Ein Rassismus-Eklat überschattet das Länderspiel Spanien gegen Ägypten. Lamine Yamal zeigt sich entsetzt.
Nach rassistischen GesängenSpanien-Star Yamal richtet emotionale Worte an Fans
Rassistische Fan-Gesänge erschüttern den spanischen Fußball, auch Superstar Lamine Yamal zeigt sich entsetzt. Der erst 18-Jährige richtet eindringliche Worte an die spanischen Fans.
Was war passiert? Teile des spanischen Anhangs im RCDE-Stadion in Barcelona buhten vor dem Länderspiel der Spanier gegen Ägypten (0:0) am Dienstag (31. März 2026) die gegnerische Hymne aus. Während der ersten Halbzeit skandierten sie dann herabwürdigende Parolen. Medienberichten zufolge sangen die Fans: „Bote, bote, bote musulman el que no bote“ (übersetzt: „Spring, spring, spring, wer nicht springt, ist ein Muslim“).
Yamal: „Lässt euch als ignorante und rassistische Menschen dastehen“
Einen Tag später reagierte Yamal mit einem emotionalen Instagram-Post auf den Skandal. Er zeigte sich erschüttert. „Als Muslim empfinde ich das als respektlos und unerträglich“, schrieb der Sohn eines marokkanischen Vaters und einer äquatorialguineischen Mutter.
Yamal richtete sich direkt an die Personen, die die diskriminierenden Gesänge angestimmt hatten. „Ich verstehe, dass nicht alle Fans so sind, aber diejenigen, die solche Dinge singen: Eine Religion auf dem Spielfeld zum Gegenstand von Spott zu machen, lässt euch als ignorante und rassistische Menschen dastehen“, schrieb Yamal unter sein Schwarz-Weiß-Bild vom Einlauf.
Neben Yamal kritisierten auch Spaniens Premier Sanchez, Justizminister Felix Bolanos („eine Schande“), der spanische Fußballverband (RFEF) und Nationaltrainer Luis de la Fuente die Vorgänge scharf. Die Polizei hat bereits Ermittlungen aufgenommen.
Sanchez schrieb bei X, der Vorfall sei „inakzeptabel und darf sich nicht wiederholen. Wir dürfen nicht zulassen, dass eine unzivilisierte Minderheit das Bild Spaniens, eines vielfältigen und toleranten Landes, trübt.“
Barca-Star Yamal betonte: „Fußball ist dazu da, um Spaß zu haben und die Mannschaft anzufeuern, nicht um Menschen wegen ihrer Herkunft oder ihres Glaubens respektlos zu behandeln.“
„Abgesehen davon danke ich den Leuten, die gekommen sind, um uns anzufeuern. Wir sehen uns bei der Weltmeisterschaft“, schrieb Yamal.
Das Testspiel war wegen des Krieges im Nahen Osten aus Katar nach Barcelona verlegt worden und diente als Vorbereitung auf die WM in den USA, Mexiko und Kanada (11. Juni bis 19. Juli). Spanien trifft in der Gruppe H dann auf Uruguay, Saudi-Arabien und Neuling Kap Verde. Ägypten bekommt es in der Staffel G mit Belgien, Iran und Neuseeland zu tun. (are/sid)

