In Troisdorf beraten die Fraktionen noch einmal über den Doppelhaushalt 2026/27. Eine Entscheidung soll erst im Juni fallen.
Turbulente StadtratssitzungFähigkeit zum Kompromiss lebt in Troisdorf

Intensiv berieten die Ratsmitglieder - und sie werden bis Mitte Juni weiter verhandeln.
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Vielleicht ist das Wort „Sternstunde“ zu hoch gegriffen für das, was am Dienstagabend in der Stadthalle passierte. Bemerkenswert war die Sitzung des Stadtrats gleichwohl. Denn sie zeigte, dass bei aller Spaltung und Kontroverse die Fähigkeit zum Kompromiss nicht vollends verloren gegangen ist. Und dass die politische Vertretung der Troisdorferinnen und Troisdorfer durchaus in der Lage ist, ihre Rolle als Souverän wahrzunehmen.
Bis Mitte Juni ist Zeit, gemeinsam Lösungen zu finden
Auslöser dafür ist ausgerechnet die AfD-Fraktion im Rat der Stadt: Ihre Ankündigung, dem Haushalt wegen der Erhöhung der Grundsteuer nicht zuzustimmen, zwang die CDU zur Suche nach einer anderen Mehrheit. Darüber lasse sich reden, stellten Grüne und SPD klar, die allerdings ihrerseits über Inhalte des Haushalts noch einmal verhandeln wollen.
Bis zu einer Entscheidung am 16. Juni haben Kommunalpolitikerinnen und -politiker nun Zeit, das zarte Pflänzchen Kompromiss zu gießen und zu pflegen. Die Zeichen stehen gut, dass man dann eine Mehrheit für den Etat finden wird: Ohne Haushaltssicherungskonzept, das die Verwaltung drohend an die Wand gemalt hatte, unter Verzicht auf die eine oder andere schon beschlossene Kürzung zum Beispiel im Sozialen oder beim Klimaschutz. Vor allem aber ohne die Stimmen der Rechtspopulisten, die ihren Preis haben dürften.
