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Bekannter KirchenmusikerTrauer um Donatus Haus in Erftstadt

3 min
Das Foto zeigt den bekannten Kirchenmusiker Donatus Haus.

Donatus Haus ist überraschend im Alter von 60 Jahren in Gütersloh gestorben.

Der bekannte Kirchenmusiker ist im Alter von 60 Jahren in Gütersloh gestorben. In Erftstadt war er 20 Jahre lang Seelsorgebereichsmusiker.

Kirchenmusiker Donatus Haus ist am Wochenende gestorben. Der gebürtige Saarländer, der 20 Jahre lang als katholischer Seelsorgebereichsmusiker im Erftstädter Süden tätig war, verstarb überraschend in Gütersloh.

Haus absolvierte seine musikalische Ausbildung an den Musikhochschulen in Saarbrücken und in Weimar. In Saarbrücken legte er das Kirchenmusik B und A-Examen ab sowie die Diplom-Musiklehrerprüfung. Kapellmeisterprüfung mit Hauptfach Dirigieren und Klavier folgten in Weimar. 1993 erhielt er den Förderpreis des Internationalen Orgelwettbewerbs „Orgelland Thüringen“.

Haus war seit 1994 in Erftstadt zuständig für die Kirchenmusik in sechs Gemeinden

Seit 1994 war er in Erftstadt zuständig für die Kirchenmusik in sechs Gemeinden: Friesheim, Borr, Niederberg, Erp, Pingsheim und Weiler in der Ebene. Mit unnachahmlicher Energie, großer Herzlichkeit und vielen Ideen prägte er das kulturelle Geschehen Erftstadts, aber auch weit darüber hinaus. Dafür wurde er 2019 mit dem Erftstädter Kulturpreis geehrt.

2002 rief er die Kirchenmusiktage Rhein-Erft ins Leben, leitete 2010 bei einer Domwallfahrt mit 1200 Sängern und Sängerinnen aus 40 Chören des Kreises und dem Musikverein Friesheim eine Festmesse im Kölner Dom. Seit 2009 organisierte er den Erftstädter Orgelsommer, der seit 2017 stets mit einer Open-Air-Veranstaltung „Notte italiana“ endete. Mit seinen beliebten Orgelradtouren begann der passionierte Radfahrer schon 2001.

„Hobby und Beruf sind bei mir auf kreative Weise eng verknüpft, so dass ich manchmal ins Grübeln komme, ob ich mich im Dienst oder schon in meiner Freizeit befinde“, sagte er einmal, ein echter Lebenskünstler.

Aktionsradius des Organisten reichte über das Orgelspiel im Gottesdienst hinaus

Der Aktionsradius des Organisten reichte über das Orgelspiel im Gottesdienst hinaus. Dazu gehörten Konzerte in vielen Kirchen, auch im Ausland (Japan, Frankreich, Italien, Schottland), Mitwirkung beim Kölner Gürzenich-Orchester in der Philharmonie, aber auch bodenständig beim Frauenchor Lechenich oder bei Auftritten mit den Bläck Fööss 2016 in Lechenich und 2017 beim Sessionseröffnungs-Gottesdienst der „Großen Kölner“ in St. Aposteln in Köln.

Ehrensache war ihm 2018 aus Anlass des 100. Geburtstags von Bernd Alois Zimmermann seine Mitwirkung bei einer Aufführung der geistlichen Lieder in der Pfarrkirche St. Lambertus. Auch an einer Messe von Josef Scherer, der seit 1942 viele Jahre Organist in Bliesheim war, wirkte er mit, und das 2008 sogar in der Berliner Gedächtniskirche.

Als Chordirigent wirkte er mit seinem Friesheimer Chor St. Martin, in dem Mitglieder aus allen seinen Gemeinden sangen; als Musikerzieher arbeitete er mit Kindern und Jugendlichen der Gesamtschule Bergheim. Der Komponist Donatus Haus hinterlässt unter anderem eine kreative Sphärenmusik, die 1998 in Zusammenarbeit mit Markus Stockhausen entstand, und einen „Indianischen Sonnengesang“, der 2003 im Trierer Dom uraufgeführt wurde. Als er im Sommer 2023 nach Gütersloh, an die Kirche St. Pankratius, wechselte, war das für Erftstadt ein herber Verlust.

Bürgermeisterin Carolin Weitzel sagt: „Der plötzliche Tod dieses herausragenden Musikers und ehemaligen Erftstädters Donatus Haus macht mich persönlich sehr betroffen. Ich habe seine Konzerte und sein gesamtes Wirken sehr geschätzt. Jede Begegnung mit ihm war von Herzlichkeit und Menschlichkeit geprägt.“ Donatus Haus hinterlässt seine Frau Maria sowie Tochter und Sohn. (cvk/ftz)