Der Botanische Garten am Poppelsdorfer Schloss hat eine Tradition, die bis ins 17. Jahrhundert zurückreicht.
Bruch mit TraditionBotanischer Garten in Bonn kostet jetzt überraschend Eintritt

Blick auf den Schlossgarten im Botanischen Garten Bonn.
Copyright: C. Löhne / Universität Bonn
Es ist eines der beliebtesten Ausflugsziele in Bonn: Die Botanischen Gärten in Bonn. Nicht nur die einzigartige Präsentation der Pflanzen, auch die historischen Gebäude rund um das Poppelsdorfer Schloss sind einen Besuch wert. Traditionell war der Eintritt in den vergangenen Jahrzehnten kostenlos. Doch ab dem 1. April 2026 wird ein Eintrittsgeld erhoben.
Fast beiläufig wurde die unerwartete Änderung mitgeteilt. In einer Pressemitteilung vom 30. März 2026 lud die Universität Bonn zu einem Osterspaziergang in den Botanischen Garten in der Bonner Südstadt ein. Anlass waren die erweiterten Sommeröffnungszeiten, die ab dem 1. April wieder greifen.
Botanischer Garten: Universität Bonn überrascht mit neuer Eintrittsregelung
Die Botanischen Gärten in Bonn haben ganzjährig geöffnet. In der Wintersaison zwischen November und März gilt jedoch eine kürzere Öffnungszeit von 10 bis 16 Uhr, während die Gärten in der Hauptsaison täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet sind.
Nach den Hinweisen zu den Öffnungszeiten folgte dann jedoch der überraschende Hinweis auf das Eintrittsgeld. „Unter der Woche ist der Eintritt frei, am Wochenende und an Feiertagen wird ein Eintrittsgeld von 4 Euro (ermäßigt 2 Euro) erhoben“, so die Universität Bonn.
Der Eintritt unter der Woche von Montag bis Donnerstag ist demnach weiterhin frei. Bislang galt jedoch, dass auch zwischen Freitag und Sonntag sowie an Feiertagen kein Entgelt für den Besuch im Botanischen Garten Bonn anfällt.
So begründet die Universität Bonn den Bruch mit der Tradition
Zur Begründung fügte die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn an: „Der an Wochenenden und Feiertagen erhobene Eintritt dient zur Finanzierung der Saisonkräfte, die für die Erweiterung der Öffnungszeiten erforderlich sind. Die Saisonkräfte führen die Aufsicht und kümmern sich um die Öffnung und Schließung der Gärten.“
Wie sich das neue Eintrittsgeld auf die Besucherströme in den Botanischen Gärten auswirkt, bleibt abzuwarten. Der Preis für einen Eintritt ist nicht hoch, die Begründung einleuchtend. Bei einem Gang durch die Gärten wird sofort deutlich, wie viel Arbeit in der Pflege der Pflanzenwelt steckt.
Demgegenüber ist der Eintritt in den meisten Botanischen Gärten jedoch kostenfrei. Die Flora und der Botanische Garten in Köln etwa sind traditionell kostenlos. Auch in Neuss und in Düsseldorf wird kein Eintritt für die Botanischen Gärten genommen.
Geschichte der Botanischen Gärten Bonn reicht bis 1650 zurück
Die Geschichte der Botanischen Gärten in Bonn reicht unterdessen weit zurück. Bereits 1650 wurde hier ein prachtvoller Garten mit Orangerien dokumentiert. Heute dienen sie der Universität Bonn in erster Linie zu Forschung und Lehre. Die Botanischen Gärten in Bonn umfassen den Schlossgarten am Poppelsdorfer Schloss, die Gewächshäuser, den Nutzpflanzengarten sowie den Melbhgarten.
Rund 11.000 Pflanzenarten werden hier kultiviert. Das Freiland besteht aus einem parkartigen Arboretum (Baumsammlung) und den Beeten der unterschiedlichen Lehrabteilungen. Die neun Schaugewächshäuser zeigen rund 4500 Arten: Tropenpflanzen, Farne, Mangroven, Seerosen, Kakteen und Orchideen aus aller Welt leben hier in natürlichen Lebensgemeinschaften. Zusätzlich gibt es vier kleinere Kultur- und Schauhäuser.

