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Fußballerische GrundtugendenHjulmand schärft Bayers Sinne vor Duell mit Gladbach

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Deutschland: DFB-Pokal 2025/26 Bayer 04 Leverkusen vs. FC St. Pauli Viertelfinale Dienstag, 03.02.2026 BayArena Nordrhein-Westfalen, Deutschland Kasper Hjulmand Cheftrainer *** Germany DFB Pokal 2025 26 Bayer 04 Leverkusen vs FC St Pauli Quarter-final Tuesday, 03 02 2026 BayArena Nordrhein Westfalen, Germany Kasper Hjulmand Head Coach Copyright: xCelinaxLeiersx

Leverkusens Coach Kasper Hjulmand beim Pokalspiel gegen den FC St. Pauli.

Leverkusens Trainer Hjulmand betont die Bedeutung der Mentalität vor dem Rückspiel gegen Gladbach. Ibrahim Maza fehlt verletzungsbedingt.

Wenn es bei Bayer 04 intern um in dieser Saison unnötig verschenkte Punkte geht, fällt vor allem ein Name: Borussia Mönchengladbach. Ende September dominierte Leverkusen die Gladbacher in der BayArena, verpasste jedoch, die Führung auszubauen. In der zweiten Minute der Nachspielzeit köpfte Haris Tabakovic schließlich den 1:1-Ausgleich. „Wir wissen also, was uns erwartet und natürlich auch, dass Tabakovic ein guter Stürmer ist, er hat zehn Tore geschossen“, sagt Kasper Hjulmand vor dem Rückspiel im Borussia Park am Samstagabend (18.30 Uhr, Sky).

Für den Leverkusener Trainer war das 1:1 die dritte Partie als Bayer-Coach. Für sein Gegenüber Eugen Polanski war es die erste als Nachfolger von Gerardo Seoane. Beide Teams haben sich seither entwickelt, hatten gute Phasen, in den vergangenen Wochen aber unterschiedlich Probleme. „Sie haben dieses Jahr sehr gut angefangen mit einem 4:0 gegen Augsburg“, sagt Hjulmand. „Dann kamen schwierige Spiele gegen Hoffenheim und Stuttgart.“ Wie schwierig, weiß Hjulmand nur zu gut. Seine Mannschaft verlor 2026 ebenfalls gegen beide Teams. „Gladbach ist im Umschaltspiel sehr gut. Wir wissen, was sie können, aber für mich ist wichtiger, dass wir unser Spiel, unsere Philosophie, unsere Art und Weise von Fußball auf den Platz bringen.“

Trotz vier Siegen in Serie haperte es daran zuletzt. Bayer überzeugte in den vergangenen Wochen nie über die vollen 90 Minuten. Fehlte es meist erst nach der Halbzeitpause an Überzeugung, knirschte es im Pokal-Viertelfinale gegen den FC St. Pauli am Dienstag beim sich zu deutlich anhörenden 3:0 vor allem im ersten Durchgang. Fehlende Intensität warf Hjulmand seinem Team vor. Vor dem Gladbach-Spiel erklärte er sich ausführlicher. „Wir sind sehr fokussiert auf unsere Struktur und unsere Positionswechsel. Das ist sehr wichtig für mich als Trainer. Und es ist mein Job, meine Mannschaft auf verschiedene Teams mit verschiedenen Strukturen vorzubereiten“, sagte der Trainer. „Danach kommen die Spieler, um mit Konzentration und der richtigen Mentalität immer wieder in jedem Moment zu spielen.“

Fehlende Konzentration und Disziplin

Gegen St. Pauli fehlten Konzentration und Defensivdisziplin. Das gab auch Kapitän Robert Andrich nach dem Spiel zu. „Es gibt auch Momente und Spiele, wo es so wichtig ist mit den grundsätzlichen Zweikämpfen, Sprints, Intensität und Mentalität. Das ist auch Fußball“, betont Hjulmand und gibt seiner Mannschaft damit die Richtung für den Samstagabend vor.

Ein Spieler, der in dieser Saison das Spielerische mit dem Kämpferischen vorbildlich vereint, ist Ibrahim Maza. Anfang der Woche gingen die Verantwortlichen und die medizinische Abteilung davon aus, dass er nach der verletzungsbedingten Pause gegen Frankfurt und St. Pauli gegen Gladbach wieder dabei sein kann. Seine Knieprobleme lassen das nicht zu. „Ibo ist leider nicht dabei“, sagt Hjulmand. „Es war zu eng. Wir haben danach eine Woche ohne Spiel. Wir hoffen auf das nächste Spiel.“

Tim Oermann wird hingegen schon am Samstag im Kader stehen. Der Innenverteidiger, den Leverkusen vorzeitig von seiner Leihe zu Sturm Graz zurückgeholt hat, stieg Mitte der Woche ins Training ein und wird im Borussia Park zunächst auf der Bank sitzen. „Ich finde gut, was ich bisher von ihm gesehen habe“, sagt Bayers Trainer. „Er ist ein junger Spieler mit guter physischer Präsenz, er ist schnell. Ich muss ihn aber noch mehr kennenlernen, dann sehen wir, wie es weitergeht in den nächsten Wochen.“

Möglichkeiten zur Rotation wird es jedenfalls genug geben. Nach einer der wenigen kompletten Trainingswochen folgen wieder Englische Wochen. Sollte Leverkusen die Playoffs in der Champions League gegen Olympiakos Piräus überstehen, warten elf Spiele in fünf Wochen. Hjulmand: „Die nächste Woche ist gut, um das Team auf diese Phase vorzubereiten. Aber jetzt dreht sich in meinem Kopf erstmal alles um Gladbach.“ Mit einem Sieg würde Leverkusen erst einmal Leipzig überholen und auf Platz fünf springen. Damit das auch so bleibt, wäre Bayer auf Schützenhilfe vom Kölner Rivalen angewiesen, der am Sonntag auf Leipzig trifft.

Gladbach: Nicolas – Sander, Elvedi, Diks – Scally, Engelhardt, Ullrich – Reitz, Neuhaus – Honorat, Tabakovic; Leverkusen: Blaswich – Quansah, Andrich, Tapsoba – Vázquez, Fernández, García, Grimaldo – Tillman, Terrier – Schick; Schiedsrichter: Dingert (Lebecksmühle).