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Treffpunkt in OssendorfErzählbänke laden zum Austausch am Schnüsse Tring-Brunnen ein

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Noch Platz für Besucher: Kristina Tsoleridis, Ralf Görres und Uta Walger (v.l.) testeten schon mal eine Erzählbank an.

Noch Platz für Besucher: Kristina Tsoleridis, Ralf Görres und Uta Walger (v.l.) testeten schon mal eine Erzählbank an.

Erzählbänke am Joseph‑Roesberg‑Platz sollen die Gemeinschaft stärken. Langfristig ist auch die Wiederbelebung des historischen Brunnens geplant.

Uta Walger will sich künftig den Dienstagnachmittag freihalten. „Ab etwa 15 Uhr sitze ich dann hier, natürlich nur, wenn es nicht regnet“, sagt sie und zeigt auf die beiden neuen „Erzählbänke“ auf dem Joseph-Roesberg-Platz vor dem Schnüsse Tring-Brunnen. Über Gott und die Welt möchte sie dann mit Passanten reden, die sich zu ihr setzen. Gar nicht ungern über Ersteren, schließlich ist sie Pfarrerin im Ruhestand und war noch vor wenigen Jahren bei der Evangelischen Kirchengemeinde Ehrenfeld tätig.

Bis 2019 feierte die Gemeinde Gottesdienste in der Dreifaltigkeitskirche gleich am Joseph-Roesberg-Platz. Aus Kostengründen wurde die Kirche vor sieben Jahren entwidmet und ist inzwischen verpachtet. In den neuen Erzählbänken sieht Pfarrerin Kristina Tsoleridis auch die Chance, in Ossendorf präsent und im wahrsten Sinne des Wortes mit den Bürgern im Gespräch zu bleiben: „Wenn es mir möglich ist, werde ich am Dienstagnachmittag ebenfalls vorbeischauen, außer Uta Walger und mir sind einige Ehrenamtler im Einsatz“, erzählte sie auf dem Einweihungsfest mit Kaffee und Kuchen.

Verbesserter Platz dank breiter Unterstützung

Sollte sich das Format bewähren, soll es auf weitere Wochentage ausgeweitet werden. Wasser, Saft und Kekse stehen bereit, und Besucher können sehen, wie sich der Platz verbessert hat: Die Beete wurden hergerichtet, die Stromkästen künstlerisch gestaltet. Unterstützt wurde die Gemeinde dabei von der Aikido‑Schule, der Caritas und der Alten Kölner Karnevalsgesellschaft „Schnüsse Tring“. Auch die Jugendtanzgruppe Kammerkätzchen und Kammerdiener trat beim kleinen Fest auf.

„Wir denken auch darüber nach, hier alle zwei bis drei Jahre ein Veedelsfest zu feiern, so viele Treffpunkte gibt es in Ossendorf ja nicht“, sagte Pfarrerin Tsoleridis. Auch Udo Hanselmann (SPD) begrüßte die Idee: „Das wäre ein starkes Zeichen für Zusammenhalt und Identität in Ossendorf.“ Die Bezirksvertretung unterstützte die Umgestaltung mit 3000 Euro. Ein Wunsch bleibt für Tsoleridis: „Eine dritte Bank wäre schön – und irgendwann sollte auch der Brunnen wieder plätschern.“

Denn der Brunnen, den Heinrich Esser 1982 zum Gedenken an die selbstbewusste Magd geschaffen hatte, liegt seit ungefähr zehn Jahren trocken. Daran arbeitet vor allem Ralf Görres, Mitglied des Großen Rats der KG „Schnüsse Tring“ und Kölner Prinz Karneval im Dreigestirn von 2013: „Seit einiger Zeit bin ich im Gespräch mit Mitarbeitern des Amts für Gebäudewirtschaft. Der Brunnen müsse gereinigt werden und im Moment werde noch untersucht, wie die Wasser- und Stromversorgung funktioniert, und die Instandsetzung werde wohl einige Zehntausend Euro kosten. Aber grundsätzlich ist es kein Problem.“