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Rollende FestungNeuer Dienstwagen für Friedrich Merz – so viel kostet die gepanzerte S-Klasse

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Friedrich Merz setzt beim Dienstwagen auf Mercedes.

Friedrich Merz setzt beim Dienstwagen auf Mercedes. (Symbolbild)

Mercedes hat den neuen S 680 Guard präsentiert. Die gepanzerte Limousine ist mehr als nur ein Spezialfahrzeug. 

Mit dem S 680 Guard hat Mercedes eine neue Limousine mit Panzerung enthüllt. Darin könnte künftig Bundeskanzler Friedrich Merz Platz nehmen. Obwohl V12-Motoren in der Autoindustrie immer seltener zum Einsatz kommen, verbaut der Stuttgarter Autobauer in diesem Spezialfahrzeug nach wie vor einen Zwölfzylinder.

Die Zielgruppe für dieses Fahrzeug ist exklusiv und umfasst Personen mit hohem Schutzbedarf, wie beispielsweise Regierungschefs, Top-Manager und Mitglieder von Königshäusern. Im Zuge der Überarbeitung der S-Klasse wurde auch die gepanzerte Version modernisiert.

Bundeskanzler Friedrich Merz setzt auf Mercedes S 680 Guard

Herausgekommen ist ein 4,2 Tonnen schweres Automobil, dessen Äußeres sich fast nicht von einer herkömmlichen Oberklasse-Limousine unterscheidet. Die Verwendung von Spezialstahl und gepanzertem Glas ermöglicht die höchste zivile Schutzstufe VR10, sodass Kanzler Merz vor Angriffen mit Sprengstoff sowie vor Beschuss durch Sturmgewehre mit Stahlhartkern-Munition sicher ist.

Aufgrund der Schutzelemente erhöht sich das Gewicht des Fahrzeugs um 1,5 Tonnen. Um die Türen zu öffnen, ist eine motorische Unterstützung erforderlich. Für den Antrieb sorgt ein 6,0-Liter-V12-Biturboaggregat. Es erzeugt 612 PS und entwickelt ein Drehmoment von 830 Newtonmetern. Die maximale Geschwindigkeit wurde auf 190 km/h beschränkt.

S-Klasse 680 Guard von Mercedes kostet mehr als halbe Million Euro

Der S 680 Guard von Mercedes hat besondere Reifen, die auch bei einem Schaden noch 30 Kilometer weit halten. Auch die Fensterheber sind abgesichert. Sollte die Elektronik versagen, funktionieren sie hydraulisch.

Die Ausstattung zur Sicherheit hat zusätzliche Systeme, wie man sie sonst eher vom Militär kennt. Bei Gasangriffen schützt ein Notfall-Frischluftsystem die Passagiere. Eine automatische Löschanlage kann Feuer am Boden und am Motor löschen.

Ein eingebautes Kommunikationssystem ermöglicht die Verständigung mit Personen außerhalb, selbst wenn Türen und Fenster geschlossen bleiben. Für Videokonferenzen in einer geschützten Umgebung gibt es im hinteren Bereich ein hochwertiges Entertainmentsystem.

Konrad Adenauer und Co. vertrauten auf Mercedes

Das derzeitige Modell startet preislich bei 547.400 Euro; es wird angenommen, dass die neue Variante teurer sein wird. Mercedes nimmt den V12-Motor bei normalen Serienfahrzeugen aus Gründen des Klimaschutzes aus dem Programm, im Guard kommt er jedoch weiterhin zum Einsatz. Als Grund wird die Sicherheit angeführt, weil das starke Drehmoment als erforderlich gilt, um das 4,2 Tonnen schwere Automobil zu bewegen.

Seit es die Bundesrepublik gibt, werden Mercedes-Benz-Staatslimousinen mit einer Ausnahme von deutschen Bundeskanzlern genutzt. Konrad Adenauer fuhr den 300er, später den Pullman und die gepanzerte S-Klasse. Nur Gerhard Schröder tanzte aus der Reihe und stieg in einen Audi 8 um, aber auch Angela Merkel schenkte den Ingolstädtern ihr Vertrauen. Erst Merz' Vorgänger Olaf Scholz kehrte zum Stern zurück. (mbr)