Der 35-Jährige hatte über Jahre mit Betäubungsmitteln und Cannabis in jeweils nicht geringer Menge gedealt.
DrogenhandelBandidos-Rocker aus Erftstadt muss acht Jahre in Haft

Ein Schild weist auf das Landgericht Köln hin.
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Zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von acht Jahren hat das Landgericht einen 35-jährigen wegen gewerbsmäßigen Drogenhandels, unerlaubten Waffenbesitzes, häuslicher Gewalt und Fahrens ohne Führerschein verurteilt. Die 24. Große Strafkammer sah es als erwiesen an, dass das frühere Mitglied der Rockerbande Bandidos in den Jahren 2021 und 2023 bis 2025, teils unter laufender Bewährung, Kommissionshandel mit Marihuana und Kokain in erheblichem Umfang getrieben oder Beihilfe zu Deals geleistet hat und selbst unerlaubte Mengen Kokain besaß.
Darüber hinaus war der 25-Jährige 2023 gewalttätig gegenüber der Mutter seines Sohnes in Gegenwart des Kleinkindes geworden und hatte eine befreundete Frau angegriffen. Zweimal steuerte er zudem Anfang 2024 ein Auto ohne Fahrerlaubnis, unter anderem über die Theodor-Heuss-Straße in Liblar. Bei einer Hausdurchsuchung im März 2025 entdeckte die Polizei ein Sturmgewehr der Marke Kalaschnikow und neun Patronen Munition, für die der Mann keinen Waffenschein besaß.
Mit dem professionellen Drogenhandel wollte der zweifache Vater den Unterhalt seiner Familie bestreiten. Auch ist er selbst schwer kokainsüchtig und leidet an der Aufmerksamkeitsdefizitstörung ADHS. Nachgewiesen wurde ihm ein Umsatz von rund 73.500 Euro mit knapp vier Kilogramm Kokain und 9,5 Kilogramm Marihuana.
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Weitere Beteiligte konnten nicht identifiziert werden
Die Staatsanwaltschaft kreidete dem vielfach Vorbestraften an, in allen bisherigen Prozessen Besserung versprochen zu haben. Kaum in Freiheit sei er wieder in die alten kriminellen Verhaltensmuster verfallen. „Das war ein eingespieltes System“, so die Anklägerin. Für die Deals wurde meist ein Kryptohandy genutzt – ein Mobiltelefon mit spezieller Verschlüsselung. Die Ermittler knackten zwar die Verschlüsselung des 35-Jährigen, weitere Beteiligte an den Drogengeschäften konnten jedoch bisher nicht identifiziert werden.
Dass der Angeklagte den Großteil seiner Vergehen einräumte und somit zu einem kurzen Prozess beitrug, rechnete ihm die Kammer unter Vorsitz von Richterin Mateja an. Sein letztes Wort: „Ich habe keinen Bock mehr, den Gangster zu spielen!“ überzeugte angesichts zahlreicher Rückfälle das Gericht nicht. Der 37-jährige bleibt in der Justizvollzugsanstalt Köln.
