Welche Branchen das große Geschäft machen und wo Karnevalstouristen am tiefsten in die Tasche greifen müssen.
MilliardengeschäftKarneval lässt die Kassen in Köln klingeln – So viel Geld steckt in der Session

Höhner-Frontmann Patrick Lück hat sich aus Spaß auch mal am Gürzenich-Zapfhahn betätigt.
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Zwei Milliarden Euro für Kamelle, Kostüme und Kölle Alaaf: Die Wirtschaft kann in der diesjährigen Karnevalszeit nach einer Prognose des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) erneut mit einem Milliarden-Umsatz rechnen. Trotz der in diesem Jahr deutlich kürzeren Karnevalssession, die vom 11. November 2025 bis 18. Februar 2026 läuft und damit 15 Tage kürzer ausfällt, gehen die Ökonomen von bundesweiten Einnahmen von knapp zwei Milliarden Euro aus. Der größte Anteil entfalle auf die Gastronomie, gefolgt von Einzelhandel, Transport und Hotelübernachtungen. In der vorigen Session wurden noch rund 100 Millionen Euro mehr erlöst.
Besonders Köln profitiert stark vom jecken Treiben: Hier werden der Studie zufolge 850 Millionen Euro des Gesamtumsatzes gemacht – also weit mehr als 40 Prozent.
Diese Branchen profitieren besonders stark
Bundesweit betrachtet entfallen knapp 900 Millionen Euro auf Ausgaben in der Gastronomie. Obwohl die steigenden Preise in vielen Lebensbereichen den Menschen zusetzen, scheinen sie beim Spaß in der fünften Jahreszeit nicht sparen zu wollen. In den Kölner Sitzungssälen ist die 3-Euro-Schallgrenze für ein Glas Kölsch (0,2 Liter) in fast allen Sälen der Stadt schon durchbrochen. Auch für alkoholfreie Getränke werden stolze Preise aufgerufen.
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Allein Koelncongress veranstaltet in dieser Session 116 Sitzungen, in Gürzenich, Flora, Theater am Tanzbrunnen und dem Congress-Centrum. In allen vier Locations kostet das Kölsch 3,10 Euro. „Wir haben nach der Mehrwertsteuer-Senkung zu Jahresbeginn bewusst die Preise nicht angefasst, um bei der Kalkulation erst einmal Ruhe hereinzubekommen“, sagte Geschäftsführer Ralf Nüsser im Gespräch mit dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. „Wir erkennen aktuell erfreulicherweise trotz nicht erhöhter Getränkepreise leichte Umsatzerhöhungen und ein überdurchschnittlich feierfröhliches Verhalten.“
Auch der Einzelhandel kann sich freuen – für Kostüme, Kamelle und andere Karnevalsartikel werden laut IW Einnahmen von 400 Millionen Euro erwartet. Beim Platzhirsch Deiters beispielsweise gehen pro Jahr rund eine Million Kostüme über die Ladentheke, davon zwei Drittel in der Karnevalssession. Der Umsatz des Kostümhändlers wird im mittleren zweistelligen Millionenbereich geschätzt. Deutschlandweit gibt es mehr als 30 Filialen, darunter mit 5000 Quadratmetern das größte Karnevalskaufhaus der Welt in Frechen.
Auch bei den Hotelpreisen liegt Köln an der Spitze
Für Transportmittel wie Bus und Bahn berechnen die Kölner Ökonomen rund 290 Millionen Euro Umsatz, für Übernachtungen rund 210 Millionen Euro. Weitere 162 Millionen Euro fließen in Tickets oder den Wagenbau.
Die IW-Zahlen zeigen auch, dass Karnevalstouristen in Köln für Übernachtungen mit deutlich steigenden Preisen rechnen müssen. In der Rheinmetropole kostet demnach eine Übernachtung während der Hauptkarnevalstage im Schnitt fast 90 Euro mehr als im Vergleichszeitraum – ein Aufschlag von rund 66 Prozent.
In Aachen hingegen steigen die Hotelpreise den Berechnungen zufolge nicht, in Düsseldorf sinken sie sogar um vier Prozent. Auch in der Karnevalshochburg Mainz wird es etwas günstiger. Das liege laut IW daran, dass Düsseldorf und Mainz vor allem Besucher aus der Region anzögen, während Köln viele Gäste aus ganz Deutschland und dem Ausland verzeichne.

