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HockeyRot-Weiss Köln wird seinen Ansprüchen gegen Mannheim nicht gerecht

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Christopher Rühr (l.) traf gegen Mannheim und München für Rot-Weis Köln

Die Mannschaft um Kapitän Christopher Rühr unterliegt dem MHC 2:3 und schießt sich beim 7:0 gegen München den Frust von der Seele.

Den lautesten Applaus gab es schon vor dem Anpfiff. Während sich Christopher Rühr und dessen Teamkollegen auf den Bundesliga-Klassiker gegen den Mannheimer HC einstimmten, genoss der Hockey-Nachwuchs des KTHC Rot Weiss Köln am Samstagvormittag den Beifall von der Tribüne.

Den verdienten Beifall, denn das U-16-Team von Trainer Paul Koch hatte am 22. Februar in Lübeck eine Hallensaison ohne Niederlage mit der Deutschen Meisterschaft gekrönt. Der Coach sprach nicht nur angesichts des 3:2-Finalerfolgs gegen Harvestehude von einer „unfassbaren Teamleistung. Wir waren nicht der klassische Topfavorit, aber unter dem Strich das stärkste Kollektiv.“

Das war nicht RW-like. Wir haben insgesamt zu emotionslos und nicht hart genug verteidigt
Paul Koch, Co-Trainer von Rot-Weiss Köln

Neben Keeper Carl Lehmann stachen Kapitän und Eckenspezialist Moritz Cazin sowie Torjäger Jonathan Kahlenberg heraus. Letzteres Duo mischt im Herren-Trainingsbetrieb schon fleißig mit – und drückte nach der Ehrung vergeblich die Daumen. Denn zum Jahresauftakt kassierte der deutsche Feldhockey-Vizemeister aus Köln eine 2:3 (2:3)-Niederlage gegen den MHC. Auch zum Unmut von Koch, der in seiner Funktion als Herren-Co-Trainer klarstellte: „Das war nicht RW-like. Wir haben insgesamt zu emotionslos und nicht hart genug verteidigt.“

Insbesondere im zweiten Viertel, als sämtliche fünf Treffer gefallen waren: Rühr brachte Rot Weiss zwar per Ecke in Führung (17.), doch Luis Holste (21.) und Matteo Luca Poljaric (23.) drehten die Partie. Nachdem Maximilian Siegburg postwendend ausgeglichen hatte (25.), sorgte Ben Hasbach für den Halbzeit- und Endstand (30.). Dass Antheus Barry, Tom Grambusch und Justus Warweg krankheitsbedingt nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte waren, ließ Koch nicht als Ausrede gelten. Der Gegner habe den Sieg „mehr gewollt. In den entscheidenden Situationen war Mannheim einfach schärfer.“

Tags darauf zeigten die Kölner immerhin die richtige Reaktion, indem sie den Münchner SC mit 7:0 (3:0) in die Schranken wiesen – und sich damit erfolgreich für die Hinspielpleite (4:5 n. P.) revanchierten. „Da haben sich die Jungs auch den Frust von der Seele geschossen“, sagte Koch. Allen voran Dreifachtorschütze Rühr (30./Siebenmeter, 45., 52./KE), der zudem das 2:0 durch Raphael Hartkopf mustergültig vorbereitete (12.). Die übrigen Tore markierten Warweg (11.), Michel Struthoff (32.) und Florian Adrians (57.).

Trotz des Schrittes in die richtige Richtung fordert Koch vor den Partien beim Club an der Alster (Sa., 13.30 Uhr) und beim Uhlenhorster HC (So., 13 Uhr) „mehr Konstanz. Momentan wechseln sich unfassbar gute und katastrophale Phasen ständig ab. Die Ausschläge nach unten müssen wir in den Griff bekommen.“ Das Ziel für die Aufgaben in Hamburg ist klar formuliert: „Wir wollen sechs Punkte holen. Basta.“

Rot-Weiss Köln darf sich im Kampf um Platz vier keine Ausrutscher mehr leisten

Zumal die Tabelle keine Ausrutscher verzeiht: Uhlenhorst Mülheim (2.) trennen nur fünf Zähler vom Crefelder HTC (9.) – und damit von einem Nicht-Playoffplatz. RWK dürfte als Fünfter Stand jetzt nur das erste von drei möglichen Viertelfinalspielen zu Hause bestreiten. „Wir wollen unter die Top vier“, betont Koch. Auch, um dem eigenen Anspruch wieder gerecht zu werden.


Sieg und Niederlage für Damen von Rot-Weiss Köln

Die Bundesliga-Spielerinnen des KTHC Rot Weiss sind mit einem Sieg und einer Niederlage ins Feldhockey-Jahr gestartet. Nachdem Nika Hansen (16.) und Lynn Krings (47.) einen 2:0-Erfolg über den Bremer HC herausgeschossen hatten, unterlag das Team tags darauf dem Harvestehuder THC mit 1:2. Nach einem Doppelschlag der Gäste (6./ 7.) gelang Krings nur der Anschlusstreffer (11.). Auch, weil sich der Titelverteidiger auf Nationaltorhüterin Finja Starck verlassen konnte. RW-Angreiferin Katharina Reuten sprach von einem „klaren Chancenplus. Leider haben wir uns nicht belohnt.“

Am Samstag (11.30 Uhr) treten die Kölnerinnen (7./18 Punkte) beim Großflottbeker THGC (8./17) an. Bremen (15) befindet sich auf dem ersten Nicht-Playoffplatz in Lauerstellung. Vor der Partie gegen den HTHC wurde Julia Sonntag (34) offiziell verabschiedet. Jene Torhüterin, die 16 Jahre lang das RW-Trikot getragen hatte. Nach dem jüngsten Hallen-EM-Titel beendete sie ihre internationale und ihre nationale Hockey-Karriere. (tim)