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Kölner Haie blicken nach MailandMoritz Müller ist nicht mehr Kapitän des Eishockey-Nationalteams

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ARCHIV - 17.04.2018, Berlin: Verteidiger Moritz Müller (l) und Stürmer Leon Draisaitl trainieren im Berliner Wellblechpalast. In Mailand stehen beide bei Olympia wieder zusammen auf dem Eis. (zu dpa: «DEB-Team stolz auf Draisaitl: «Größter deutscher Sportler»») Foto: Arne Immanuel Bänsch/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Moritz Müller (l.) von den Kölner Haien mus sein Kapitänsamt an NHL-Profi Leon Draisaitl (r.) von den Edmonton Oilers abgeben. 

Die KEC-Profis spielen ab Freitag bei einem Turnier in Pardubice und verfolgen das olympische Eishockey-Geschehen in Italien mit großer Aufmerksamkeit.

In die Versuchung, sich am Donnerstag in den Kölner Karneval zu stürzen, können die Profis der Kölner Haie nicht geraten. Zwar haben sie spielfrei, da die Deutsche Eishockey-Liga noch bis Ende des Monats insgesamt vier Wochen pausiert, der Verein schickt seine Spieler aber auf eine Reise nach Tschechien. Um sieben Uhr morgens geht es am Donnerstag im Teambus los. Ziel ist die 100.000-Einwohner-Stadt Pardubice, etwa 100 Kilometer östlich von Prag an der Elbe gelegen. Dort nimmt der KEC ab Freitag an einem Turnier teil – neben dem SC Bern, den Straubing Tigers und dem heimischen HC Dynamo Pardubice.

„Wir wollen nicht aus dem Spielrhythmus kommen, die Pause ist schon recht lang“, sagt Sportdirektor Matthias Baldys. Außerdem sei es gut, auch einmal gegen Gegner aus anderen Ligen zu spielen. Am Freitag (16 Uhr) treten die Haie gegen Bern an, am Sonntag messen sie sich – je nach Ergebnis – entweder mit Pardubice oder Straubing.

Es tut immer gut, als Team auch mal die eigenen vier Wände zu verlassen und Neues zu sehen – man wächst als Mannschaft weiter zusammen und verbringt viel Zeit miteinander
Dominik Bokk, Angreifer der Kölner Haie

Bis auf die Olympiastarter Moritz Müller, Parker Tuomie, Patrick Russell und Frederik Storm sowie den verletzten Maxi Kammerer sind alle KEC-Profis dabei – und freuen sich auf die Abwechslung: „Es tut immer gut, als Team auch mal die eigenen vier Wände zu verlassen und Neues zu sehen – man wächst als Mannschaft weiter zusammen und verbringt viel Zeit miteinander“, meint Stürmer Dominik Bokk. „Während der Zeit in Tschechien werden wir neben dem Turnier auch mit einem Auge nach Italien schauen und sehen, was bei Olympia passiert.“

Vermutlich werden sie am Donnerstagabend nach der Ankunft in Pardubice das olympische Eishockey-Geschehen besonders aufmerksam verfolgen. Denn ab 21.10 Uhr treffen Müller und Tuomie mit der deutschen Eishockey-Nationalmannschaft in ihrem ersten Gruppenspiel in Mailand auf Russell und Storm, die für Dänemark aufs Eis gehen. Außerdem sind alle gespannt darauf, wie sich der Kölner NHL-Star Leon Draisaitl (30) von den Edmonton Oilers, der erstmals seit 2019 wieder für Deutschland spielt, in die DEB-Auswahl einfügen wird.

Im Training war Draisaitl, wie aus Mailand berichtet wird, als Center der ersten Sturmreihe zusammen mit Dominik Kahun und Lukas Reichel im Einsatz. Eine Kombination, die nicht überrascht: Reichel kommt mit Tempo über den linken Flügel, Kahun und Draisaitl kennen sich noch aus der Juniorenzeit, und in Edmonton spielten sie in der Saison 2020/21 in 48 Spielen zusammen.

Ein wenig überraschend war es hingegen, dass der 39-jährige Haie-Kapitän Müller nach vielen Jahren als Spielführer der DEB-Auswahl abgelöst wurde – und nicht mehr zum Führungstrio der Auswahl gehört. Bundestrainer Harold Kreis berief stattdessen Draisaitl zum Kapitän – mit zwei 24-jährigen Assistenten aus der NHL, Moritz Seider und Tim Stützle.

Es ist ein Amt, das ich immer sehr gerne ausgeübt habe. Es hat mich immer mit sehr großem Stolz erfüllt, für Deutschland Kapitän zu sein. Ich akzeptiere die Entscheidung so, wie sie ist, und unterstütze das Kapitänsteam jetzt so gut ich kann
Moritz Müller, Nationalspieler der Kölner Haie

„Es ist ein Amt, das ich immer sehr gerne ausgeübt habe. Es hat mich immer mit sehr großem Stolz erfüllt, für Deutschland Kapitän zu sein“, sagte Müller in Mailand. „Ich akzeptiere die Entscheidung so, wie sie ist, und unterstütze das Kapitänsteam jetzt so gut ich kann.“ Müller fügte hinzu: „Ich denke, zu sagen, dass sich nichts ändert, wäre falsch. Ich muss den Jungs, die es jetzt sind, auch den Platz geben.“ Er sei aber weiterhin gern Ansprechpartner und helfe, wo er könne.

Vermutlich wird Müller sich in Italien am Rande der Spiele auch mit seinem Kölner Trainer Kari Jalonen austauschen, denn der ist als Eishockey-Experte für das Fernsehen seines Heimatlandes Finnland im Einsatz. Bei den Haien vertreten ihn seine Assistenten Manuel Kofler und Fredrik Norrena, wobei Letzterer in den Spielen an der Bande die Rolle des Chefs übernimmt und die Stürmer coacht, während Kofler sich um die Verteidiger kümmert.

Haie sind am Rosenmontag zurück in Köln

Ganz auf den Straßenkarneval müssen die Haie  nicht verzichten. Die Rückreise aus Pardubice treten sie am Sonntagabend an – und sind am Rosenmontag wieder in Köln. Nach der Pause stehen noch acht DEL-Hauptrundenspiele für die Haie auf dem Programm. Das erste am 25. Februar (19.30 Uhr) in der Lanxess-Arena gegen die Eislöwen Dresden.