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Bayer 04 zwischen Pflicht und KürFreiburg vor Arsenal – Hjulmand setzt Prioritäten

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04.03.2026, Hamburg: Fußball, Männer: Bundesliga, Hamburger SV - Bayer Leverkusen, 17. Spieltag, Volksparkstadion, Trainer Kasper Hjulmand (Bayer Leverkusen) umarmt Torschütze Christian Kofane (Bayer Leverkusen) nach der Partie. WICHTIGER HINWEIS: Gemäß den Vorgaben der DFL Deutsche Fußball Liga bzw. des DFB Deutscher Fußball-Bund ist es untersagt, in dem Stadion und/oder vom Spiel angefertigte Fotoaufnahmen in Form von Sequenzbildern und/oder videoähnlichen Fotostrecken zu verwerten bzw. verwerten zu lassen. Foto: Marcus Brandt/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Trainer Kasper Hjulmand (Bayer Leverkusen) umarmt Torschütze Christian Kofane (Bayer Leverkusen) nach der Partie in Hamburg.

Bayer 04 Leverkusen braucht Punkte in der Bundesliga – die Spiele gegen den FC Arsenal in der Champions League sind Nebensache.

Die drei kommenden Gegner von Bayer 04 heißen SC Freiburg, FC Arsenal und FC Bayern München. Sich mit den europäischen Fußballgrößen zu messen, ist der Anspruch in Leverkusen, die Etablierung unter den besten 16 Klubs Europas das erklärte Ziel. Die Partien gegen die letztgenannten Gegner klingen also weitaus interessanter.

Allerdings: Um das Ziel zu erreichen, ist die jährliche Qualifikation für die Champions League vonnöten. Und da sie derzeit in Gefahr gerät, gibt es bei Bayer 04 intern eine klare Haltung: Volle Konzentration auf die Bundesliga und damit auf das Spiel beim SC Freiburg am Samstag (15.30 Uhr, Sky). „Das wichtigste Spiel ist Freiburg – morgen. Das ist mein Fokus“, sagt Kasper Hjulmand.

Seine vorrangige Aufgabe ist es, dass auch seine Spieler nicht schon an die großen Spiele der kommenden Woche denken. Hjulmand betont, er habe mit der Mannschaft darüber „sehr viel gesprochen“ und er habe den Eindruck, dass die Spieler mental komplett bei der Partie in Freiburg sind. Mit dem Nachholspiel beim Hamburger SV (1:0) hat sich die Werkself wieder an die Champions-League-Ränge herangepirscht, steht nur noch drei Punkte hinter den auf Rang drei und vier platzierten Hoffenheim und Stuttgart.

Bayern kommen zweimal in BayArena

Ein Sieg beim heimstarken SC Freiburg – erst eine Niederlage auf eigenem Platz – wäre von großem Gewicht. Das wissen die Verantwortlichen. Die beiden Partien gegen den FC Arsenal im Champions-League-Achtelfinale – am Mittwoch und am darauffolgenden Dienstag in London – gelten intern ebenso wie das DFB-Pokal-Halbfinale gegen den FC Bayern im April als Bonusspiele. Mit dem Erreichen dieser Runden hat man schließlich das Saisonziel bereits erreicht. Im nächsten Bundesligaspiel nach Freiburg gastieren die Bayern im März schon einmal in der Bay-Arena. Gegen die Münchner dürfte es schwer werden, Punkte zu holen. Umso bedeutender ist die Partie im Breisgau, um den Abstand zu Stuttgart, Hoffenheim und auch Leipzig nicht größer werden zu lassen.

Was die Werkself und ihre Anhänger positiv stimmt: Die Leistungsschwankungen der vergangenen Wochen hatten beim HSV einen Ausschlag nach oben. „In Hamburg haben wir in der Leistung einen Schritt nach vorne gemacht – mit diesem Rückenwind gehen wir nach Freiburg“, sagt Hjulmand und fügt Kritik hinzu: „Wir müssen aber mehr Tore machen. Wir müssen effizienter werden und unsere Umschaltmomente besser ausspielen – wir hatten genug Chancen für mehr als ein Tor.“

Den entscheidenden Treffer erzielte am Mittwochabend im Volksparkstadion Christian Kofane. Der Angreifer rückte kurzfristig für den ausgefallenen Patrik Schick in die Startelf. „Kofane war sehr wichtig für uns – nicht nur wegen des Tores, sondern wegen Mentalität, Fleiß und Pressing“, betont Hjulmand, der am Samstag wohl wieder auf den Nationalstürmer aus Kamerun setzen wird. Schick wird aller Voraussicht nach nicht mit nach Freiburg reisen. Hjulmand: „Nach dem Afrika Cup hatte Kofane Probleme. Er ist erst 19, das war sein erstes großes Turnier, das ist alles ganz normal.“

Zwei weitere junge Spieler sorgten am Mittwoch ebenfalls für Aufsehen: Ibrahim Maza (20), dessen Entwicklung Fahrt aufgenommen hat, und Montrell Culbreath. Der 18-Jährige feierte sein Startelfdebüt in der Bundesliga auf der rechten Außenbahn. „Für mich das Wichtigste: Er hat Spaß. Keine Angst – nur Freude“, sagt Hjulmand. Angesichts der Personalnot auf dieser Position – Vázquez (Wade), Arthur (Syndesmose) und Tella (Fuß) fallen aus – dürfte Culbreath auch in Freiburg wieder beginnen. Vor allem, da ein weiterer junger Spieler, Axel Tape (18), laut Hjulmand immer noch nicht auf dem physischen Stand ist, um ihn in die Startelf stellen zu können: „Axel ist ein Top-Talent, aber körperlich fehlt ihm noch etwas. Er braucht seinen Körper, er braucht seine Beine – da gibt es noch etwas zu verbessern.“

Wenig zu verbessern gibt es derzeit im Tor. Janis Blaswich hat sich als würdiger Vertreter des verletzten Mark Flekken erwiesen. Seine Zahlen sprechen für sich: Mit 84,62 Prozent gehaltener Schüsse führt Blaswich die Bundesliga-Statistik an und kassierte in sieben Ligapartien nur vier Tore. In dieser Form könnte er sogar für Bundestrainer Julian Nagelsmann als Ersatztorhüter bei der WM im Sommer zum Thema werden. Für Hjulmand wird es eine schwere Entscheidung, wem er künftig im Leverkusener Tor vertraut. Mark Flekken trainiert seit einer Woche wieder auf dem Platz. Seine Rückkehr in den Kader wird für Ende März, Anfang April erwartet. „Es ist für mich keine einfache Entscheidung – aber es ist sehr gut für die Mannschaft, dass wir diese Qualität haben“, sagt Hjulmand, will sich damit derzeit jedoch nicht beschäftigen – schließlich gilt der Fokus allein Freiburg.

Freiburg: Atubolu - Treu, Ginter, Ogbus, Günter - Eggestein, Manzambi - Beste, Suzuki, Scherhant – Matanovic; Leverkusen: Blaswich - Quansah, Andrich, Tapsoba – Culbreath, García, Palacios, Grimaldo – Tillman, Maza – Kofane; Schiedsrichter: Brand (Schwebheim).