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Blindgängerfund an der A59
Fünf-Zentner-Bombe zwischen Köln und Troisdorf gesprengt – Autobahn wieder frei

3 min
In diesem Bereich nahe der A59 bei Troisdorf war die Bombe gefunden worden.

In diesem Bereich nahe der A59 bei Troisdorf war die Bombe gefunden worden.

Vorerst blieb die Autobahn gesperrt, weil die Fahrbahnen auf Schäden überprüft werden mussten.

Der Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg, der am Montagvormittag (26. Januar) an der Autobahn 59 zwischen  Köln und Troisdorf entdeckt wurde, ist erfolgreich entschärft worden. Es handelte sich um ein Kampfmittel mit Langzeitzünder, das im Umfeld der Baustelle bei Sondierungsarbeiten gefunden wurde, genau auf der Grenze zwischen Köln und dem Rhein-Sieg-Kreis.

In Fahrtrichtung Köln soll demnächst die Asphaltdecke der A59 saniert werden. Derzeit fräsen Arbeiter die alte Schicht weg und suchen gezielt nach Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg. Auf Höhe der Grenze zwischen Troisdorfer und Kölner Stadtgebiet, zwischen den Anschlussstellen Spich und Lind, fanden sie am Montag die Bombe in der Nähe der Fahrbahn.

Der Evakuierungsradius von 400 Metern.

Der Evakuierungsradius von 400 Metern betraf neben der A59 auch Teile von Troisdorf-Spich.

Die Polizei sperrte die Autobahn gegen 10.55 Uhr unmittelbar nach dem Fund in beide Richtungen. In der unmittelbaren Nähe leben zwar keine Menschen, jedoch befinden sich dort ein Asphaltmischwerk und das Amazon-Lager in Troisdorf-Spich.

Rund 100 Mitarbeitende des Versandhandels Amazon in Spich mussten die Gefahrenzone verlassen

Polizei und Ordnungsamt sperrten die Zufahrt am Zündorfer Weg, sodass niemand mehr hineinfahren konnte. Ein Bus brachte die Mitarbeitenden des Versandlagers fort. Nach Aussage von Oliver Kosmalla, Leiter des Troisdorfer Ordnungsamts, seien rund 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betroffen gewesen. „Wir hatten die glückliche Situation, dass wir nur eine Zufahrt sperren mussten. In dem Evakuierungsradius von 400 Metern lag noch ein Wanderweg, wo sich aber auch niemand aufhielt – in Wohngebieten ist das anders“, sagte er auf Anfrage.

Ein Bus brachte die rund 100  Mitarbeitenden des Amazon-Lagers aus der Gefahrenzone.

Ein Bus brachte die rund 100  Mitarbeitenden des Amazon-Lagers aus der Gefahrenzone.

„Allen Mitarbeitern geht es gut“, berichtete am Nachmittag Amazon-Sprecherin Kathrin Amthor. Und „die Pakete sind ganz normal auf dem Weg zu den Kunden“. Die Prozesse bei Amazon seien so angelegt, dass die Pakete in der Nacht eingingen und bereits am Morgen die Halle wieder verließen – vor der Evakuierung also. Verzögerungen könne es nun höchstens aufgrund der Verkehrsbehinderungen geben.

Auf der Frankfurter Strecke hatte sich in Richtung Troisdorf schnell ein langer Stau gebildet.

Auf der Frankfurter Strecke hatte sich in Richtung Troisdorf schnell ein langer Stau gebildet.

„Wir haben die Bevölkerung über die Warn-App Nina informiert und die Leute gebeten, den Bereich weiträumig zu umfahren“, sagte der Troisdorfer Ordnungsamtsleiter Oliver Kosmalla. Nichtsdestoweniger bildete sich auf der Frankfurter Straße (B8) hinter dem Kreisel in Richtung Troisdorf ein langer Stau. In Richtung Köln ist die Auffahrt Köln-Lind aufgrund der Bauarbeiten ohnehin gesperrt, in Wahn leitete die Polizei den Verkehr ab. Lkw und Autos fuhren im Schritttempo nach Spich hinein.

Um 15.17 Uhr wurde die Weltkriegsbombe erfolgreich gesprengt

Der Kampfmittelräumdienst ließ Sand zur Fundstelle bringen, um die Wirkung der Explosion abzufedern. Um 15.17 Uhr, so Kosmalla, sei die Sprengung erfolgt. „Den Zündorfer Weg konnten wir danach wieder freigeben, die Autobahn bleibt noch eine Weile gesperrt, um sie auf mögliche Schäden zu untersuchen und gegebenenfalls zu reparieren“, sagte er. Die Sperrungen im übrigen Evakuierungsgebiet wurden sukzessive wieder aufgehoben, ab 17.20 Uhr rollte auch auf der Autobahn der Verkehr wieder.