Die Angreiferin steht beim 4:0 gegen Frankfurt nach zwei Kreuzbandrissen erstmals wieder auf dem Feld.
HockeyPia Maertens genießt ihr Comeback bei Rot-Weiss Köln

Pia Maertens von Rot-Weiss Köln freut sich über ihr Comeback.
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Pia Maertens ist zurück – so lautete die wohl wichtigste Nachricht des Wochenendes aus Sicht des KTHC Rot-Weiss Köln. Beim 4:0 (2:0)-Erfolg über den SC Frankfurt feierte die Hockeyspielerin ihr lang ersehntes Comeback. Dreieinhalb Jahre nach ihrem letzten Bundesliga-Einsatz auf dem Feld.
„Es ist einfach nur schön, Pia wieder auf dem Platz zu sehen“, kommentierte Cheftrainer Tibor Weißenborn die Rückkehr seiner Stürmerin nach zwei Kreuzbandrissen. Den ersten hatte sich Maertens im finalen Gruppen-Match der Hallen-Bundesliga-Saison 2022/23 zugezogen, den zweiten nur zehn Monate später beim Länderspiel in und gegen Südafrika – bei ihrem Comeback.
Schon als beim Warmmachen die Hymne ertönte, habe ich den Schläger beiseitegelegt und kurz innegehalten. Ganz einfach, um den Moment zu genießen
Diesmal verlief alles nach Plan. „Auch wenn man sich nicht komplett freimachen kann von der Angst, dass irgendetwas schiefläuft: Ich habe mich sicher gefühlt und die 60 Minuten in vollen Zügen genossen. Es war sehr emotional“, berichtete die 27-Jährige. „Schon als beim Warmmachen die Hymne ertönte, habe ich den Schläger beiseitegelegt und kurz innegehalten. Ganz einfach, um den Moment zu genießen.“
Selbst die fast 90-minütige Gewitter-Unterbrechung vor dem zweiten Viertel spielte Maertens letztlich in die Karten. Denn so schafften es ihre Mutter Susanne Wollschläger und ihre Schwester Anneke doch noch rechtzeitig zur zweiten Halbzeit. Die Trainerin des Ligarivalen Club Raffelberg und ihre spielende Tochter waren nach der 0:7-Niederlage im Parallelmatch beim Düsseldorfer HC sofort nach Köln aufgebrochen: „Beide nach dem Abpfiff in die Arme schließen zu können, war quasi das i-Tüpfelchen.“
Weißenborn zeigte sich ebenfalls „überglücklich. Es war ein toller Tag – für Pia und fürs Team: Allein ihre Präsenz und Spielintelligenz haben uns auf Anhieb weitergeholfen.“ Auch an der Führung war die Stürmerin maßgeblich beteiligt: Nachdem Maertens im Anschluss an eine Eckenvariante abgezogen hatte, war Katharina Reuten per Stecher zur Stelle (19.). Anschließend tüteten Emma Boermans (21.), Lynn Krings (32.) und Sophie Prumbaum (41.) den Pflichtsieg ein.
Tags darauf knöpfte RWK dem DHC einen Punkt ab. Ohne Maertens, die wie geplant eine Verschnaufpause erhielt. „Für mich war das unsere beste Saisonleistung“, kommentierte Weißenborn die 2:3 (0:0, 0:0)-Niederlage im Shoot-out. „Wir haben einmal mehr exzellent verteidigt und waren außerdem das gefährlichere Team.“ Im Penaltyschießen zeigten Prumbaum, Felicia Wiedermann und Paula Brux indes Nerven, während Düsseldorf nur einen Fehlversuch verbuchte.
Rot-Weiss Köln löst sein Viertelfinal-Ticket
Auch ohne den Extrapunkt löste RWK vorzeitig das Viertelfinal-Ticket; ein Abrutschen auf Platz neun ist vor dem finalen Match beim Club an der Alster (So., 12 Uhr) nur noch theoretisch möglich. Schon jetzt steht fest: Sollte Köln Platz sieben behaupten, bekommt man es im Viertelfinale erneut mit Alster zu tun. Als Achter träfe man auf den Hauptrunden-Champion Mannheimer HC. „So oder so erwartet uns ein echter Brocken“, so Weißenborn. „Wir können es aber mit beiden Gegnern aufnehmen – wenn wir effizienter werden.“ Die Hoffnung ruht dabei nicht zuletzt auf Maertens.
