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Zwischen Derby und möglichem TransferDie Hintergründe zum Millionen-Poker um FC-Juwel El Mala

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1. Bundesliga: Hamburger SV vs. 1. FC Köln, 14.03.2026 Der 1. FC Köln steht vor der Kurve enttäuscht, hier Said El Mala 1. FC Köln, 13 Fußball, 1. Bundesliga, 26. Spieltag: Hamburger SV vs. 1. FC Köln am 14.03.2026 im Volksparkstadion, Hamburg DFL REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND/OR QUASI-VIDEO. *** 1 Bundesliga Hamburger SV vs 1 FC Köln, 14 03 2026 1 FC Köln stands in front of the curve disappointed, here Said El Mala 1 FC Köln, 13 Football, 1 Bundesliga, Matchday 26 Hamburger SV vs 1 FC Köln on 14 03 2026 at Volksparkstadion, Hamburg DFL REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS AS IMAGE SEQUENCES AND OR QUASI VIDEO Copyright: xBEAUTIFULxSPORTS/Tonhäuserx

Ausnahmetalent Said El Mala nach dem 1:1 des 1. FC Köln am vergangenen Spieltag beim Hamburger SV

Said El Mala steht mit dem FC vor einem ganz wichtigen Spiel gegen Gladbach und im Sommer wohl vor einem Transfer nach England. Keine Berufung in A-Nationalmannschaft.

Kein Tempo-Dribbling, kein fulminanter Abschluss – und vor allem kein Training vor dem wichtigen Derby am Samstag (15.30 Uhr) gegen Borussia Mönchengladbach. Said El Mala, der mit neun Treffern erfolgreichste Torschütze des 1. FC Köln, meldete sich am Mittwoch krankheitsbedingt vom Training ab. Da auch der angeschlagene Jakub Kaminski, der in der Einheit tags zuvor einen Tritt auf den Fuß bekommen hatte, fehlten die beiden besten Torschützen des Aufsteigers. Doch wie zu erfahren war, soll es nicht schlimm um das Offensiv-Duo stehen. Beim 1. FC Köln geht man davon aus, dass beide am Donnerstag wieder ins Training zurückkehren.

Am Tag also, an dem Bundestrainer Julian Nagelsmann sein Aufgebot für die Testländerspiele gegen die Schweiz in Basel (27. März) und gegen Ghana in Stuttgart (30. März) bekanntgibt. Zuletzt hatte Nagelsmann in seinem vielbeachteten Interview moniert, dass El Mala beim FC zu selten spiele – und dafür in erster Linie den Spieler, nicht Trainer Lukas Kwasniok, verantwortlich gemacht. Beim DFB wurde registriert, dass der 19-Jährige die Kritik offenbar ernst genommen und an sich gearbeitet hat: In den vergangenen vier Spielen stand er dreimal in der Startelf und sammelte mit zwei Treffern und einer Vorlage drei Scorerpunkte.

Nagelsmann nominiert El Mala nicht – Kölner vorerst im Kader der U21

Doch für El Mala wird sich der Traum vom ersten Einsatz im A-Team noch nicht erfüllen: Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ wird Nagelsmann El Mala nicht berufen. Stattdessen steht der Kölner im Aufgebot der U21-Auswahl, für die in der EM-Qualifikation wichtige Partien gegen Nordirland (27. März) und gegen Griechenland anstehen (31. März). El Mala steht für den A-Kader allerdings auf Abruf, eine Nachnominierung ist somit möglich.

Werbung in eigener Sache hat El Mala in dieser Saison, seiner ersten in der Bundesliga überhaupt, ohnehin genug betrieben. Der Offensivspieler hat bei zahlreichen Klubs – vor allem aus der zahlungskräftigen Premier League – Begehrlichkeiten geweckt. Wie von dieser Zeitung berichtet, buhlt vor allem Brighton & Hove Albion unter Trainer Fabian Hürzeler intensiv um den Jungstar und liegt in der Pole Position. Wie „Bild“ und „Sport Bild“ nun berichten, sollen die Südengländer bereit sein, ihr Winterangebot (rund 26 Millionen Euro Ablöse plus Boni sowie eine Weiterverkaufsbeteiligung von bis zu 12,5 Prozent) merklich zu erhöhen.

Mehr noch: Said El Mala und die Eltern, die nach der kürzlichen Trennung vom langjährigen Berater die Geschicke der Brüder selbst übernommen haben, sollen mit den angebotenen Konditionen – einem Fünfjahresvertrag mit einem Gesamtgehalt von 20 Millionen Euro – grundsätzlich zustimmen und Brighton bereits eine Wechsel-Zusage gegeben haben. Die „Seagulls“ sind bislang der einzige Interessent, die auch El Malas Bruder Malek (20), der bei der U21 des FC spielt, aber immer wieder von Verletzungen ausgebremst wird, verpflichten möchten.

Heft des Handelns beim 1. FC Köln

Das Heft des Handelns liegt jedoch beim FC. El Mala steht in Köln bis 2030 unter Vertrag – und zwar branchenuntypisch ohne Ausstiegsklausel. Bisher liegt dem FC allerdings weder eine offizielle Offerte aus Brighton vor, noch hat die Familie aktiv einen Wechselwunsch hinterlegt. Wie zu erfahren war, würden sich die Kölner erst ab einer Ablöse von über 40 Millionen Euro an den Verhandlungstisch setzen.

Allerdings ist der FC auf signifikante Transfereinnahmen angewiesen, will er die Kaufoptionen bei allen Leihspielern ziehen: Bei Jakub Kaminski (Wolfsburg, 5,5 Mio.), Jahmai Simpson-Pusey (Manchester City, 8 bis 10 Mio.), Felipe Chavez (FC Bayern, 5 bis 6 Mio.), Kristoffer Lund (Palermo, 2 Mio.) und Cenk Özkacar (Valencia, 2 Mio.) sowie bei der bereits eingetretenen Kaufpflicht für Tom Krauß (Mainz, 3,5 Mio.) kämen allein an Ablöse knapp 30 Millionen Euro zusammen – den Klassenerhalt vorausgesetzt.

Es gibt Klubs, die bereit wären, noch mehr Geld für El Mala zu zahlen – allerdings haben sie kein Interesse an seinem Bruder Malek. Vertreter von Newcastle United wurden Anfang März im Kölner Hyatt gesichtet und beobachteten El Mala dann am 7. März im Heimspiel gegen Dortmund (1:2). Der FC Chelsea soll nach Informationen dieser Zeitung bereit sein, rund 45 Millionen Euro Ablöse (plus Boni) zu zahlen und El Mala einen Siebenjahresvertrag mit einem Jahresgehalt von rund fünf Millionen anzubieten. Doch die El-Mala-Seite weiß: Bei Chelsea ist die Konkurrenz um Einsatzzeiten groß, und in der Vergangenheit wurden junge Spieler häufig an Partnerklubs wie Straßburg verliehen. In Brighton hingegen soll El Mala unter Hürzeler, der ihn unbedingt verpflichten will, von Beginn an eine tragende Rolle übernehmen. Bruder Malek wäre in der U21 in der Premier League 2 eingeplant.

Familie will Wechsel selbst abwickeln

Etliche Gespräche mit interessierten Klubs hatte zuletzt noch der langjährige Berater El Malas geführt – jener Mann, der den Spieler auch in Zeiten begleitet hatte, als der Profi-Traum kaum noch realistisch schien. Und dieser saß noch Ende Februar bei den Verantwortlichen von Chelsea im Büro. Doch vor allem auf Betreiben der Eltern Sabrina und Mohammed El Mala trennten sich die Brüder Anfang März von ihm und dann auch von der Agentur Footfeel. Die berufstätigen Eltern – die Mutter in einer Zahnarztpraxis, der Vater bei einem Chemiekonzern – wollen den Wechsel in Eigenregie abwickeln. Zahlreichen anderen Agenturen und Anwälten, die unmittelbar nach der Trennung vom langjährigen Berater um die Ecke kamen und ihre Dienste anboten, erteilten sie eine Absage.

Der Schritt war offenbar längerfristig vorbereitet: Denn die Familie gründete die El Mala Vermögensverwaltungs KG mit Sitz in Krefeld, eine im Handelsregister eingetragene Kommanditgesellschaft, geführt von Sabrina El Mala als Komplementärin, mit den Brüdern als Gesellschaftern. Bei der Vertragsprüfung soll ein auf Agrarrecht spezialisierter Krefelder Anwalt hinzugezogen werden – eine ungewöhnliche Wahl für ein Millionengeschäft im Profifußball.

Bleibt die Frage, ob die Familie den voraussichtlich nicht einfachen Verhandlungen gewachsen ist. Der FC würde dann nicht nur mit Sportgeschäftsführer Thomas Kessler am Tisch sitzen, sondern auch mit Tim Steidten, dem neu verpflichteten Direktor für Kaderplanung. Der 46-Jährige arbeitete zuvor für Bremen, Leverkusen und West Ham – und kennt die Verhandlungstaktiken englischer Klubs bestens.