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FC vor LeipzigKwasniok hofft auf eine Kölner Heimserie

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Lukas Kwasniok während der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Spiel gegen RB Leipzig am Freitag im Geißbockheim

Lukas Kwasniok während der Pressekonferenz vor dem Bundesliga-Spiel gegen RB Leipzig am Freitag im Geißbockheim 

Vor dem Spiel gegen RB Leipzig muss Lukas Kwasniok erneut auf wichtige Spieler verzichten – Verteidiger Joel Schmied kehrt in den Kader zurück

Gute und schlechte Nachrichten haben sich beim 1. FC Köln zuletzt in schneller Folge abgewechselt. Zunächst kehrte Joel Schmied ins Training zurück, der Schweizer hatte im November gegen Eintracht Frankfurt eine Muskelverletzung mit Sehnenbeteiligung erlitten und anschließend neun Partien verpasst. Dass der Innenverteidiger vor der Partie gegen RB Leipzig am Sonntag (15.30 Uhr, Rhein-Energie-Stadion) in den Kölner Kader zurückkehren könnte, entspannt die Lage in der Abwehr.

Allerdings war Trainer Lukas Kwasniok in dieser Woche bereits mit den nächsten Verletzungen konfrontiert. Linton Maina fällt mit einem gegen Wolfsburg (1:0) erlittenen Rippenbruch vorerst aus. Alessio Castro-Montes zog sich im selben Spiel eine Muskelverletzung zu, auch der Belgier wird zunächst fehlen. Beide Profis waren zuletzt in bemerkenswerter Form, gegen Leipzigs Tempofußballer wäre besonders der sprintstarke Maina ein Faktor gewesen. Doch Kwasniok will nicht klagen. „Wir haben bisher immer mit elf Spielern begonnen und werden das auch in Zukunft hinbekommen“, sagte er am Freitagmittag.

Er vertraue seinem Kader. „Es ist schade: Sie waren gut drauf, aber jetzt haben andere die Möglichkeit, sich in den Fokus zu spielen. Darauf freue ich mich, vielleicht explodiert ja am kommenden Spieltag schon der nächste.“

Dass es nach Schmied, Heintz und Jahmai Simpson-Pusey den nächsten Kölner Spieler mit einer Muskelproblematik erwischt, sieht Kwasniok nicht als Folge einer verfehlten Trainingssteuerung. Eher liege es an den Belastungen der englischen Woche zum Jahresauftakt – und an den diagnostischen Möglichkeiten. „Vor Jahren hätte man weitergespielt, bis der Muskel durch war“, beschrieb er. Heute werde ein Profifußballer im MRT untersucht, sobald er etwas spüre. Dann könne man einen Spieler aus dem Betrieb nehmen und damit schwerere Verletzungen verhindern.

Wir haben ihn nicht ins MRT geschickt, darum haben wir auch nichts gefunden
FC-Trainer Lukas Kwasniok über Stürmer Marius Bülter

Sowohl Simpson-Pusey als auch Castro-Montes hatten durchgespielt, bevor ihre Verletzungen aufgefallen waren. Die ungewohnt hohen Spielzeiten seien womöglich nicht förderlich gewesen, aber „das lässt sich nicht verhindern, besonders wenn die Spieler performen. Dann geht man ein gewisses Risiko ein.“

Über die Dauer der Ausfallzeiten wollte der Trainer keine Prognosen abgeben, auch bei Maina nicht. „Es wird auch davon abhängen, wie Linton mit dem Schmerz umgehen kann. Der eine braucht drei Wochen, der andere fünf. Aber er ist ein harter Hund.“

Marius Bülter konnte am Freitag wieder trainieren. Bei einem Zweikampf mit Denis Huseinbasic hatte sich der Stürmer am Mittwoch das Knie vertreten und am Donnerstag pausiert. Doch die Sache erwies sich als weniger dramatisch. „Wir haben ihn nicht ins MRT geschickt, darum haben wir auch nichts gefunden“, kommentierte Kwasniok heiter. Schmied sei „eine Kaderoption, er macht einen sehr stabilen, guten Eindruck“, sagte Kwasniok. Allerdings habe er in der Abwehrkette mit Sebastian Sebulonsen einen unerwartet großartigen Innenverteidiger, der gegen Leipzig nicht auf die Position als Rechtsverteidiger zurückkehren wird. „Joel gegen die extrem schnellen Jungs von Leipzig direkt auflaufen zu lassen, wäre fahrlässig. Daher wird Sebastian im Zentrum agieren, weil er es gut gemacht hat und wir eine andere Lösung anvisieren“, deutete Kwasniok an.

Chávez hinterlässt Eindruck

Auch Felipe Chávez wird in den Kader zurückkehren, aber ebenfalls noch nicht beginnen. Einerseits sieht Kwasniok keine Notwendigkeit, im Mittelfeld Veränderungen vorzunehmen, schließlich zeigten Eric Martel und Tom Krauß gegen das spielstarke Wolfsburger Zentrum eine bemerkenswerte Leistung. Außerdem sei eine Partie gegen Leipzig nicht gemacht für den 18-jährigen Deutsch-Peruaner, den die Kölner vom FC Bayern ausgeliehen haben. „Das Feld wird sehr groß und der Weg zum gegnerischen Tor weit werden. Wir gehen nicht davon aus, dass wir von unserer Seite ein balldominantes Spiel sehen werden. Darum würde ich dem Spieler keinen Gefallen tun.“

Grundsätzlich hat Chávez das Interesse seines Trainers geweckt. „Dass er einen guten linken Fuß hat, sieht auch ein Blinder mit einem Auge. Was ihn von vielen guten Fußballern unterscheidet, ist seine Aktivität und sein schlaues Verhalten, um den Ball zu bekommen. Er spielt dann den Pass und ist weiterhin aktiv. Spielschläue gepaart mit dauerhafter Aktivität, so kann er trotz körperlicher Nachteile auch robusten Spielern gegenüber Akzente setzen. Das haben wir im Training schon gesehen“, sagte Kwasniok, der Chávez im Zentrum auf mehreren Positionen sieht: „Ich sage mal: Zwischen einer offensiven Sechs und einer defensiven Zehn ist er überall zu Hause.“

FC-Zugang Felipe Chavez hat Lukas Kwasniok überzeugt, ist aber noch kein Mann für die Startelf gegen Leipzig.

FC-Zugang Felipe Chavez hat Lukas Kwasniok überzeugt, ist aber noch kein Mann für die Startelf gegen Leipzig.

Gegen Leipzig soll nun der dritte Heimsieg in Serie gelingen. Die Kölner wissen, was sie zu erwarten haben. „Sie spielen immer gleich: vorwärts, vorwärts, vorwärts. Das ist ihre Identität. Sie haben ein unglaubliches Tempo, werden uns attackieren und hoch anlaufen. Das haben sie gegen die Bayern auch gemacht und sie in der ersten Halbzeit komplett an die Wand genagelt“, beschreibt Kwasniok, der an die Kölner Chance glaubt: „Wenn eine Mannschaft so aktiv agiert, musst du schwere Phasen überstehen, hast aber auch in Umschaltaktionen Momente, die man nutzen kann. Wir waren auch im Hinspiel nicht chancenlos. Jetzt wollen wir vor eigenem Publikum zeigen, dass wir uns entwickelt haben. Denn was gibt es Schöneres als einen Heimsieg?“ Womöglich: drei Heimsiege.

1. FC Köln: Schwäbe - Sebulonsen, van den Berg, Özkacar - Thielmann, Krauß, Martel, Lund - Kaminski, El Mala - Ache; Leipzig: Gulacsi - Baku, Orban, Bitshiabu, Raum - Seiwald - Schlager, Baumgartner - Diomande, Romulo, Nusa.