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FC-Sportchef Kessler bezieht Stellung„Haben kein ernsthaftes Angebot für Said El Mala vorliegen“

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Said El Mala Koeln 13 jubelt nach dem Tor zum 1:1 mit Kristoffer Lund Koeln 32 21.03.2026 Fussball  1. FC Koeln vs Borussia Moenchengladbach, Rheinenergiestadion, Koeln, DFB/DFL REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND/OR QUASI-VIDEO *** Said El Mala Koeln 13 celebrates after scoring the 1 1 goal with Kristoffer Lund Koeln 32 21 03 2026 Football  1 FC Koeln vs Borussia Moenchengladbach, Rheinenergiestadion, Koeln, DFB DFL REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND OR QUASI VIDEO Copyright: xpepphotox/xHorstxMauelshagenx pep00321, pep_20260321_hm_312369

Auf Tore von Said El Mala hoffen die Fans des 1. FC Köln auch im Saisonendspurt.

Es vergeht fast kein Tag ohne Spekulationen um die Zukunft von Said El Mala – FC-Sportchef Thomas Kessler äußert sich zu den zahlreichen Gerüchten.

Said El Mala hat am Mittwoch wieder trainiert – zumindest ein Stück weit. Am Nachmittag absolvierte der 19-Jährige am Geißbockheim eine individuelle Einheit in der Halle, nachdem er sich beim 2:2 des 1. FC Köln am Sonntag in Frankfurt kurz vor Schluss am rechten Sprunggelenk verletzt hatte. Eine strukturelle Verletzung wurde nicht festgestellt, doch für das Teamtraining reicht es bislang nicht. Sein Einsatz am Sonntag (15.30 Uhr) im wichtigen Kellerduell mit Werder Bremen bleibt offen. Beim 1. FC Köln ist man dennoch vorsichtig optimistisch. Denn im Saisonendspurt, der mit dem Heimspiel gegen Bremen beginnt und wenige Tage später zum zweiten Kellerduell nach St. Pauli führt, braucht der FC seinen wichtigsten Offensivspieler dringender denn je. Zehn Tore und vier Vorlagen unterstreichen seinen Wert – sportlich wie perspektivisch.

Parallel zum Abstiegskampf läuft im Hintergrund das Transferkarussell. Es gibt fast keinen Tag ohne Gerüchte und Spekulationen um Said El Mala, des voraussichtlich teuersten Transfers der Kölner Vereinsgeschichte. Vor allem aus der Premier League soll es anhaltendes Interesse geben. Wie berichtet, dabei besonders hartnäckig: Brighton & Hove Albion. Der Klub um Trainer Fabian Hürzeler soll sich bereits seit rund vier Wochen um einen Verhandlungstermin in Köln bemühen. Doch der FC blockt das Werben konsequent ab – auch mit dem klaren Hinweis, dass der volle Fokus derzeit auf dem Saisonendspurt liegt.

Zur Wahrheit gehört allerdings: Köln spekuliert im Falle eines Verkaufs auf eine deutlich höhere Ablösesumme, als Brighton sie bislang zu zahlen bereit ist. Rund 35 Millionen Euro plus Boni und eine Weiterverkaufsbeteiligung für den FC stehen im Raum – aus Kölner Sicht nicht ausreichend. Aus England ist zu hören, dass die Geduld der „Seagulls“ langsam schwindet – insbesondere die von Klubchef Tony Bloom, der nahezu immer das letzte Wort hat.

Schon im vergangenen Sommer war Bloom bei Lionel Souque, dem FC-Aufsichtsratsvorsitzenden und Chef des FC-Sponsors Rewe, abgeblitzt. Souque machte die Begegnung später mit launigen Worten öffentlich: „Ich habe ihm gesagt: Freut mich, dass wir reden, aber ich bin Obst- und Gemüse-Verkäufer, du bist anscheinend Pokerspieler – die Verhandlung zwischen uns wird nichts. Er fand das nicht so lustig.“

Uns liegt kein Angebot eines anderen Klubs vor, mit dem wir uns ernsthaft beschäftigen müssten. Auch von Spielerseite gab es bislang keinen Wunsch für Gespräche mit anderen Klubs.
Thomas Kessler, Sport-Geschäftsführer des 1. FC Köln, über Gerüchte um Said El Mala

Neben Brighton beobachten auch andere Klubs, die mehr zählen könnten, die Situation genau. Chelsea wird immer wieder genannt. Newcastle hatte laut „Bild“ ebenfalls angeklopft, soll jedoch bei der Familie des Spielers abgeblitzt sein. Die Tendenz der El Malas soll eher in Richtung Brighton gehen.

Im Zusammenhang mit möglichen Klubs von der Insel fällt nach Informationen dieser Zeitung auch der Name von Ali Barat mit seiner Agentur Epic Sports, der in der englischen Presse immer wieder als „Super-Berater“ bezeichnet wird, vor dem die Vereine zittern würden. Sein Mitwirken könnte auf einen anvisierten Wechsel von El Mala zu einem größeren, zahlungskräftigeren Klub aus der Premier League hindeuten. Der gebürtige Iraner, der viele Deals aus Dubai steuert, gilt als kontrovers, undurchsichtig. Aber auch als sehr einflussreich, schließlich verfügt er über beste Kontakte zu Klubs wie Chelsea und hat schon zahlreiche Transfers mit Topvereinen erfolgreich abgewickelt – zuletzt im vergangenen Sommer den von Nicolas Jackson von Chelsea zum FC Bayern oder auch die Wechsel von Hugo Ekitiké von Frankfurt nach Liverpool und von Xavi Simons von Leipzig zu Tottenham.

Kein FC-Mandat für „Star-Berater“ Ali Barat

Aktuell heißt es, Barat habe nicht nur der Familie von El Mala, die selbst die Beratung für Said und Bruder Malek (21) übernommen hat, seine Dienste angeboten, sondern könne auch im Auftrag des 1. FC Köln aktiv sein, um den Angreifer per Klub-Mandat auf dem englischen Markt zu platzieren – und später selbst auf allen Seiten zu kassieren. Nach Informationen dieser Zeitung hat der FC aber weder Barat noch einem anderen Berater ein solches Mandat erteilt. Eine Entscheidung, die in die Belange der Geschäftsführer fällt.

Thomas Kessler, der Sport-Geschäftsführer des FC, möchte sich dazu auf Anfrage nicht äußern, nimmt aber gegenüber dieser Zeitung zu den weiteren zahlreichen Gerüchten um El Mala Stellung und stellt klar: „Wir stehen in einem sehr verlässlichen und engen Austausch mit Said und seiner Familie. Stand jetzt liegt uns kein Angebot eines anderen Klubs vor, mit dem wir uns ernsthaft beschäftigen müssten. Auch von Spielerseite gab es bislang keinen Wunsch, Gespräche mit anderen Vereinen aufzunehmen. Das Heft des Handelns liegt beim 1. FC Köln – Said steht noch bis 2030 bei uns unter Vertrag.“

Said hat unmissverständlich klargemacht, dass sein voller Fokus derzeit auf seiner Entwicklung beim FC und der Saison liegt. Zu gegebener Zeit werden wir uns mit dem Thema befassen.
Thomas Kessler über El Mala

Auch beim Spieler selbst sieht der Geschäftsführer den Fokus klar gesetzt: „Wir begleiten Said seit Saisonbeginn sehr eng. Er hat unmissverständlich klargemacht, dass sein voller Fokus derzeit auf seiner Entwicklung beim FC und dem Saisonendspurt liegt. Er verfolgt klare Ziele mit dem Klub. Dabei hat er auch die volle Rückendeckung und Unterstützung seiner Familie.“ Spekulationen über eine mögliche Schmerzgrenze weist Kessler zurück: „Nein, die haben wir nicht definiert.“ Zum Zeitplan in der Causa El Mala bleibt der FC bewusst vage: „Einen konkreten Zeitpunkt oder Korridor gibt es nicht. Klar ist natürlich auch: Zu gegebener Zeit werden wir uns mit dem Thema befassen.“

Im Hier und Jetzt zählt ohnehin der Abstiegskampf – und da lieferte El Mala in Frankfurt laut Kessler ab: „Said hat ein starkes Spiel gemacht. Er war extrem engagiert, hat viele gefährliche Aktionen initiiert und sich voll eingebracht. Durch René Wagner wurde er etwas entlastet, musste nicht permanent die Drecksarbeit übernehmen – war aber trotzdem enorm fleißig. Besonders herausragend war der perfekt getimte Pass auf Jakub Kaminski.“ Der Punkt könnte sich noch als wertvoll erweisen, die Leistung gebe dem FC Zuversicht, dass gegen Bremen ein enorm wichtiger Schritt zum Klassenerhalt gelinge. Ob El Mala dabei helfen kann, entscheidet sich kurzfristig. Klar ist bereits: Um ihn dreht sich beim FC sehr viel– auf und neben dem Platz.