Bis auf Weiteres stellt der umstrittene Wettbewerb in der Halle seinen Spielbetrieb ein.
HallenfußballWie Sportler aus Rhein-Erft auf das Ende der Baller League reagieren

Als Teamkapitän führt Elias Römers (untere Reihe: 4.v.r.) das Team von Manager Lukas Podolski (l.) zur Meisterschaft in der Baller League.
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Mit großen Namen und unter viel Kritik betraten die Initiatoren der Baller League vor zwei Jahren die Fußballbühne und wollten zwischen Bundesliga und Champions League immer wieder montags mit ihrem Fußball im Kleinfeldformat und unkonventionellen Regeln ein neues Produkt gewinnbringend auf den Markt bringen.
Doch nach nicht mal drei ausgespielten Saisons – in einem Kalenderjahr spielten die Fußballer um Teaminhaber Lukas Podolski bislang zwei Meisterschaften aus – scheint das Format zumindest in Deutschland vorerst gescheitert zu sein. Eigentlich hätte die vierte Spielzeit der Baller League bereits Anfang November in der XPost – eine umgebaute Eventlocation in einem ehemaligen Postzentrum in Köln – beginnen sollen.
Verschobener Start aufgehoben
Da die neue sportliche Heimat zwischen Hansaring und Gleisdreieck in Köln sei, laut damaliger Pressemitteilung, allerdings in einigen Bereichen noch nicht fertig ausgebaut war, verschoben die Organisatoren den Start in den Januar. Doch auch im Januar fand der Saisonstart nicht statt. Warum der Startschuss erneut nicht abgegeben wurde, haben die Baller League-Verantwortlichen bis heute nicht offiziell verlauten lassen.
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Allerdings haben mehrere Teaminhaber über verschiedenste soziale Medien in den letzten Tagen mit großer Kritik in Richtung der Hauptveranstalter berichtet, dass die Baller League aufgrund ausbleibender Wirtschaftlichkeit in Deutschland pausiert werden soll – bis der Markt wieder lukrativ erscheint.
Beteiligung aus Rhein-Erft
Der Ärger der Teaminhaber ist dem Veranstalter jedoch bereits sicher, weil die Eigner selbst die Kosten für ihre Teams tragen und auf ihren bereits getätigten Ausgaben für die vierte Saison vielleicht sitzen bleiben müssen. In den USA und Großbritannien werden zwei Ableger des Geschäftsmodells hingegen fortgeführt.
Seit Tag eins war unter anderem Kreis-Fußballer Elias Römers (SC Elsdorf) Teil der Baller League und führte in der zurückliegenden Spielzeit das Team von Lukas Podolski, Streets United, als Kapitän zum Meistertitel. „Für uns Spieler ist die Auszeit sehr schade, weil die Baller League einfach eine neue Ära im Fußball geweckt hat und uns Fußballern, die gerne einfach zocken, eine Möglichkeit gegeben hat, vor zahlreichen Zuschauern mit und gegen Ex-Profis zu kicken. Ich habe mich jeden Montag extrem darauf gefreut, nach Berlin zu den Spielen zu fahren, auch wenn es mit einem großen Aufwand verbunden war“, bestätigte der 22-Jährige die Auszeit der Kleinfeldliga. In Berlin wurde lediglich die dritte Spielzeit ausgetragen.
Erstmalig mit von der Partie hätte in Saison vier ebenso Elsdorfs Trainer Dustin Tesch sein sollen. Dass er jetzt nicht das Team der Legacy Ballers der BVB-Legenden Kevin Großkreutz und Marco Reus betreuen darf, findet auch der 33-Jährige bedauerlich: „Ich habe mich sehr auf das Format als Trainer gefreut, weil ich von Beginn an regelmäßig als Zuschauer vor Ort war und schon in Season zwei fast als Coach dabei gewesen wäre. Das Aus in Deutschland ist darum für mich schon traurig, vor allem weil man es viel klarer hätte kommunizieren können. Das ist brutal schade.“
Rückzug in Deutschland
Während sich die Baller League aus Deutschland zurückzieht, bleiben den Fans, Spielern und Trainern mit der Icon League von Toni Kroos und der Kings League von Gerard Piqué zwei Kleinfeld-Formate erhalten. Fußballer Römers ist wie so einige Teaminhaber und Teilnehmer gewillt, sich in den kommenden Monaten einem noch bestehenden Format anzuschließen – sobald sein noch laufender Vertrag mit der Baller League dies zulässt. Der Elsdorfer Bezirksliga-Coach Dustin Tesch würde eine Anfrage für einen Trainerjob zum derzeitigen Stand nicht kategorisch ausschließen: „Ich werde mich aber nicht bewerben.“
