Die Idee des Moderators Domian sah viele neue Bäume für Köln - darunter ganz besondere vor der Oper. Ein Interview.
„100 Ideen für Köln“50 japanische Kirschblüten vor der Kölner Oper - geht das?

Die Baustelle am Offenbachplatz, wo im Herbst Oper und Schauspiel eröffnen sollen.
Copyright: Susanne Esch
Die Idee des Moderators Domian in der „Kölner Stadt-Anzeiger“-Serie „100 Ideen für Köln“ viele neue Bäume für Köln vor - darunter 50 japanische Kirschblütenbäume vor der Oper. Im Interview erklärt Melanie Ihlenfeld, die Leiterin des Kölner Grünflächenamts, wie realistisch diese Idee ist. Der Kölner Stadt-Anzeiger will mit der Spenden- und Pflanzaktion „10.000 Bäume für Köln“ einen Teil der Idee von Domian, die von Kölnerinnen und Kölner auf Platz 2 gewählt wurde, umsetzen. Die Stadtverwaltung stellt für diese Aktion eine große städtische Fläche bereit, auf der die Setzlinge zum Wald heranwachsen können, nachdem sie im November 2026 gepflanzt worden sind. Hier erfahren Sie, wie Sie mitmachen können!
Domian hatte in unserer Serie „100 Ideen für Köln“ neben viel mehr Bäumen für die Stadt auch die Idee, 50 japanische Kirschblüten vor der bald neu eröffnenden Oper am Offenbachplatz zu pflanzen, um die Stadt zu kühlen und eine Touristen-Attraktion zu schaffen. Warum ist diese Idee nicht umsetzbar?
Wir finden diese Idee insbesondere im Hinblick auf die Herausforderungen des Klimawandels auch sehr gut und sind derzeit noch dabei, diese zu prüfen. Allerdings ist der Offenbachplatz mit seiner Gestaltung Teil des Denkmals Oper. Und gerade weil er frei ist und somit den Blick auf die Opernfassade uneingeschränkt ermöglicht, entfaltet er seine angedachte Wirkung. Wir prüfen derzeit, ob vielleicht doch seitlich ein paar Baumpflanzungen möglich sind.
Nun ist das Ziel, 10.000 Setzlinge an einem Ort zu pflanzen, aus denen in wenigen Jahren stattliche Bäume werden: Wie hilft das dem Klima der Stadt Köln?
Ich sage immer: Wälder sind wie eine natürliche Klimaanlage. Durch die Verdunstung geben sie Wasser in die sie umgebende Luft ab, sodass diese gekühlt wird. Auch wenn ein Wald nicht in unmittelbarer Nähe einer dichten Bebauung liegt, wird diese kühlere Luft durch Luftzirkulation und sogenannte Kaltluftströme dorthin transportiert. Wälder speichern aber auch Regenwasser im Boden und geben dieses langsam wieder ab, sodass das Klima ausgeglichener ist. Zudem ist er natürlich auch Lebensraum für viele Tier- und Pflanzenarten. Sie sehen: Wälder sind durchaus Multitalente, die wir auf jeden Fall fördern wollen.

Melanie Ihlenfeld
Copyright: Martina Goyert
Steht schon fest, welches Areal Stadt Köln links- oder rechtsrheinisch anbieten kann für den neuen Wald in spe?
Ich kann noch nicht hundertprozentig sagen, da wir hier noch auf Rückmeldung warten. Voraussichtlich wird es eine Fläche im Rechtsrheinischen sein.
Stadtbäume in den zentralen Lagen von Köln werden in Zukunft ebenfalls wichtiger, da sich die Innenstadt besonders stark aufheizt im Sommer. Allerdings sind die Flächen dort besonders knapp. Wie sieht die Strategie der Stadt Köln hier aus?
Wir haben ein Straßenbaumkonzept für jeden Stadtbezirk erarbeitet, wo wir über 1.900 neue Standorte identifiziert haben. Diese arbeiten wir ab und haben schon mehrere hundert zusätzliche Straßenbäume gepflanzt. Außerdem stehen wir im intensiven Austausch mit dem Verkehrsdezernat.
Warum?
Weil es im Bereich von Straßen immer wieder zu Veränderungen kommt wie etwa einer Umnutzung hin zu weniger Autoverkehr. Freiwerdende Flächen können wir dann vielleicht für neue Baumstandorte oder zumindest für Entsiegelungen nutzen. Aufgrund der Flächenknappheit versuchen wir zudem, kleinräumiges Grün zu schaffen, das sich positiv auf das Stadtklima und die Biodiversität auswirken wird. So entstehen immer mehr sogenannter Tiny Forests oder wie wir es nennen: Waldinseln. Die Idee stammt aus Japan, wo sie im dicht besiedelten Raum kleine Oasen bilden. In Köln haben wir bereits in Ehrenfeld, Nippes und Buchheim solche wenige hundert Quadratmeter große Waldinseln angelegt.
Melanie Ihlenfeld ist Leiterin des Amtes für Landschaftspflege und Grünflächen in Köln.
