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Vorlage korrigiertSporthallenkonzept in Hürth sorgt für Irritationen im Bildungsausschuss

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Das Foto zeigt eine Außenaufnahme des Albert-Schweitzer-Gymnasiums.

Das Albert-Schweitzer-Gymnasium an der Sudetenstraße braucht durch die Rückkehr zu G9 bis zu zwölf zusätzliche Klassenzimmer.

Stadtverwaltung und Leitung des Albert-Schweitzer-Gymnasiums sind bislang uneins über den Bedarf an zusätzlichen Klassenräumen durch G9.

Die neuen Pläne für die Sporthallen am Albert-Schweitzer-Gymnasium sorgen für Irritationen. Im Bildungsausschuss musste die Verwaltung einräumen, dass mit der Schulleitung – entgegen früherer Mitteilung – kein Einvernehmen über die Schaffung neuer Klassenräume besteht. Das geht auch aus einer überarbeiteten Vorlage hervor, die kurz vor der Sitzung am Mittwochabend (18. März) verschickt wurde.

Das Amt für Gebäudewirtschaft hatte einen abgespeckten Vorschlag für die beiden Turnhallen am ASG vorgelegt und dabei auf die angespannte Haushaltslage verwiesen. Die marode Halle auf dem Schulhof soll demnach nicht abgebrochen und neu gebaut, sondern saniert werden.

Hürth: Doch keine Einigkeit zwischen Stadtverwaltung und Gymnasium

Außerdem will die Stadt auf den Bau von Klassenräumen in zwei Obergeschossen eines Neubaus einer weiteren Dreifachturnhalle auf dem Gelände der Fahrradabstellanlage zwischen Gymnasium und Gesamtschule verzichten. Dadurch müsste das Gebäude nicht mehr zum Teil im Boden versenkt werden. Unterm Strich will die Stadt rund drei Millionen Euro einsparen.

Begründet hatte die Stadtverwaltung den Verzicht auf die Klassenräume oberhalb der geplanten Sporthalle damit, dass ein zusätzlicher Raumbedarf am Albert-Schweitzer-Gymnasium nur vorübergehend bestehe. Nach dem geänderten Vorschlag sollen stattdessen fünf Räume im Bestand und fünf weitere als Interim in Anbauten oder Containern geschaffen werden. Die Darstellung, dass darüber Einigkeit mit der Schulleitung bestehe, zog die Verwaltung jetzt zurück.

Hürth: Schulleiter betont Bedarf an mindestens elf neuen Klassenräumen

Wie bereits gegenüber dieser Redaktion verwies Schulleiter Thorsten Jürgensen-Engl auch im Bildungsausschuss auf den geltenden Schulentwicklungsplan. Darin werde festgehalten, dass das Albert-Schweitzer-Gymnasium durch die Rückkehr zum Abitur nach neun Jahren (G9) dauerhaft elf zusätzliche Klassen- und Fachräume benötige. Wie zusätzlicher Schulraum geschaffen werden kann, der schon zum neuen Schuljahr gebraucht wird, ist derzeit offen.

Die Verwaltung kündigte an, dass es über die Raumsituation am ASG in der kommenden Woche Gespräche mit der Schulleitung geben werde. Unterdessen hieß es im Ausschuss, dass auch die Schaffung von provisorischen Klassenzimmern im Schulgebäude – etwa durch Umnutzung von Fachräumen – mit größeren Baumaßnahmen verbunden sei.

Wir erwarten, dass im weiteren Prozess die berechtigte Forderung der Schule nach zusätzlichen Klassenräumen ernst genommen wird
Margit Reisewitz (SPD), Vorsitzende des Bildungsausschusses

Aus den Reihen der Kommunalpolitik gab es Kritik an der Verwaltungsvorlage. „Die aktuelle Entwicklung beim Sporthallensanierungskonzept zeigt, wie wichtig sorgfältige Planung und ein enger Austausch mit den Schulen sind“, so der bildungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Ulrich Klugius. SPD-Ratsmitglied Lennart Hensen sprach von einem Vertrauensverlust, der durch die widersprüchlichen Ausführungen der Verwaltung zum Stand der Gespräche mit der Schule entstehe.

Die Ausschussvorsitzende Margit Reisewitz (SPD) betonte: „Wir erwarten, dass im weiteren Prozess die berechtigte Forderung der Schule nach zusätzlichen Klassenräumen ernst genommen wird. Es kann nicht sein, dass aus Kostengründen die Entwicklung der Schule derart beeinträchtigt wird.“ Fritz Laser (Linke) stellte die Frage, ob angesichts der Raumnot am ASG der Bau einer Turnhalle mit zusätzlichen Klassenräumen nicht doch die bessere Variante sei. Die Verwaltung kündigte eine ausführliche Vorlage zur nächsten Sitzung des Planungsausschusses Ende April an.