Da die Haie den DEL-Hauptrundensieg sicher haben, absolvieren sie das Restprogramm vor den Playoffs ohne volles Risiko.
Trotz Null-Punkte-WochenendeWarum die Kölner Haie Niederlagen gelassen hinnehmen

Gregor MacLeod der Kölner Haie kämpft um den Puck.
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Die Kölner Haie befinden sich in einer Luxuslage. Solange die Hauptrunde 2025/26 der Deutschen Eishockey-Liga noch läuft, müssen sie sich über Niederlagen nicht grämen; sie können ihnen egal sein. So waren sie trotz des 0:1 gegen die Eisbären Berlin, das ihnen am Sonntag in der ausverkauften Lanxess-Arena unterlief, milde gestimmt. „Wir wollten das Spiel gewinnen, aber das eine Tor hat den Unterschied gemacht. Das war ein klassisches Eishockeyspiel zu solch einem Zeitpunkt der Saison“, sagte Trainer Kari Jalonen, der sich zudem darüber freute, dass seine Mannschaft wieder deutlich besser gespielt habe als beim 1:5 in Mannheim am Freitag. „Unser Spiel am Freitag habe ich nicht gemocht, wir waren mental über die 60 Minuten nicht da“, meinte der finnische Coach.
Kölner Haie gehen kein Risiko ein
Ein leichter Spannungsabfall ist angesichts der Situation, in der sich die Haie befinden, unvermeidlich. In der DEL-Tabelle haben die Kölner Haie zwei Spieltage vor Schluss der Doppelrunde immer noch zwölf Punkte Vorsprung auf Platz zwei, der Hauptrundensieg ist ihnen schon seit dem 1. März sicher. Hinter ihnen streiten sich die Konkurrenten derweil noch um die Positionen.
Zum Beispiel die Berliner, die Platz sechs, der zur direkten Playoff-Qualifikation führt, nicht sicher haben. Im Duell mit den Eisbären traten die Kölner zwar diszipliniert und strukturiert auf, wie man sie kennt, ohne allerdings den letzten Härtegrad anzupeilen, wie sie es beispielsweise noch vor zehn Tagen bei ihrem 1:0-Sieg in München taten. Denn niemand will sich so kurz vor den Playoffs verletzen.
Heißt: Die ganz harten und gefährlichen Zweikämpfe an der Bande, die ruppigen Szenen im Torraum oder die kompromisslosen Blocks von Schüssen, bei denen Profis oft alles in einen Versuch werfen – all dies war beim KEC kaum zu sehen. Die Berliner gingen dagegen aufs Ganze.
Matthias Baldys, der Sportdirektor der Kölner Haie, sah es so: „Für manche Teams geht es im Moment um sehr viel, während wir unsere Position schon gesichert haben. Trotzdem gehen wir jedes Spiel ernst und mit voller Konzentration an. Ich sehe keine Anzeichen einer Formschwäche. Wir nehmen es Spiel für Spiel. Wir haben viele Partien am Stück gewonnen und uns das hart erarbeitet, manchmal vielleicht auch mit dem nötigen Quäntchen Glück.“ Und: „Für uns ist es wichtig, die Dinge richtig einzuordnen. Die vielen Siege und die Position sind eine Belohnung für unsere Arbeit, aber in den Playoffs beginnt ein neuer Wettbewerb.“
Kölner Haie mit zwei Partien vor den Playoffs
Vor den Playoffs treten die Haie noch am Freitag in Wolfsburg (19.30 Uhr) und am Sonntag in Straubing (14 Uhr) an. Und sie werden versuchen, wieder zu punkten, um mit einem sicheren Gefühl in die Endrunde gehen zu können.
Personell befinden sie sich ebenfalls in einer Luxuslage. Stürmer Maxi Kammerer gab im Spiel gegen Berlin sein Comeback nach einer Schulterverletzung, wegen der er seit Ende Januar hatte pausieren müssen. Der 29-Jährige fügte sich problemlos ins Team ein. Damit kann Coach Jalonen, falls sich am nächsten Wochenende niemand verletzt, mit dem kompletten Kader in die Playoffs gehen.
Erfreulich für den KEC war auch der Einstand des nachverpflichteten Verteidigers Markus Nutivaara (31), der bisher zweimal für die Haie spielte und mit Tempo und Technik überzeugte. „Markus hat einen guten Job gemacht, sich schnell in unsere Spielweise eingefügt und ist auch in der Kabine gut angekommen“, urteilte Baldys: „Man hat gesehen, dass er ein guter Eishockeyspieler ist, der uns helfen kann.“
Ins Playoff-Viertelfinale starten die Haie am 24. oder 25. März mit einem Auswärtsspiel. Da sie Spitzenreiter sind, bekommen sie als Gegner den nach der Hauptrunde am tiefsten platzierten Qualifikanten aus den Pre-Playoffs, die vom 17. bis 22. März laufen.


