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Playoff-HalbfinaleKölner Haie feiern 5:1-Heimsieg gegen Berlin – furioses zweites Drittel

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Jubel bei den Kölner Haien.

Die Kölner Haie haben in der Halbfinal-Serie den Ausgleich geschafft.

In der ausverkauften Lanxess-Arena findet der KEC wieder zu seiner gewohnten Stärke und gleicht in der Playoff-Serie im Modus "Best of 7" gegen die Eisbären auf 1:1 aus. 

Die Kölner Haie sind in der Playoff-Halbfinalserie gegen die Eisbären Berlin angekommen – und zwar in beeindruckender Art. Vor 18.600 Zuschauern in der Lanxess-Arena, die am Ende mehrheitlich begeistert waren, bezwang der KEC den Titelverteidiger am Freitag nach einem 0:1-Rückstand dank einer Leistungssteigerung ab dem Mitteldrittel mit 5:1 (0:1, 4:0, 1:0); damit steht es in der Serie „Best of 7“ 1:1.

Die Haie spielten wieder so, wie es ihrem Trainer Kari Jalonen vorschwebt – schnell, passgenau, defensivstark und effektiv vor dem gegnerischen Tor. So können sie selbstbewusst in Spiel drei gehen, das am Sonntag (14 Uhr) in der Hauptstadt stattfindet. „Wir haben unser Eishockey gespielt, unsere Chancen genutzt und wenige Fehler gemacht. Vielleicht haben wir ein bisschen Zeit gebraucht, um reinzukommen. Wir wissen, dass wir Berlin schlagen können“, sagte Haie-Stürmer Dominik Bokk, Schütze des dritten Kölner Tores.

Kölner Haie drehen im zweiten Drittel auf

Die Kölner, in deren Team Mittelstürmer Ryan MacInnis zurückkehrte, kamen vor eigenem Publikum besser in die Partie als am Mittwoch beim 3:6 in Berlin, spielten körperbetont und hatten anfangs schon Chancen. Berlins Goalie Jonas Stettmer ließ zunächst aber nichts durch. Die Gäste aus der Hauptstadt wirkten in der Anfangsphase einen Tick bereiter, waren defensiv stabil – und so effektiv im Angriff, dass sie in der 15. Minute in Führung gingen. Markus Vikingstad gewann hinter dem Kölner Tor des wieder fehlerfreien Kölner Keepers Janne Juvonen den Puck, passte nach vorn zu Yannick Veilleux, der einnetzte.

Doch die Haie kamen zurück – und wie. Ins zweite Drittel starteten sie zwar in Unterzahl, aber mit viel neuer Energie. Als KEC-Stürmer Maxi Kammerer von der Strafbank kam, startete er durch und setzte den Puck an die Latte des Berliner Kastens. Offenbar rüttelte das die Haie wach. Sie zauderten nicht mehr, spielten schnelles und geradliniges Playoff-Eishockey – und machten auch etwas Zählbares daraus.

Patrick Russell schoss in der 22. Minute das 1:1, nachdem er an der blauen Linie angespielt worden war; Stettmer war die Sicht durch Tanner Kero verdeckt. Der dänische Angreifer erzielte sieben Minuten später mit einem Handgelenkschuss auch das 2:1. Und es vergingen nur 22 Sekunden, da erhöhte Dominik Bokk auf 3:1. Er setzte sich bei einem Konter sehenswert gegen zwei Berliner Verteidiger durch und überwand Stettmer mit einem Rückhandschuss. Nachdem Louis-Marc Aubry zum 4:1 getroffen hatte, tauschte Berlins Trainer Serge Aubin den unglücklichen Goalie gegen Jake Hildebrand aus.

„Wir haben ein wirklich gutes Drittel gespielt. Wir dürfen jetzt aber nicht aufhören, müssen so weiterspielen“, sagte Russell in der Pause vor dem Schlussdrittel, in dem auch Hildebrand bald ein Gegentor kassierte. Russell und Gregor MacLeod fuhren einen Konter, den der Kanadier mit dem Treffer zum 5:1 abschloss (44.). Der Rest der Partie war, bedingt durch etliche Strafen, ein wenig zerhackt. Juvonen zeigte ein paar Paraden. Die Atmosphäre war aufgeladen, als Veilleux in der 57. Minute den Kölner Juhani Tyrväinen vor der Bande mit einem Stock checkte und dafür fünf Minuten plus eine Spieldauerstrafe bekam, sodass die Haie das Spiel bei Überzahl zu Ende bringen konnten.

Kölner Haie: Juvonen – Kaski, Austin – Kemiläinen, Vittasmäki – Müller, Sennhenn – Glötzl – Niedenz, Tyrväinen, Kammerer – Bokk, Aubry, Storm – Russell, MacLeod, Kero – van Calster, MacInnis, Tuomie. – Zuschauer: 18.600 (ausverkauft). – Schiedsrichter: Hebert, Kozari. – Strafminuten: Köln 13/Berlin 12 + SD Veilleux. – Tore: 0:1 Veilleux (14:39), 1:1, 2:1 Russell (21:57, 28:42), 3:1 Bokk (29:04), 4:1 Aubry (33:53), 5:1 MacLeod (43:34).