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Premiere für VorstandKwasniok erscheint als Mönch bei der traditionellen FC-Sitzung

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1. FC Köln, Karnevalssitzung, 10.02.2026,  (1. FC Köln), Bild: Herbert Bucco

FC-Trainer Lukas Kwasniok – unschwer zu erkennen – als Mönch

Die FC-Familie trifft sich zur Karnevalssitzung. Der neue Vorstand feiert Premiere. Bereits am Donnerstag reist das Team nach Stuttgart.

Der 1. FC Köln zwischen dem Kampf um den Klassenerhalt und dem Karneval: Am Dienstagabend kam im Saal des Maritim-Hotels die FC-Familie zur traditionellen FC-Sitzung zusammen. Für den neuen Vorstand um Präsident Ulf Stobbe, der seit Ende September im Amt ist, war es eine Premiere. Gemeinsam mit seinen Vizepräsidenten Jörg Alvermann und Ulf Sobek erlebte Stobbe erstmals auch in offizieller Funktion, was den 1. FC Köln jenseits von Tabellenplätzen und Trainingsplänen seit jeher ausmacht: Karneval als Teil der Vereinsidentität.

Stobbe nutzte seinen Auftritt auf der Bühne zu einer kurzen Begrüßungsrede, in der er die Bedeutung des Zusammenhalts betonte – gerade in sportlich anspruchsvollen Zeiten. Denn während im Saal geschunkelt wurde, steht der FC wenige Tage vor einem der vermeintlich schwierigsten Auswärtsspiele der Rückrunde. Am Karnevalssamstag (18.30 Uhr) gastieren die Kölner beim Bundesliga-Fünften VfB Stuttgart, mitten im Kampf um den Klassenerhalt. Zwar bot der FC bei der unglücklichen 1:2-Niederlage am Sonntag gegen RB Leipzig eine gute Leistung, doch der Vorsprung auf den Tabellenkeller ist geschmolzen. Vier Punkte sind es noch auf den SV Werder Bremen auf Relegationsplatz 16, sechs auf den FC St. Pauli und den ersten Abstiegsrang.

1. FC Köln, Karnevalssitzung, 10.02.2026,  (1. FC Köln), Bild: Herbert Bucco

FC-Vorstand und -Geschäftsführung (v.l.): Thomas Kessler, Jörn Stobbe, Philipp Türoff, Ulf Sobek, Jörg Alvermann, Philipp Liesenfeld

Bereits ab 18 Uhr trafen Vorstand, Geschäftsführung, die beiden FC-Profiteams sowie zahlreiche Ehrengäste auf dem roten Teppich ein. Die Sitzung selbst schlug später den bekannten musikalischen Bogen durch den Kölner Karneval: Die Paveier, Cat Ballou, Klüngelköpp, Höhner und Kasalla sorgten für Stimmung und vertraute Töne.

Die Gästeliste spiegelte die Vernetzung des FC in Stadt und Fußball wider. Aus Politik, Stadtgesellschaft und Sport hatten sich unter anderem DFB-Geschäftsführer Andreas Rettig, Philipp Walter (Geschäftsführer der Kölner Haie), Sebastian Kehl (Sportdirektor Borussia Dortmund) und Michael Ströll (Geschäftsführer FC Augsburg) ebenso angesagt wie ehemalige Nationalspieler wie Roman Weidenfeller oder die Olympiasieger Timo Wess (Hockey) und Jonas Reckermann (Beachvolleyball) . Und natürlich waren auch ehemalige FC-Profis, -Trainer und -Funktionäre anwesend: Friedhelm Funkel, Jonas Hector, Dieter Müller, Matthias Scherz, Anthony Woodcock, Herbert Zimmermann, Heinz Hornig oder Matthias Hönerbach – sie alle gehören zum festen Inventar der FC-Geschichte.

1. FC Köln, Karnevalssitzung, 10.02.2026,  (1. FC Köln), Bild: Herbert Bucco

FC-Profis mit ihren Partnerinnen auf der Karnevalssitzung (v.l.): Jan Thielmann mit Aleyna, Denis Huseinbasic mit Taisa, Eric Martel mit Caro, die beide jüngst geheiratet haben.

Klar abgemacht war indes nach einigen Vorkommnissen in der jüngeren Vergangenheit eine Karnevals-Knigge für die kommenden Tage: Alles soll der Vorbereitung auf den sportlichen Ernstfall untergeordnet werden. So war verabredet, dass Mannschaft und Trainerteam die Sitzung gegen 23 Uhr verlassen.

Wie berichtet, geht der FC in diesem Jahr dabei bewusst neue Wege. Anders als in der Vergangenheit reist die Mannschaft nicht erst am Freitag zum Auswärtsspiel nach Stuttgart, sondern bereits am Donnerstagnachmittag – direkt nach der Pressekonferenz und der anschließenden Trainingseinheit am Geißbockheim. Die Entscheidung auf Betreiben von Sportgeschäftsführer Thomas Kessler ist kein Zufall, sondern eine Konsequenz aus den Erfahrungen der Vorsaison.

Ziel sei es, den Fokus vollständig auf das Spiel beim VfB zu richten und Ablenkungen zu vermeiden – insbesondere an Weiberfastnacht, wenn in der Stadt der Straßenkarneval seinen ersten Höhepunkt erreicht. Der Weg nach Stuttgart führt die Mannschaft zunächst nach Frankfurt. Dort wird Coach Lukas Kwasniok am Freitag eine weitere Trainingseinheit auf dem DFB-Campus leiten, ehe es am Samstag weiter in die MHP-Arena geht. Die professionellere Vorbereitung soll verhindern, dass sich die Ereignisse aus dem vergangenen Jahr wiederholen, als Karnevalsausflüge, Krankmeldungen und Verletzungen sportliche Spuren hinterließen.

Ganz verzichten will und wird der 1. FC Köln nicht auf den Karneval, der zur DNA des Vereins zählt. Der Verein fährt seit jeher auf dem Rosenmontagszug im eigenen Wagen mit, mit dabei beim Zug sind in diesem Jahr unter anderem Kwasniok, Ausnahmetalent Said El Mala und Stürmer Ragnar Ache. Kessler selbst fährt erstmals auf dem Rosenmontagswagen der Roten Funken mit. Gemein haben alle, dass sie in diesem Jahr die richtige Balance zwischen dem sportlichen Ernst und dem jecken Treiben wahren wollen – um das sportliche Saisonziel nicht noch unnötig zusätzlich zu gefährden. (LW)