Susanne Stupp (57) hatte sich in ihrer Amtszeit für die Feuerwehr eingesetzt. Nun wird sie Landesgeschäftsführerin des Verbandes der Feuerwehren (VdF).
Sie zieht's nach WuppertalFrechens Ex-Bürgermeisterin hat einen neuen Job

Susanne Stupp tritt zum 1. Mai eine neue Stelle an.
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Gut ein halbes Jahr nach ihrem Ausscheiden als Frechener Bürgermeisterin wird Susanne Stupp einen neuen Job antreten. Zum 1. Mai übernimmt die 57-Jährige die Aufgabe als Landesgeschäftsführerin des Verbandes der Feuerwehren (VdF) in NRW mit Sitz in Wuppertal. Dies teilte der VdF am Samstag (18. April) mit. Die Entscheidung für Stupp habe der Vorstand einstimmig getroffen. Zudem übernimmt sie die Geschäftsführung der verbandseigenen Feuerwehrservice NRW GmbH.
Christoph Schöneborn, der Vorsitzende des Verbands, sagte, die ehemalige Bürgermeisterin (2015-2025) erfülle „die von uns priorisierten Anforderungen an diese Funktion in idealer Weise“. Sie sei in kommunalen Entscheidungsprozessen sehr erfahren, kenne die Herausforderungen einer gemeindlichen Feuerwehr in Haupt- und Ehrenamt, durchschaue alle wesentlichen politischen Prozesse und sei landesweit bestens vernetzt.
Frechen: Im Frühjahr 2025 war Stupps Gemütslage alles andere als rosig
Stupp postete die Pressemitteilung ihres künftigen Arbeitgebers am Samstagabend auf ihrem Facebook-Account: „Ich freu' mich so sehr!“ In der Pressemitteilung des VdF wird sie mit folgenden Worten zitiert: „Dass sich diese Chance, nun landesweit für die Weiterentwicklung der Feuerwehren arbeiten zu dürfen, mir nun bietet, erfüllt mich mit Stolz und Demut zugleich. All meine Kraft, Erfahrung und Empathie werde ich gerne in die Arbeit des VdF NRW für die Feuerwehren in unserem Bundesland einbringen.“
Im Frühjahr 2025 war die Gemütslage der gebürtigen Kölnerin eine gänzlich andere: Die CDU in Frechen hatte entschieden, sie nicht für eine mögliche dritte Amtszeit aufzustellen, sondern Gerd Koslowski in das Rennen um das Bürgermeisteramt zu schicken. Er unterlag im September in der Stichwahl überraschend dem SPD-Kandidaten Uwe Tietz.

Kurz vor ihrem Ausscheiden als Bürgermeisterin war Susanne Stupp im September 2025 mit der Feuerwehr-Ehrenmedaille ausgezeichnet worden.
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Im Interview mit dieser Redaktion sagte Susanne Stupp im Nachhinein, „es habe sie maßlos verletzt, dass man eben nicht gesprochen hat“. Parteichef Thomas Okos hatte seinen Favoriten Koslowski erst eine Woche vor dem Nominierungsparteitag aus dem Hut gezaubert. „Ganz tief drinnen“ habe sie den Traum geträumt, bis zu ihrer Rente Bürgermeisterin in Frechen zu sein. Im selben Gespräch sagte sie, sie möchte künftig nicht mehr Politik machen, „auch wenn ich wahrscheinlich mein Leben lang ein ,political animal' bleibe“.
Der Schritt an die Spitze des Feuerwehrverbands erfolgt weder zufällig, noch geschieht er überraschend: In ihrer zehnjährigen Amtszeit in Frechen hatte sich die 57-jährige Politikwissenschaftlerin stets für die Belange der Feuerwehr in ihrer Stadt eingesetzt und der Arbeit der Männer und Frauen große Wertschätzung entgegengebracht. Kurz vor ihrem Ausscheiden aus dem Amt hatte die Feuerwehr sie mit der Feuerwehr-Ehrenmedaille ausgezeichnet.
Vor ihrer Wahl zur Bürgermeisterin 2015 war Susanne Stupp nach Angaben des VdF als politische Referentin auf Landes- und Bundesebene tätig. Dem Rat der Stadt Frechen gehörte sie mehr als 20 Jahre lang an, davon 16 als CDU-Fraktionsvorsitzende.
Der VdF ist der Dachverband und die Interessenvertretung für rund 150.000 Feuerwehrangehörige in Nordrhein-Westfalen. Er fungiert als Fachverband, Netzwerk und Ansprechpartner für Feuerwehren und Rettungsdienste auf Landesebene.

