Ungeachtet der aktuellen Krisen steigert die Bergisch Gladbacher Holding ihren Umsatz und erhöht die Dividende. Fünf Firmen wurden übernommen, eine weitere folgt.
Holding-GruppeIndus AG wächst von Krisen unbeeindruckt

Johannes Schmidt, Vorstandsvorsitzender der Indus-Gruppe, Bergisch Gladbach
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Die Beteiligungsfirma Indus Holding rechnet im laufenden Jahr wegen einer besseren Auftragslage mit einem „moderaten“ Wachstum. „Auch wenn die Rahmenbedingungen uns nicht euphorisch werden lassen, sind wir zuversichtlich“, sagte Unternehmenschef Johannes Schmidt dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ am Mittwoch in Bergisch Gladbach zur Vorlage des Geschäftsberichts für 2025.
Für die im Kleinwerteindex SDax gelistete Aktie ging es zuletzt um 1,8 Prozent nach oben. Im bisherigen Jahresverlauf liegt sie ein Prozent im Plus. Im laufenden Jahr sollen die Erlöse auf 1,80 bis 1,95 Milliarden Euro zulegen, wie das auf Mittelständler spezialisierte Beteiligungsunternehmen verkündete. Branchenexperten hatten einen Umsatz am unteren Ende der Spanne auf dem Zettel. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Firmenwertabschreibungen (Ebita) sieht das Management im laufenden Jahr bei 150 bis 170 Millionen Euro. Die entsprechende operative Marge soll zwischen 7,5 und 9,5 Prozent liegen.
Diversifikation als Erfolgsfaktor
Warum aber läuft es so gut bei Indus, angesichts der weltweit angespannten Märkte, Energiepreisen und Zollgefechten? „Es ist vor allem unsere extreme Diversifikation, die sich in solchen Zeiten auszahlt. Auch was das Internationale angeht. Vereinfacht könnte man sagen: Irgendwas geht immer“, so Firmenchef Schmidt im Interview.
Indust ist seit Gründung eine Beteiligungsgesellschaft, die auf den langfristigen Erwerb und die Entwicklung mittelständischer Produktionsunternehmen (Hidden Champions) im deutschsprachigen Raum spezialisiert ist. Sie agiert als Holding, unterstützt ihre rund 45 Beteiligungen in den Segmenten Ingenieurwesen, Infrastruktur und Technik, und fördert nach eigenen Angaben Innovationen sowie Nachhaltigkeit, ohne operativ in das Tagesgeschäft einzugreifen.
Im vergangenen Jahr wurden laut Schmidt fünf weitere Firmen übernommen, darunter auch solche in Schweden, den USA und Italien. Für die weitere Expansion soll es im laufenden Jahr eine weitere Akquisition geben. Aktuell beschäftigen die Firmen der Indus Holding laut Schmidt zusammen 8900 Mitarbeiter, davon 45 am Konzernsitz in Bergisch Gladbach.
Auch Gewinn weiter gestiegen
Die vergleichsweise positive Prognose basiere auf der Annahme, „dass es trotz der geopolitischen Risikolage im Nahen und Mittleren Osten zu keinen längerfristigen strukturellen Einschränkungen der Versorgungssicherheit mit langfristigen Preissteigerungen bei Vormaterial- und Energiepreisen kommt“, hieß es von Indus dazu weiter.
Wie bereits im Februar auf Basis vorläufiger Zahlen mitgeteilt, stieg der Umsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr leicht auf 1,74 Milliarden Euro, während das operative Ergebnis auf 147,8 Millionen Euro zurückging. Die operative Marge lag bei 8,5 Prozent.
Nach Steuern verbuchte Indus einen Gewinnanstieg auf 69,8 Millionen Euro. Dabei profitierte das Unternehmen von einer niedrigeren Besteuerung. Im Vorjahr hatte Indus 54,7 Millionen Euro verdient. Zugleich saßen die Unternehmen im Portfolio zu Jahresende 2025 auf einem um 11 Prozent auf 705,9 Millionen Euro gestiegenen Auftragsbestand.
Für das abgelaufene Geschäftsjahr sollen die Aktionäre eine um zehn Cent angehobene Dividende in Höhe von 1,30 Euro je Aktie bekommen. Analysten hatten hier im Mittel mit weniger gerechnet.

