Der Foodcourt auf der Outletebene sollte sich den gastronomischen Wünschen der Kunden anpassen.
Steigende BesucherzahlenHuma in Sankt Augustin entwickelt sich weiter

Huma hat dank der Outletebene seine Besucherzahlen erhöht. Hier der Shop von Blue Brixx.
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467.000 Besucher kamen im Januar 2026 ins Einkaufszentrum Huma, das sind 4,6 Prozent mehr als im Vergleichsmonat 2025. „Wir können davon ausgehen, dass wir uns nun fest in der Region etabliert haben und im rechtsrheinischen Rhein-Sieg-Kreis der Einzelhandels-Hotspot sind“, sagt Center-Manager Nicolas Simmich. Einen wesentlichen Anteil daran hat die im November 2024 eröffnete Outlet-Ebene im Huma, die stetig weiterwächst. Mit Michael Haslinger, Geschäftsführer der Haslinger Management GmbH, hat sie einen eigenen Manager. „Die Outlet-Etage machte gegenüber 2025 sogar ein Frequenzplus von 22 Prozent“, berichtet er.
Der Experte für Outlets betreut 14 Center in vier Ländern, 460 Shops mit 130.000 Quadratmetern Handelsfläche. „Entscheidend ist ein ausgewogener Branchenmix aus bekannten Marken und spannenden Konzepten“, erläutert Haslinger. Dabei gehe es nicht nur um große Namen, auch innovative Anbieter hätten ihren Platz, wenn das Produkt überzeuge. Ein Beispiel dafür ist Blue Brixx.
Im Huma in Sankt Augustin befindet sich von Blue Brixx der Outlet-Shop mit dem höchsten Warenumsatz
Die im Jahr 2018 gegründete Firma bietet Klemmbausteine an, die kompatibel mit Lego sind. Das wurde möglich, weil im Jahr 2008 das Patent für das ursprüngliche Funktionsprinzip, Kupplungskraft durch Noppen, ausgelaufen war. Lego besitzt allerdings noch Patenterechte für spezielle Figuren und Bauteile.
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Michael Haslinger mit Mitarbeiterin Nabila Gremminger vor dem Ladenlokal von Blue Brixx auf der Outletebene im Huma.
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Wie bei Aldi in seinen Anfangszeiten sieht es im Ladenlokal von Blue Brixx aus. Kartons mit Ware sind nebeneinander gestapelt, Regale fehlen. „Wir wollten sehen, wie unsere Produkte im Huma angenommen werden, haben deswegen erst einmal ein kleines Ladenlokal bis Ende Februar 2026 gemietet“, berichtet Sascha Neubert, Brixx-Blue-Projektleiter, über die Eröffnung in der Vorweihnachtszeit. Ihn habe überrascht, dass „die Kunden uns die Waren fast aus den Händen gerissen haben“. Eine Palette nach der anderen habe angeliefert werden müssen.
Auch im Januar hielt die Nachfrage an. „Im Vergleich mit unseren anderen 15 Outlet-Shops in Deutschland läuft es im Huma aktuell am besten“, sagt Neubert. Vor diesem Hintergrund befindet sich Blue Brixx derzeit in Gesprächen über eine langfristige Perspektive in Sankt Augustin.
Im Zuge dieser Gespräche wird geprüft, ob der Standort intern verlagert werden kann. „Wir haben gemeinsam mit Blue Brixx eine alternative Fläche auf der Outletebene identifiziert, die konzeptionell besser zum umliegenden Markenmix passt und zugleich logistisch deutlich geeigneter ist“, erläutert Haslinger. Insbesondere die Warenanlieferung könne an dem neuen Standort effizienter abgewickelt werden – ein wesentlicher Faktor angesichts der aktuell hohen Warenbewegungen.
Schräg gegenüber von Blue Brixx stehen derzeit zwei Ladenlokale leer. „Die größere der beiden Flächen wird im März neu eröffnet, weitere Neueröffnungen folgen“, kündigt Michael Haslinger an. Zu den künftigen Mietern wolle er sich noch nicht äußern. Die Kommunikation und Inszenierung der Eröffnungen liege wie üblich bei den Marken und deren individuellen Marketingkonzepten.

Diese zwei Ladenlokale werden im März und April nicht mehr mit Plakaten überklebt sein. Die neuen Mieter haben die Verträge schon unterschrieben.
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Zwischen dem Outlet von Wellensteyn und G-Star bietet Seoul Edition Kosmetik an. Bereits vor Weihnachten eröffnete das südkoreanische Kosmetikkonzept auf der Outletebene.
Das erste Outlet von Seoul Edition in Deutschland findet sich im Huma in Sankt Augustin
Seoul Edition ist das erste Outlet dieses südkoreanischen Kosmetikkonzepts in Deutschland. Entsprechend offen war man zu Beginn für die Entwicklung am Standort. „Die Umsätze haben sich sehr gut entwickelt, was uns in unserer Entscheidung absolut bestätigt“, sagt Haslinger. Aktuell befindet man sich daher im Austausch über die weitere Perspektive der Marke am Standort.
Wie bei allen neuen Konzepten stehe dabei im Vordergrund, dass Marke, Produkt und Zielgruppe zum Outlet passten. „Der Markt zeigt sehr schnell, ob ein Angebot funktioniert – und genau das sehen wir hier sehr positiv“, erklärt Haslinger. Ziel sei es, erfolgreiche Konzepte langfristig weiterzuentwickeln und optimal im Center zu positionieren.
Große bekannte Sportmarken sind ein Muss bei Outletcentern. Auffällig ist, dass am Kopfende der Etage ein großes Ladenlokal mit gut 1300 Quadratmeter Fläche leer steht. Hier könnte Adidas, Nike oder Puma Platz finden. „Wir stehen in Verhandlungen mit mehreren Anbietern“, so Haslinger. Der Umbau einer solch großen Fläche nach den Wünschen der Mieter brauche seine Zeit, mindestens sechs bis acht Monate. Vor Ende 2026 wird auf dieser großen Fläche keine Eröffnung sein.

Verkratzte Lackflächen und leere Stromdosen. Der Foodcourt ist wenig gemütlich, er gleicht einer funktionalen Kantine.
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Beim Rundgang über die Outletetage rückt auch der Food-Court in den Blick. Die Fläche ist als ergänzendes Angebot für die Besucher konzipiert und bietet Potenzial für eine weitereEntwicklung. Aktuell befindet sich der Food-Court in einer Phase der Neuausrichtung, in deren Rahmen einzelne Flächen noch nicht belegt sind. Ziel soll es sein, das gastronomische Angebot perspektivisch weiter zu schärfen und stärker an die Erwartungen der Besucher anzupassen.
An Regentagen und bei Sommerhitze gehen die Menschen gern ins Huma nach Sankt Augustin
Die unteren Etagen im Huma sind gut belegt. Die steigenden Besucherzahlen bestätigen, dass das Angebot stimmt. Auch Severin Hemmersbach, Leiter des Edeka, ist mit seinen Umsätzen zufrieden. „Ich habe im August vorigen Jahres eröffnet und bin nun knapp ein halbes Jahr hier“, sagt Hemmersbach. Viele Kollegen fragten ihn nach den Zahlen im Huma, weil dieses Konzept eines großen Lebensmittelmarktes von Edeka in einem Einkaufszentrum ungewöhnlich sei. Er wolle jedoch erst nach einem Jahr Bilanz ziehen.

Edeka Hemmersbach im Huma hat im August 2025 eröffnet.
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Als Einzelhändler sei für ihn immer klar gewesen, dass bei Regentagen weniger Umsatz im Laden ist, weil die Menschen dann lieber gemütlich zu Hause bleiben und nicht einkaufen gehen. Das sei im Huma jedoch nicht der Fall. „Auch bei strömendem Regen ist der Laden gut gefüllt“, schildert Hemmersbach. Das bestätigt Florian Wehrenpfennig, Inhaber der Rathausapotheke. Als langjähriger Mieter hat beobachtet: „Wenn es draußen im Sommer so richtig heiß ist, dann kommen die Menschen gerne ins angenehm klimatisierte Huma.“

