Der 1. FC Köln gibt sich in der so wichtigen Personalie Said El Mala noch entspannt. Der Transfermarkt in England kommt traditionell erst spät in Schwung
Nach Brightons RückzugDas Kölner Warten auf das große Angebot für El Mala

Großer Aufwand, kein Ertrag: FC-Jungstar Said El Mala hatte im Derby gegen Leverkusen viele Chancen, hier kommt er an Bayer-Torwart Janis Blaswich nicht vorbei.
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Die unglückliche Derby-Niederlage gegen Bayer 04 Leverkusen (1:2) war abgehakt, da war am trainingsfreien Montag der Rückzieher von Premier-League-Klub Brighton & Hove Albion im Werben um Jungstar Said El Mala das große Gesprächsthema beim 1. FC Köln. Schließlich handelt es sich bei El Mala nicht um irgendeine Personalie, sondern um eine für den ganzen Verein richtungsweisende Zukunfts-Entscheidung.
Wie von dieser Zeitung berichtet, ist mit Brighton um den deutschen Trainer Fabian Hürzeler der aktuell größte Interessent an El Mala nach wochenlangem Werben abgesprungen. Hintergrund soll die Ablöseforderung des FC sein, dem eine andere Summe für das 19-jährige Ausnahmetalent vorschwebt. Der Tabellensechste aus Südengland soll rund 35 Mio. Euro inklusive Boni und Weiterverkaufsbeteiligung von 15 Prozent geboten haben. Aktuell, so war zu erfahren, haben die Kölner das Preisschild bei El Mala auf eine Summe zwischen 45 und 50 Millionen Euro festgelegt.
Doch schon in wenigen Wochen könnte es wiederum um andere Summen gehen. Erst recht nach der Verletzung von Bayern-Star Serge Gnabry erscheint möglich, dass der junge Kölner doch noch auf den WM-Zug aufspringt. Und beim Turnier wäre El Mala vor allem als Joker mit seinen bekannten fußballerischen „Waffen“ einiges zuzutrauen.
Transfermarkt in der Premier League kommt traditionell spät in Schwung
Der lukrativste Markt – jener aus der finanzkräftigen Premier League – nimmt zudem traditionell erst sehr spät Schwung auf. Das Sommer-Transferfenster in England schließt am 31. August, in der Vergangenheit kam es wiederholt vor, dass die größten Deals erst ganz am Ende abgeschlossen wurden. Das scheint auch bei einem begehrten Spieler wie El Mala möglich. Angeblich sollen auch Chelsea, Newcastle und Tottenham ihr Interesse bekundet haben, doch dem FC liegt bis dato kein weiteres konkretes Angebot von der Insel vor. Auch wenn derzeit kein Klub Interesse zeigt, deutlich über 40 Millionen Euro alleine an Ablöse für den Kölner zu investieren, so könnte sich das also ändern. Selbst Brighton könnte noch einmal einen neuerlichen Anlauf starten. Das Heft des Handelns liegt ohnehin beim FC, bei dem das Top-Talent noch bis 2030 unter Vertrag steht – ohne Ausstiegsklausel wohlgemerkt.
Wie berichtet, gab es am vergangenen Donnerstag ein längeres Gespräch zwischen der Kölner Vereinsführung sowie dem Spieler und seiner Familie, die ihn mittlerweile vertritt. Dabei dürfte es auch um Brightons Rückzieher gegangen sein. Die Gesprächsatmosphäre soll gut und konstruktiv gewesen sein. Den FC-Verantwortlichen imponiert, dass El Mala trotz des großen Wirbels um ihn seine Leistungen abruft. Gegen Leverkusen war der Stürmer, der mehrere Chancen vergab, zwar zur tragischen Figur geworden, doch es gab keinen anderen Spieler auf dem Platz, der an diesem Tag mehr Einsatz und Elan zeigte und Torgefahr ausstrahlte.
Was die Zukunft von El Mala angeht, geben sich die Kölner Verantwortlichen noch entspannt. Und verwies darauf, dass sich an den jüngsten Aussagen von Sport-Geschäftsführer Thomas Kessler gegenüber dieser Zeitung nichts geändert habe. „Stand jetzt liegt uns kein Angebot eines anderen Klubs vor, mit dem wir uns ernsthaft beschäftigen müssten. Auch von Spielerseite gab es bislang keinen Wunsch, Gespräche mit anderen Vereinen aufzunehmen. Das Heft des Handelns liegt beim 1. FC Köln – Said steht noch bis 2030 bei uns unter Vertrag“, hatte Kessler gesagt und verwies dabei auf einen „sehr verlässlichen und engen Austausch“ mit dem Spieler und dessen Familie.
Aus dem Umfeld der Familie war zu erfahren, dass Mutter Sabrina El Mala es mittlerweile präferieren soll, dass Said und sein Bruder Malek (21, spielt derzeit für die U21 des FC) noch nicht ins Ausland wechseln. Interesse aus der Bundesliga gibt es, das von RB Leipzig und Borussia Dortmund scheint am konkretesten zu sein. Leipzig soll eine Ablöse von rund 28 Millionen Euro bieten, der BVB, bei dem Said El Malas Kumpel Nico Schlotterbeck spielt, würde wohl weniger offerieren. Das sind bei weitem nicht die Summen, bei denen die Kölner ins Grübeln geraten würden. Bleiben bessere Angebote für El Mala indes aus, scheint auch ein Verbleib in Köln für ein weiteres Jahr mittlerweile möglich – auch das wird gerade intern besprochen.
Dass El Mala den FC vor Vertragsende verlassen wird, gilt indes als ausgemacht. Offen ist aber das Timing: Ein Wechsel im kommenden Sommer ist weiterhin ebenso denkbar wie ein Transfer im Jahr 2027. Beim FC käme der Stürmer zwar nicht auf das Gehalt, das ihm Brighton geboten hatte – doch sein Salär würde bei einem Verbleib in der kommenden Saison auf rund 1,75 Millionen Euro steigen.
