Abo

VeilchendienstagszugAktiv-Rentner bauen in Aegidienberg am Wirtschaftswunder

3 min
Zwei Mottowagen im Karnevalszug in Aegidienberg, viele Zuschauer am Straßenrand.

Am Wirschaftswunder bauten im Aegidienberger Zug die „Schwaadschnüsse“, gefolgt von den Panzerknackern des Sportparks Windhagen.

30 Gruppen mit fast 900 Teilnehmern waren beim Veilchendienstagszug in Bad Honnef-Aegidienberg aktiv.

Auf die Alten ist verlass: „Wir bauen auf“, stand auf dem Wagen der Schwaadschnüsse, die ein „Neues Wirtschaftswunder durch Aktiv-Rentner“ versprachen. Die aber noch „Mitrentner“ suchten und unter anderem 2000 Euro steuerfrei, 50 Stundenwoche und zwölf Tage Urlaub im Jahr boten.

Ob sich daraufhin hin jemand bewirbt bei dem Freundeskreis schon etwa gesetzter Herren, wird sich zeigen. Im Aegdienberger Veilchendienstagszug setzte die Gruppe, von der einer tatsächlich die Maurerkelle schwang, jedenfalls ein Zeichen, als sie augenzwinkernd die Rentendebatte aufgriff.

Rund 30 Gruppen mit fast 900 Teilnehmern sorgten am Dienstag für den Abschluss des Straßenkarnevals im Siebengebirge. Und die Jecken in Jillienberg ließen sich auch vom Schneegestöber nicht abhalten, das während der Aufstellung „tobte“, aber pünktlich zum Start abebbte.

Dorfjugend raste mit Supermario durch Raum und Zeit

„Da müssen wir jetzt durch“, sagte ein „Supermario“, der zusammen mit seinen Orscheider Mitstreitern die Videospielfigur zum Thema gemacht hatte. Seit 20 Jahren sei man im Zug dabei, den Wagen, diesmal eine Rennstrecke mit Supermarios, baue man jedes mal um. Ein Stück weiter hinten im Zug hieß es bei der Aegidienberger Dorfjugend auf ihrem bunten Wagen derweil: „Mit Mario durch Raum und Zeit, Dorfjugend für die 5. Jahreszeit bereit.“

„Ohne Kölsch ist alles Käse“, fanden die Jilllienberger Karnevalsmäuse, eine Gruppe aus Rottbitze, die mit mehreren Bollerwagen unterwegs war. Ihnen folgte eine große Gruppe von mehr als 40 Zwergen mit roten und grünen Mützen und – bei den erwachsenen Vätern – mit grauen Rauschebärten. Der Kindergarten Sieben Zwerge machte so im Zug mit, nicht weit entfernt von den bunten Clowns des Circus Comicus, die ein bisschen Schwierigkeiten mit der Anreise aus den Niederungen hatte, weil das Schmelztal zwischen Bad Honnef und Aegidienberg nach einem Verkehrsunfall am Mittag zeitweise gesperrt war.

Immer aktiv beim Zug an Karnevalsdienstag sind die Sportfreunde Aegidienberg (SFA), bei denen es diesmal hieß: „Sportliches Allerlei – Bund und jeck sind wir dabei!“ Einen rollenden Saloon im Bollerwagenformat hatte die Gruppe Cremant Express dabei, eine Nachbarschaft aus Wülscheid, die seit vier Jahren mitmacht, wie einer der Cremant-Cowboys sagte.

Eine Menge Panzerknacker, die – für den Job ganz unüblich – zum Teilen der Beute bereit waren, bot der Sportpark Windhagen auf. „Rockabilly Alaaf“ war das Motto des Aegidienberger St. Hubertusschützen. Als Piraten samt Schiff waren die Wenter Jecken auf Tour. „Karneval ist das ganze Jahr“, meinten die Freibeuter.

Eine Gruppe, die als Zwerge verkleidet ist.

Eltern und Kinder des Kindergartens Sieben Zwerge kamen als Zwerge.

Hoch oben auf dem Prinzenwagen thronten – wie es sich zum krönenden Abschluss gehört – Prinz Michael I. und seine Aegidia Daniela I. Vor ihnen die großen Abordnungen und Wagen ihrer KG Klääv Botz, darunter die Ehrengarde, die Ex-Tollitäten im Wagen mit den überdimensionalen Zylindern, der Spielmannzug, der Elferrat, der Nachwuchs der „Fünkchen“ sowie das Kinderprinzenpaar Michel I. und Lilli I.