Die U19 des 1. FC Köln verliert im Sechzehntelfinale der Youth League ganz spät gegen Inter Mailand mit 1:3. Ärger über provokanten Jubel der Italiener.
Rekordkulisse von 50.000FC-Nachwuchs scheidet nach tollem Kampf dramatisch gegen Inter aus

Niedergeschlagen, aber gefeiert: die U19-Spieler des 1. FC Köln nach dem 1:3 gegen Inter Mailand
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Ein bitteres Ende vor historischer Kulisse: Die U19 des 1. FC Köln ist im Sechzehntelfinale der Uefa Youth League nach einer dramatischen Nachspielzeit gegen Inter Mailand ausgeschieden. Vor der Rekordkulisse von rund 50.000 Zuschauern im Rhein-Energie-Stadion unterlag die Mannschaft von Trainer Stefan Ruthenbeck trotz großer Moral den Italienern mit 1:3 (0:0).
Dennoch: Dieses Spiel war ein Fest für den Jugendfußball und allerbeste Werbung. Mit Applaus raus: Die Kölner Fans feierten nach dem Abpfiff die niedergeschlagenen, von ihren Emotionen übermannten FC-Spieler aus gutem Grund.
Denn lange hatte es so ausgesehen, als könnten sich die Kölner für einen leidenschaftlichen Auftritt gegen ein ausgebufftes und starkes Inter belohnen. Nach der Führung der Gäste durch Leonardo Bovio in der 50. Minute stemmte sich der FC mit großem Einsatz gegen das Aus. Der Lohn folgte zehn Minuten vor dem regulären Ende: Fynn Schenten, der bereits Bundesliga-Erfahrung gesammelt hat, traf in der 80. Minute zum umjubelten 1:1-Ausgleich für den Deutschen Meister. Sportlich hatte jedoch Inter das letzte Wort.
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1. FC Köln: Nach Flitzer-Aktion kassiert der FC noch zwei Gegentore
In der Nachspielzeit überschlugen sich die Ereignisse. Zunächst sorgte ein Flitzer für eine kurze Unterbrechung, als ein junger Mann mehrere Ordner umspielte und schließlich Trainer Ruthenbeck auf dem Rasen beinahe umarmte. Nach dem Abpfiff schimpfte Stadionsprecher Michael Trippel über das Mikrofon: „Hier nochmal ein herzliches Dankeschön an den Flitzer.“
In der 90.+7 Minute brachte dann eine Flanke Chaos in den Kölner Strafraum. Der Ball landete bei Dilan Zarate, der aus kurzer Distanz zum 2:1 für die Mailänder traf. Nur zwei Minuten später folgte die endgültige Entscheidung: Nach einer Kölner Ecke – Torhüter Marutzki war mit aufgerückt – konterte Inter. Roberts Kukulis schob den Ball ins verwaiste Tor und stellte auf 3:1 (90.+9).
Unmittelbar danach pfiff der Schiedsrichter ab. Während die Inter-Spieler ausgelassen jubelten und bereits zuvor provokant vor der Südkurve gefeiert hatten, sanken viele Kölner Nachwuchsspieler enttäuscht zu Boden, einige von ihnen in Tränen aufgelöst.

Szenen vor vollen Rängen: Sagenhafte 50.000 Zuschauer waren beim Duell zwischen dem FC und Inter. Es war Werbung für den Nachwuchsfußball.
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Und auch der erfahrene Ruthenbeck hatte zu kämpfen: „So nah dran, man“, hörte man den Trainer vor der Kabine rufen. Kurz darauf hatte sich der Coach wieder gefangen und erklärte: „Das ist total bitter. Die Jungs waren da gerade am Heulen. So schlimm und hart kann der Fußball sein. Ich glaube aber, unter dem Strich haben wir hier einem großen Klub mehr als nur Paroli geboten. Wir hatten sie nah dran am Elfmeterschießen. Da wäre ich gespannt gewesen. Mit unserem Torhüter Mikolaj Marutzki hätten wir einen gehabt, der Elfmeter halten kann. Es ist ein bisschen schade, dass unsere Reise durch Europa so bitter zu Ende geht.“
Ruthenbeck gratuliert und kritisiert Inter für provokanten Jubel
Ruthenbeck gratulierte fair den Mailändern zum Sieg, lobte deren technische Qualität: „Die war super.“ Aber bereits die jungen Italiener stellten sich zudem nicht nur äußerst clever in den Zweikämpfen an, sondern verstanden es bereits auch, zwischendurch geschickt auf Zeit zu spielen und viel zu lamentieren. Zudem provozierten die Inter-Spieler mit ihrem provokanten Torjubel vor der Südtribüne.
Zu ihrer Ehrenrettung: Es sind eben auch 18-Jährige, die ein derartiges Ambiente noch nicht gewohnt sind. Ruthenbeck fand aber deutliche Worte für diese Provokation: „Ich hätte es meinen Jungs verboten, wenn wir in Mailand gespielt hätten. Das gehört sich einfach nicht, das ist nicht in Ordnung. Wir sollten das Fairplay alle leben. Vorher halten die Jungs gemeinsam noch eine Plane hoch und dann machen die Mailänder so eine Show. Das geht mir auf den Sack, das gehört sich nicht. Da sind sie nicht gut erzogen. In der Fankurve des Gegners hast du nichts verloren, das lernst du ganz früh. Sind wir mal froh, dass nichts passiert ist.“
1. FC Köln: Marutzki – Fürst, Stapelmann, Kotya-Fofana (77. Karadeniz), Friemel – Harchaoui, Irmiev (69. Römers), Ley (61. Völp) – Ponente-Ramirez (61. Puzzo), Niang (61. Afri Akumu), Schenten.- Tore: 0:1 Bovio (49.), 1:1 Schenten (80.), 1:2 Zarate (90.+7), 1:3 Kukulis (90.+9).- Zuschauer: 50.000.


