Die Jecken feierten auch bei der vierten großen Sitzung ausgelassen bis in die Nacht, die Kräfte auf der Bühne ebenso wie sich selbst.
PrunksitzungDie Große Geistinger KG rockte in Frack und Kostüm die Halle Meiersheide in Hennef

Die Große Geistinger Karnevalsgesellschaft hatte zur Sitzung in Frack und Kostüm in die Halle Meiersheide eingeladen, „Druckluft“ heizte mit der „Karnevalsmaus“ ein.
Copyright: Ralf Rohrmoser-von Glasow
Gemächlich nahm die Sitzung „Em Frack un Kostüm“ Fahrt auf, um dann durch die Decke zu gehen. Einzug der Vereine, Ehrung von Vereinsmitgliedern, Ernennung von Senatoren, all das musste erledigt werden, bevor das Hennefer Prinzenpaar, Prinz Uli I. mit seiner Prinzessin Renate I., im Triumphzug durch den Saal der Mehrzweckhalle Meiersheide in Hennef kam. Ganz ungewohnt war ihre Loge auf der anderen Bühnenseite aufgebaut, um den Bands mehr Platz zum Aufbau zu verschaffen.
Aus einer Trööt kam ein leises, aber durchaus hörbares Geräusch
Als sie sich eingerichtet hatten und die 1. Geistinger Garde ihre Tänze präsentiert hatte, inklusive Radschlag, konnte der Sitzungspräsident der Großen Geistinger KG, Alexander Welsch, einen „Kollegen“ ankündigen, Sitzungspräsident Volker Weininger. Allein durch seine Präsenz und sein Schweigen kam das Publikum zur Ruhe, bis einer mit einer Trööt ein leises, aber durchaus hörbares Geräusch produzierte. Da musste selbst der Künstler lachen: „Schön, mal wieder vor Fachpublikum zu spielen.“

Sitzungspräsident Volker Weininger lieferte sich mit dem Orchester eine köstliche Kabbelei.
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Weininger hat sich zum Meister der einfachen Geschehnisse entwickelt, die er ins Absurde übersteigert. In seiner Rede reiste er zwar mit seinem Verein in den Sauerlandstern nach Willingen, aber weiter als bis zum Fitnessraum kam er nicht. Dort flog zum Beispiel einer seiner Elferratskollegen am Laufband quer durch die Luft und begrub einen anderen mit Schmackes unter sich. „Aber das scheint hier normal zu sein“, befand er ein ums andere Mal mit Blick in den Saal.
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Aber das scheint hier normal zu sein.
Immer wieder fuhr ihm das Orchester Sepp Dittrich in seine Ausführungen, es entwickelte sich eine amüsante Interaktion mit netten Überraschungen, einem Tusch hier, einem kurzen Anblasen des Saxophons da. Der Künstler jedenfalls fand's spannend, sein Publikum feierte ihn mit ausgiebigem Beifall.
Literat Dirk Graupmann hatte mit dem nächsten Act gleich den nächsten Knaller gesetzt. Denn mit „Druckluft“ kam der Überflieger der Session. Ihre aktuelle Nummer „Karnevalsmaus“ wird überall gespielt und gewinnt quasi jede Kneipenveranstaltung bei „Loss mer singe“, der Mitsing-Tour durch Kölner Gaststätten zum Lernen der Texte. „Wir sind in den Singlecharts auf Platz 50“, verkündete Frontmann Florian Hertel den jubelnden Jecken, die die Choreografie locker mittanzten.
Bauchredner Klaus Rupprecht hatte es anschließend mit seiner Puppe Willi nicht ganz so einfach, stieß aber auf ein aufmerksames Publikum. Lokalkolorit brachten die „Westerwaldsterne“ aus Uckerath in die Meiersheide. Sie begeisterten mit tollen Choreos und akrobatischen Hebe- sowie Wurffiguren.

Der Saal ging begeistert mit, die Jecken hatten sich in bunte Kostüme geworfen, Fräcke waren die Ausnahme.
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Der souveräne Welsch, der auch mal mit kölschen Tönen spontan reagierte, konnte noch so einige starke Nummern ankündigen. Guido Cantz gehörte dazu, der immerhin dritte Redebeitrag einer langen Nacht. „De Boore“ heizten nochmal musikalisch ein, sie liefern schon lange hohe Qualität ab. Das gilt gleichermaßen für das Tanzcorps der Luftflotte, die bei der Aufzählung der Besten ganz oben mitspielen, so wie die Tänzerinnen, die der hohen Decke über der Bühne sehr nahe kamen.
Die „Fidele Kölsche“ lieferten in der Meiersheide ein großartiges Finale
„Wenn am Himmel die Stääne danze“ gehört inzwischen zu den echten Evergreens im Kölner Karneval. Die „Klüngelköpp“ zelebrierten diese wundervolle Hymne einmal mehr in der Meiersheide. Das große Finale aber bestritten die „Fidelen Kölsche“ mit ihrem Medley von Karnevalshits in historischen Kostümen, die zahlreiche kölsche Figuren wieder aufleben ließen. Anschließend ging es im Foyer mit Party weiter, bei der „DJ Wolle“ auflegte.

