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TraditionskneipeDas „Pentagon“ in Opladen feiert 40. Geburtstag mit Konzert

3 min
Samstagabend in Opladen, pentagon. Foto: Ralf Krieger

Das Pentagon wird 40

Die Kulturkneipe in der Opladener Neustadt entstand Mitte der 1980er-Jahre eher aus einer Laune heraus. Sie hat seit Jahrzehnten viele Fans.

Wie der kuriose Name zustande kam, ist nach Jahrzehnten nicht mehr ganz nachvollziehbar. Sicher ist: Es ging nicht um das US-Verteidigungsministerium, als man sich 1985 dafür entschied, die Eckkneipe in der Opladener Neustadt auf den Namen „Pentagon“ zu taufen. „Man brauchte damals eben einen Namen. Irgendeiner hat dann ‚Pentagon‘ in den Topf reingeworfen und alle haben gesagt: Klingt gut, nehmen wir“, berichtet Efekan Nazim kurz vor dem 40. Geburtstag des Etablissements. Nazim ist selbst seit acht Jahren für die Konzertorganisation in der Gaststätte an der Ecke der Karlstraße zur Straße Im Hederichsfeld mitverantwortlich, die zu einer Opladener Kulturinstitution geworden ist.

Die Eckkneipe ist zu einer Opladener Kulturinstitution geworden.

Die Eckkneipe ist zu einer Opladener Kulturinstitution geworden.

Ein wenig Verwirrung scheint damals auch unter den Kneipengründern darüber geherrscht zu haben, dass das US-Ministerium in dem namensgebenden fünfeckigen Gebäude fürs Militär zuständig war – und eher nicht für den Geheimdienst. Ein Grafiker zeichnete jedenfalls damals Geheimagentenfiguren, gewissermaßen als Logo oder Erkennungsmarke. Und die Schlapphüte gucken den Gast noch heute von den Wänden des „Pentagon“ an.

Umbau kam schnell nach Eröffnung

Der griffige Name war also bald, nachdem Inhaber Gerhard, „Gerd“, Prattki die Gaststätte gegenüber dem Künstlerbunker am 1. August 1985 übernommen hatte, gefunden. Doch dann stand bis ins Jahr 1986 hinein erst mal ein Umbau an. Am Samstag, 7. März, wird das Pentagon aber nun 40 Jahre alt. Konzerte, Lesungen und Comedy-Abende gehören praktisch von Anfang an zum Konzept der Gaststätte. Prattki und seine Mitstreiter gründeten zur Unterstützung der Kulturszene in Opladen zwei Jahre nach Öffnung der Kneipe eigens den Förderverein „Szene OP“.

Das Pentagon im Jahr 2021 mit Gerhard Prattki.

Das Pentagon im Jahr 2021 mit Gerhard Prattki.

Und der Verein, so erzählt Efekan Nazim, ist seit den 80er-Jahren jedes Jahr Veranstalter Dutzender Konzerte und weiterer Kulturabende auf der Bühne des „Pentagon“. „Wir organisieren hier etwa 50 Konzerte im Jahr. Dazu kommen zwölf Open-Mic-Abende und zwölfmal Karaoke“, berichtet der 26-jährige Nazim. Der Eintritt zu den Konzerten ist frei.

Zu den Open-Mic-Abenden (offenes Mikrofon) an jedem ersten Sonntag im Monat kann sich anmelden, wer vor kleinem Publikum Musik machen oder wer schon immer mal einen Text, den er oder sie geschrieben hat, vortragen möchte. „Wir haben für manche Abende, für andere aber auch zehn Anmeldungen“, so Nazim. Unter den Musikern seien Profis wie Amateure. Etwa 20 Leute haben die Künstlerinnen und Künstler im Pentagon üblicherweise als Publikum. Wenn’s voll ist, anderthalbmal so viele. Finanziell unterstützt wird die kleine Kulturbühne im Pentagon von der Stadt und der EVL. Denn auch eine kleine Bühne braucht technische Ausstattung, die immer mal wieder auch erneuert oder repariert werden muss.

Der eine oder andere Musikprofi, der der kleinen Opladener Bühne längst entwachsen ist, kehrt doch immer mal wieder in die Karlstraße zurück. Pit Hupperten, Gitarrist und Sänger der Bläck Fööss, sei so einer, erzählt Nazim. „Der war auch beim 70. Geburtstag des Chefs im vergangenen Jahr dabei.“

Wie der 70. von Gerhard Prattki wird auch der 40. des Pentagon kräftig gefeiert: am Samstag, 7. März, ab 18 Uhr geht es los. Die „Honky Tonk Pounders“ stehen ab 20 Uhr auf der Bühne.