Der Offensivspieler empfiehlt sich mit einer Vorlage und zwei Toren beim 3:0 gegen Fortuna für Einsätze bei den Profis.
1. FC KölnYoussoupha Niang ist der überragende Spieler beim Derbysieg der U 21

Youssoupha Niang (l.) bereitete der Abwehr von Fortuna Köln um Maximilian Fischer (r.) massive Probleme.
Copyright: IMAGO/HMB-Media
Die Erleichterung war spürbar nach dem Abpfiff: Die U-21-Fußballer des 1. FC Köln haben ihre schwarze Serie von fünf Niederlagen in Folge als Außenseiter im Stadtderby gestoppt. Die FC-Talente meldeten sich mit dem 3:0-Heimerfolg gegen den SC Fortuna Köln eindrucksvoll zurück und zeigten, zu was die Mannschaft in der Lage ist.
Insbesondere die Offensive konnte ihr Potenzial in den Vorwochen allenfalls andeuten. Im Stadtderby nutzte aber vor allem Youssoupha Niang die Bühne im Franz-Kremer-Stadion, um endlich wieder zu unterstreichen, warum er beim FC als perspektivischer Kandidat für den Bundesliga-Kader gilt. Der Stürmer war an allen drei Toren beteiligt, leitete das Eigentor zum 1:0 mit seiner Hereingabe ein und traf danach selbst zweimal.
Das ist auch für mich einfach mal ein Erfolgserlebnis nach zwei Spielen in der Regionalliga, die für mich persönlich und die Mannschaft nicht perfekt liefen
„Es freut mich für ihn, weil er sehr viel arbeitet, sehr fleißig ist. Und dann konnte er sich selbst belohnen und damit auch die Mannschaft“, lobte Trainer Evangelos Sbonias seinen Angreifer nach dem Abpfiff.
Niang selbst stand nach dem Spiel unserer Redaktion ebenfalls Rede und Antwort, während seine Teamkollegen ihn im Vorbeigehen anerkennend und zutreffend als „man of the match“ bezeichneten. „Das ist auch für mich einfach mal ein Erfolgserlebnis nach zwei Spielen in der Regionalliga, die für mich persönlich und die Mannschaft nicht perfekt liefen“, sagte der 20-Jährige, „das ist sehr schön, ich fühle mich sehr wohl in der Mannschaft und mag die Jungs super gerne. Mit ihnen zusammen so zu gewinnen und ein gutes Spiel zu machen, ist einfach unfassbar schön.“
Niang gewährte anschließend auch Einblicke in sein Innerstes: „Ich nehme mir selbst immer ziemlich viel vor. Ich habe sehr hohe Ansprüche an mich selbst. Ich möchte immer das Beste aus mir rausholen. Dementsprechend war ich auch in den letzten Spielen nicht komplett zufrieden. Für mich ist es ein Lichtblick und zeigt, dass es noch geht.“ Mit Blick auf die vergangenen Wochen ergänzte Niang: „Genau bei solchen Zeiten heißt es dann, man muss geduldig bleiben und gut weiterarbeiten. Dann ist es eine Frage der Zeit, bis dann auch solche Spiele wieder kommen.“
Rene Wagner, Bundesliga-Trainer des FC, wird den Gala-Auftritt seines Offensiv-Talents sicherlich bereits am Freitagabend auf der Rückreise aus Hamburg wohlwollend zur Kenntnis genommen haben. Das verletzungsbedingte Saisonaus von Ragnar Ache dürfte Niang die Tür zu den Profis zudem ein Stück weiter geöffnet haben.
Grundsätzlich strahlte ein erleichterter Sbonias nach dem Derbysieg: „Das war wirklich schon ein sehr hohes Niveau, was meine Mannschaft hier gespielt hat. Wir haben hochverdient mit 3:0 gewonnen, was natürlich auch nicht selbstverständlich ist in dieser Phase. Dann so einen Auftritt gegen Fortuna Köln hinzulegen, das nötigt mir allerhöchsten Respekt ab.“
Marvin Ajani sorgt beim 1. FC Köln für Ruhe
Letztlich hatte seine Mannschaft nur eine wirklich brenzlige Situation zu überstehen, als die Gäste nach rund einer Stunde beim Stand von 0:2 auf ihren Anschlusstreffer drängten. Sbonias brachte in dieser Phase mit Marvin Ajani einen zusätzlichen Routinier, der dem Kölner Spiel auch die notwendige Ruhe verlieh. „Dass man irgendwann mal ein bisschen was überstehen muss, ist auch klar“, äußerte Sbonias, „aber ich finde, das haben die Jungs auch sehr erwachsen in der Box verteidigt.“ Das Spiel in Velbert am Samstag wird eine Nagelprobe, ob sich wirklich von einem Aufschwung bei der U 21 sprechen lässt.


