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„Wäre ein Schande“Bayer 04 droht die Champions League zu verpassen

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Ibrahim Maza Bayer 04 Leverkusen ist enttaeuscht, gestikuliert, Gestik waehrend des Spiels der Bundesliga zwischen Bayer 04 Leverkusen und FC Augsburg, BayArena am 18. April 2026 in Leverkusen, Deutschland. Foto von Oliver Kaelke/DeFodi Images  Ibrahim Maza Bayer 04 Leverkusen looks dejected, gestures during the Bundesliga match between Bayer 04 Leverkusen and FC Augsburg at BayArena on April 18, 2026 in Leverkusen, Germany. Photo by Oliver Kaelke/DeFodi Images DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and/or quasi-video. Photo by Oliver Kaelke/DeFodi Images - *** Ibrahim Maza Bayer 04 Leverkusen is disappointed, gestures, gestures during the Bundesliga match between Bayer 04 Leverkusen and FC Augsburg at BayArena on April 18, 2026 in Leverkusen, Germany Photo by Oliver Kaelke DeFodi Images Ibrahim Maza Bayer 04 Leverkusen looks dejected, gestures during the Bundesliga match between Bayer 04 Leverkusen and FC Augsburg at BayArena on April 18, 2026 in Leverkusen, Germany Photo by Oliver Kaelke DeFodi Images DFL regulations prohibit any use of photographs as image sequences and or quasi video Photo by Oliver Kaelke DeFodi Images

Ibrahim Maza von Bayer 04 Leverkusen ist enttäuscht im Spiel gegen den FC Augsburg.

35 Schüsse, ein Tor, eine Niederlage – und plötzlich ist die Champions League für Bayer 04 nur noch mit Schützenhilfe erreichbar. Die Zeit läuft, vier Spiele bleiben.

Kasper Hjulmand setzte sich aufs Podium im Presseraum der BayArena, blickte auf den Statistikzettel vor ihm und schüttelte den Kopf. 35 Torschüsse hatte seine Mannschaft in Richtung des Augsburger Tores abgegeben, einen xG-Wert von 3,36 erspielt. Und doch stand eine 1:2-Niederlage gegen den FC Augsburg zu Buche, die die Aufholjagd auf die Champions-League-Ränge erheblich erschwert.

„Wenn man viele Chancen hat, muss man auch Tore schießen. Du musst deine Chancen nutzen und mit der Entschlossenheit und Klarheit abschließen. Vielleicht haben wir auch mal abgeschlossen, wo man doch noch mal hätte spielen können. Diese Präzision und Klarheit hat gefehlt“, lautete das Urteil von Sportgeschäftsführer Simon Rolfes.

Neben dem eigenen Unvermögen gab es einen weiteren triftigen Grund für die Pleite: Finn Dahmen. Der Augsburger Keeper war Spieler des Spiels, hielt alles, was irgendwie in seine Richtung flog. Trainer Manuel Baum nutzte die Leistung seines Keepers für einen Appell an Julian Nagelsmann: „Wenn man heute ein Highlight-Video von Finn machen würde, würde das wahrscheinlich zehn Minuten dauern. Er hat einen Mega-Anteil an unserem Erfolg. Wenn man so die vergangenen Wochen anschaut, was der an Paraden geliefert hat – hat er alle Berechtigung bei der Weltmeisterschaft dabei zu sein. Das unterstreicht er Woche für Woche.“

Dahmens Gegenüber schlich hingegen mit hängendem Kopf vom Platz. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht, sehr viele Chancen herausgespielt. Leider hat die Qualität in den Abschlüssen gefehlt, die Tore zu machen. Und dann kriegen wir wieder zwei Tore, die definitiv vermeidbar sind“, sagte Mark Flekken, der an der Entstehung des 1:1-Ausgleichs eine Mitschuld trug. Bei einer Flanke auf den kurzen Pfosten fehlte die Absprache zwischen ihm und Jarell Quansah – ein unnötiger Eckball resultierte daraus, der zum Gegentor führte. Fabian Rieders Schuss fälschte Loic Badé mit dem Kopf unhaltbar ab.

Bayer-Shootingstar Montrell Culbreath war untröstlich

„Ein verrücktes Spiel. Wir haben mit so viel Dominanz gespielt. Es ist natürlich frustrierend, dass wir nicht mehr als ein Tor schießen“, sagte Trainer Kasper Hjulmand. „Fußball ist manchmal brutal. Du kannst ein Spiel verlieren, wenn du die bessere Mannschaft bist.“ Dass es am Ende nicht mal ein Punkt wurde, lag an Montrell Culbreath, der in der Nachspielzeit gegen Ogundu im Strafraum das Bein stehen ließ. Rieder erzielte vom Elfmeterpunkt den Siegtreffer.

Culbreath war anschließend untröstlich, Tränen flossen, der Shootingstar der Rückrunde vergrub das Gesicht in seinem Trikot. Nahezu alle Leverkusener Spieler und Verantwortlichen gingen noch auf dem Rasen zu ihm und leisteten Aufbauarbeit. „Der Elfmeter war ein bisschen unnötig – das ist Lehrgeld für einen 18-Jährigen“, sagte Flekken. Rolfes betonte: „Solche Situationen sind auch anderen Spielern schon passiert. Das ärgert einen, aber das darf ihn nicht aus der Bahn werfen. Das wird ihm nur helfen, stärker zu werden. Er macht das super, er ist ein super Junge.“

Durch die Niederlage sind es nun 19 Punkte, die Bayer 04 gegen Teams unterhalb von Tabellenplatz neun liegengelassen hat. „Das sind zu viele Punkte gegen die Mannschaften – die musst du gewinnen. Das sind nicht immer die spektakulären Siege, aber am Ende die wichtigen in der Saison, um oben zu sein“, befand Rolfes. Leverkusen braucht nun Schützenhilfe, um die Champions League zu erreichen, muss alle vier verbleibenden Spiele gewinnen, vor allem die gegen die direkten Konkurrenten Leipzig und Stuttgart. „Das ist ein Klub, der Champions League spielen sollte. Ich glaube, wir haben diese Saison gezeigt, dass wir gegen die besten Teams spielen und mithalten können. Es wäre eine Schande, wenn wir die Champions League nicht erreichen“, sagte Jarell Quansah.

Doch bevor es im Derby beim 1. FC Köln am Samstag um Ligapunkte geht, steht am Mittwoch das Heimspiel des Jahres an (20.45 Uhr, ZDF): Gegen den FC Bayern soll im Halbfinale der Einzug ins DFB-Pokalfinale gefeiert werden. Quansah: „Das wird eine besondere Nacht, hoffentlich. Da braucht man keine Motivation. Es kann die Saison verändern. Es kann uns in ein riesiges Finale bringen. Wir wissen, wie wichtig dieses Spiel ist.“