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In Dienst gestelltNeues Feuerwehrauto für die Bürger Ruppichteroths

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Bürgermeister Matthias Jedich (M.) übergab der Freiwilligen Feuerwehr Ruppichteroth das neue Hilfeleistungs- und Löschgruppenfahrzeug.

Bürgermeister Matthias Jedich (M.) übergab der Freiwilligen Feuerwehr Ruppichteroth das neue Hilfeleistungs- und Löschgruppenfahrzeug.

Das neue Hilfeleistungs- und Löschgruppenfahrzeug (HLF 20) ersetzt ein 27 Jahre altes Feuerwehrauto.

„Wenn ich gewusst hätte, dass das Fahrzeug mir gehört, hätte ich heute Nacht noch eine Runde damit gedreht“, lockerte Ruppichteroths Bürgermeister Matthias Jedich die kleine Feierstunde auf. Er übergab den Schlüssel für das neue Hilfeleistungs- und Löschgruppenfahrzeug (HLF 20) an den Wehrleiter, Gemeindebrandinspektor Ralf Schneider. Der hatte nicht lange was davon - er reichte ihn direkt weiter an den Leiter des Löschzugs Ruppichteroth, Brandoberinspektor Jan Ketelsen.

Denn von hier aus, von der Feuerwache an der Dr.-Herzfeld-Straße, wird das 18 Tonnen schwere Gefährt in den kommenden Jahren Dienst tun, ab Montag, 13. April 2026. Es ersetzt das Löschgruppenfahrzeug (LF), das seit Mai 1999 von den Wehrleuten genutzt wurde, liebevoll der „schelle Rupp“ genannt. Viele Geschichten und Einsätze sind mit ihm verbunden, ein bisschen Wehmut klingt beim Abschied mit. Etwa bei Torsten Biallas, der beide Feuerwehrautos vom Hersteller geholt hat. Oder bei Ehrengemeindebrandmeister Hans-Friedrich Willach, der das LF seinerzeit noch angeschafft hat.

Wenn ich rausrenne aus einem brennenden Haus, rennt ihr rein.
Bürgermeister Matthias Jedich

Der Bürgermeister nutzte die Gelegenheit, die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr zu würdigen. „Wenn ich rausrenne aus einem brennenden Haus, rennt ihr rein.“ Natürlich koste die Feuerwehr viel Geld, das spüre eine kleine Kommune wie Ruppichteroth besonders deutlich. Doch eine hauptamtliche Feuerwehr wäre noch viel teurer.

Mit einem Blumenstrauß und ausgefahrenem Leiterbehälter präsentierte sich das neue Fahrzeug, ein HLF 20.

Mit einem Blumenstrauß und ausgefahrenem Leiterbehälter präsentierte sich das neue Fahrzeug, ein HLF 20.

Feuerwehrchef Schneider erinnerte daran, dass es mehr als vier Jahre gedauert habe, bis es endlich so weit gewesen sei mit dem HLF 20. „Es ist ein Feuerwehrauto für alle Bürgerinnen und Bürger Ruppichteroths, nicht nur für die Einsatzkräfte“, betonte er. Einen besonderen Dank sprach er Brandinspektor Christoph Lake aus, der federführend die Planung für das Fahrzeug übernommen hatte.

Der Löschzug Winterscheid schenkte zur Einweihung ein großes Schild.

Der Löschzug Winterscheid schenkte zur Einweihung ein großes Schild.

„Es ist was Tolles draus geworden“, freute sich Löschzugführer Ketelsen. Vor genau zwei Monaten war es aus Herbolzheim abgeholt worden. Die Zeit haben er und seine Kameradinnen und Kameraden genutzt für intensive Schulungen mit dem Wagen und seiner Beladung. Denn der ist ein Allrounder, für Brandeinsätze ebenso geeignet wie für technische Hilfeleistungen, etwa bei Unfällen mit eingeklemmten Personen.

Rund 550.000 Euro hat die Anschaffung gekostet. Auf das MAN-Allrad-Fahrgestell hat das Unternehmen Wiss den Aufbau montiert. Angetrieben wird das HLF 20 von einem 320-PS-Motor. Zur Ausstattung gehört das moderne Rettungsgerät, um Menschen zu befreien, die sich in Notlagen befinden. Ein wichtiges Detail ist der Leiterbehälter, der vom Boden aus bedient werden kann. So muss niemand erst auf den Lastwagen klettern, um Steckleitern herunterzureichen. Im Notfall können das entscheidende Sekunden sein.

Vier Atemluftgeräte können während der Fahrt angelegt werden

Zu dem Konzept schneller Hilfe gehören auch die vier Atemluftgeräte in der Kabine für die Besatzung. So können sich schon auf der Fahrt zum Einsatzort vier Einsatzkräfte ausrüsten, ein Angriffs- und ein Sicherungstrupp, und bei Eintreffen sofort agieren. Auf dem Dach sitzt ein LED-Lichtmast, der schnell ausgefahren werden kann. Weitere Beleuchtung kann rundherum eingeschaltet werden.

Zwei Haspeln sind hinten angehängt. Eine ist ausgestattet mit Materialien, um eine Einsatzstelle abzusichern, darunter etliche Pylone. Auf der zweiten sind Schläuche für die Brandbekämpfung, schnell kann eine Leitung von 160 Metern Länge ausgerollt werden. Der Lüfter ist akkubetrieben und sorgt innerhalb weniger Sekunden für Hochdruck.

Zur Ausstattung gehören je eine Haspel für die Verkehrsabsicherung und für 160 Meter schnell ausrollbare Schläuche.

Zur Ausstattung gehören je eine Haspel für die Verkehrsabsicherung und für 160 Meter schnell ausrollbare Schläuche.

2400 Liter fasst der Wassertank, die eingebaute Feuerlöschkreiselpumpe kann bis zu 2000 Liter pro Minute fördern. Das HLF ist übrigens nicht das einzige neue Feuerwehrauto, im Januar soll ein Gerätewagen Logistik geliefert werden, der unter anderem Rollcontainer speziell für die Waldbrandbekämpfung mit sich führen wird.