Für die Abwicklung des Fahrradverkehrs auf der Rheinallee in Königswinter gibt es neue Überlegungen. Baustellen sollen helfen.
RheinpromenadePlaner wollen Fahrradverkehr in der Altstadt von Königswinter großräumig umverteilen

Heute eigentlich nicht erlaubt, künftig aber womöglich zeitweise gestattet: Das Radfahren in der Fußgängerzone.
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Das nennt man dann wohl eine gute Gelegenheit: Mit Hilfe der Großbaustellen, die mindestens bis 2030 die Altstadt prägen werden, sollen sich Radfahrer schon mal schrittweise daran gewöhnen, dass sie künftig vom Süden kommend über Alternativrouten durch die Altstadt gelotst werden. Das sehen zumindest Überlegungen vor, die das umstrittene Thema „Radfahren auf Rheinpromenade und Rheinallee“ einer Lösung näher bringen sollen.
„Eine großräumige Umverteilung des Radverkehrs weit vor der städtischen Promenade“, „die Entlastung der Rheinallee von Radfahrern vor allem in Fahrtrichtung Norden“, „die Bereitstellung attraktiver Alternativrouten“ und „eine deutliche Beschilderung mit entsprechenden baulichen Knotenpunkten“: Das sind die vier Hauptziele des Konzeptes, das diese Woche Thema in den Fachausschüssen des Rates ist.
Rheinpromenade in Königswinter sollen künftig ein „Rheinpark“ sein
Zur Erinnerung: Mit der geplanten Modernisierung und Umgestaltung von Rheinpromenade und Rheinallee soll der Radverkehr neu organisiert werden. Von der Promenade (künftig „Rheinpark“) soll er komplett verbannt werden. Stattdessen sollte er, so die heftig umstrittenen Ursprungspläne, auf die Rheinallee verlagert und dabei in Fahrtrichtung Norden entgegen der Einbahnstraße geführt werden.
„Die Verkehrsführung kann und wird nicht so bleiben“, hatte CDU-Fraktionschef Stephan Unkelbach nach der gewonnenen Kommunalwahl betont. Im Koalitionsvertrag von CDU und Grünen steht: „Der geplante Umbau der Rheinallee soll durch ein angepasstes Verkehrskonzept ergänzt werden.“
Allerdings hatte der Technische Beigeordnete Fabiano Pinto auch von nur „kleinräumigen Anpassungen“ gesprochen, die noch möglich seien. Am Ziel, die Promenade fahrradfrei zu machen, müssen die Verantwortlichen festhalten, wenn sie die in Aussicht gestellten 7,4 Millionen Euro aus der Städtebauförderung für das 14-Millionen-Euro-Projekt nicht riskieren wollen. Es geht um mehr als 400.000 Radfahrten im Jahr, die heute auf der Rheinpromenade gezählt werden.
Wesentliche Punkte der neuen Lösung: Von Süden (aus Bad Honnef) kommend sollen Radfahrer weg vom Rhein und über insgesamt vier (Alternativ-) Routen geführt werden. Von der Fähre und vom Markt aus soll es über die Rheinallee gehen, wie bisher geplant. Ansonsten sollen Radfahrer sozusagen umverteilt werden in Richtung Norden über drei Achsen: die Hauptstraße, die heute schon Fahrradstraße ist; die Steinmetzstraße, Remigiusstraße und Grabenstraße; sowie zum Bahnhof über Steinmetzstraße, Ersatzstraße und Wilhelmstraße.

Der Kreuzungsbereich im Süden der Stadt soll zu einem „Verteiler Radverkehr“ umgebaut werden.
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Wichtige Voraussetzungen sollen ein Leit- und Beschilderungssystem und neue Radabstellanlagen sein. Und der Verkehrsknoten Rheinallee/Hauptstraße/Steinmetzstraße – sozusagen das Entree zur Altstadt vom Süden aus – soll zu einem neuen „Verteiler Radverkehr“ umgebaut werden, und zwar in den Jahren 2029/2030.
Für Diskussionen dürfte ein weitere Aspekt sorgen: „Geprüft werden kann die Möglichkeit, ob die Fußgängerzone zeitlich begrenzt für Radfahrer geöffnet werden kann.“ Das müsse mit den Anwohnern und den Gewerbetreibenden geklärt werden. „Solche Anpassungen bedürfen keiner Baumaßnahmen, sondern können auch testweise über Beschilderung auf Sinnhaftigkeit, Sicherheit und Akzeptanz geprüft werden.“ Die Freigabe der Fußgängerzone in Nebenzeiten könne womöglich Gastronomie und Einzelhandel „sichtbarer“ machen und zu einer Frequenzsteigerung beitragen.
In den Baustellenzeiten erhoffen sich die Konzeptentwickler einen gewissen Gewöhnungseffekt. Beispielsweise während der Baustelle auf der Rheinpromenade (im Jahr 2028) müsse der Radverkehr den Bereich entweder weiträumig umfahren oder in Richtung Süden auf der Rheinallee mit fahren. Wenn der „Promenadenpark“ fertig ist, Radfahrer dort schon verbannt sind und der Umbau der Rheinallee (2029/2030) ansteht müssten Radfahrer eine neue Route fahren und könnten „Nutzungsgewohnheiten“ schon mal ändern. „So wird der Radverkehr sowohl von Norden als auch von Süden weg vom Rhein durch die Altstadt geführt werden müssen.“
Bau- und Verkehrsausschuss, Dienstag, 5. Mai, 17 Uhr; Ausschuss für Stadtentwicklung, Mittwoch, 8. Mai, 17 Uhr; beide tagen im Sitzungssaal im Rathaus Oberpleis.

