgaben entsprechenden Parkmöglichkeiten hin – sobald man die Situation genauer untersuche. Zudem verweist die Stadt auf bestehende Einschränkungen durch die Ausweisung von Anliegerstraßen. Holger Köllejan, CDU-Fraktionschef, sagte, man akzeptiere diese Einschätzung, fordere aber eine Kontrolle des Anliegerverkehrs.

Zugeparkte Wohnviertel, stinkende Auspuffgase und mitunter handfeste Streitigkeiten unter Parkplatzsuchenden – das kennen vor allem Anwohner des Otto-Maigler-Sees in Hürth und des Bleibtreusees in Brühl zur Genüge. Sobald der Badebetrieb dort anläuft und Außen- und Wassertemperaturen es zulassen, strömen Tausende an die Ufer der beiden Freizeitattraktionen. Allein an einem heißen Sommertag verteilte das Brühler Ordnungsamt 2025 mehr als 100 Knöllchen. Was am nächsten Badetag die nächsten Parkplatzsuchenden nicht davon abhielt, ihr Auto möglichst dort abzustellen, von wo aus das kühle Nass ohne größere Kraftanstrengung zu erreichen ist. Es darf als sicher gelten, dass sich dieses Schauspiel in diesem Sommer wiederholen wird – auch in Hürth.