Die Blockade der Straße von Hormus wirkt sich weiterhin auf die Spritpreise aus. Die Deutschen fahren aber nicht weniger Auto.
Hohe SpritpreiseRegierung droht Ölkonzernen mit Gegenmaßnahmen – was geplant ist
Die Spritpreise an den Tankstellen in Deutschland sind auf einem Rekordniveau. Seit dem Beginn des Iran-Krieges sind die Preise massiv gestiegen – um 15 bis 27 Cent pro Woche. Durch den der Rohölpreis zeitweise auf über 120 US-Dollar pro Barrel stieg. Und Entspannung ist nicht in Sicht.
Die Bundesregierung will als Reaktion auf Kritik an deutlichen Preissteigerungen an den Tankstellen das Kartellrecht verschärfen. Vor einem Treffen mit der Mineralölbranche haben Vertreter von Union und SPD mit staatlichen Eingriffen gedroht, sollten die Spritpreise nicht bald sinken.
Spritpreise: Regierung will Kartellrecht verschärfen
„Wenn der Wettbewerb nicht mehr fair funktioniert, darf der Staat nicht zuschauen - er muss eingreifen“, sagte Unionsfraktionsvize Sepp Müller (CDU) am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP in Berlin. Aus der CDU kamen Forderungen nach einer Senkung der Energiesteuer oder einer Aussetzung der CO2-Abgabe. Die SPD plädierte für eine Spritpreisbremse.
Am Montag soll die von den Koalitionsfraktionen eingesetzte Taskforce zu den Spritpreisen tagen. „Für mich stellt sich die klare Frage: Geht es an unseren Zapfsäulen mit rechten Dingen zu?“, sagte der CDU-Politiker Müller mit Blick auf das Treffen.

Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf.
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Die aktuellen hohen Spritpreise werden nach Einschätzung des Geopolitik-Experten Klemens Fischer noch längere Zeit auf hohem Niveau bleiben. „Dadurch, dass die Straße von Hormus weiterhin gesperrt bleiben wird, ist nicht davon auszugehen, dass die Spritpreise an den deutschen Zapfsäulen sinken werden. Im Gegenteil, nun muss man mit einem weiteren hohen Niveau der Spritpreise rechnen“, sagte Fischer in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur.
In der letzten Woche sind die Preise für Benzin und Diesel in Deutschland sprunghaft angestiegen. Ein Liter Super E10 kostet derzeit im bundesweiten Durchschnitt rund 2,10 Euro, Diesel liegt bei etwa 2,16 Euro.
Deutsche fahren trotz teurem Sprit nicht weniger Auto
Obwohl Autofahrer in ganz Deutschland über die hohen Spritpreise klagen, fahren sie offenbar nicht messbar weniger. Eine Analyse des Verkehrsdatenspezialisten TomTom für die Deutsche Presse-Agentur ergab keinen relevanten Rückgang der Fahrleistung. Im Gegenteil: Es wurde sogar noch etwas mehr gefahren - allerdings aus anderen Gründen.
Die Preise bleiben auf einem historisch hohen Niveau und belasten Pendler sowie Haushalte stark. Inzwischen fahren viele zum Tanken nach Belgien, Polen, Österreich oder in die Schweiz. (mbr/dpa/afp)

