Wird Köln der Standort für eine Außenstelle der Gedenkstätte Yad Vashem? Nach Informationen der NRW-Staatskanzlei ist Köln im Bewerberfeld noch in der engeren Auswahl der Israelis.
Holocaust-Gedenkstätte in NRW?Köln und Düsseldorf bleiben im Rennen

Die Halle der Namen in der Holocaust Gedenkstätte Yad Vashem.
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Die Stadt Köln kann weiter darauf hoffen, Standort einer Außenstelle der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem zu werden. Das geht aus einem Schreiben von NRW-Europaminister Nathanael Liminski (CDU) an den Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) hervor, das dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ in Kopie vorliegt. Darin heißt es, die Leitung von Yad Vashem habe die Staatskanzlei darüber informiert, dass sich die weiteren Gespräche auf mögliche Standorte in Köln und Düsseldorf konzentrieren würden. Damit steht fest, dass Essen und Dortmund, die sich ebenfalls beworben hatten, aus dem Rennen sind.
Dass NRW sich mit „vier starken, inhaltlich profilierten und überzeugenden Standorten präsentiert“ habe, sei „ein starkes Zeichen aus NRW“, schreibt Liminski. „Es zeigt, wie tief die Verpflichtung zur Erinnerung an Shoah und zum entschiedenen Kampf gegen Antisemitismus in unseren Städten verankert ist“, so der Chef der Staatskanzlei. NRW sei nun mit „zwei starken Standorten im weiteren Bewerberfeld vertreten“.
Standort direkt am Kölner Dom
Die Stadt Köln hatte der israelischen Holocaust-Gedenkstätte einen Standort direkt am Kölner Dom für ein geplantes Bildungs- und Begegnungszentrum angeboten. Dabei geht es um das ehemalige Studienhaus des Römisch-Germanischen Museums. Oberbürgermeister Burmester (SPD) hat die Immobilie bereits einer Delegation aus Israel bei einer Besichtigung vorgestellt. „Köln blickt auf 1700 Jahre jüdisches Leben in seiner Stadtgeschichte zurück und leitet daraus in seiner Bewerbung sehr glaubwürdig einen Auftrag für das Gedenken und die Bildung zum Holocaust ab, heißt es in dem Schreiben von Liminski. Auch Düsseldorf engagiere sich „seit vielen Jahren in ganz hervorragender Weise im Bereich der Erinnerungskultur und habe mit seiner vielfältigen Bewerbung überzeugen können“.
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Neben NRW kommen auch Sachsen und Bayern als mögliche Standorte für das Bildungszentrum infrage. Die NRW-Landesregierung hofft, auch durch ihre langjährigen Beziehungen nach Israel den Zuschlag zu bekommen. Liminski will zu Fragen des weiteren Vorgehens jetzt mit den Oberbürgermeistern von Köln und Düsseldorf Kontakt aufnehmen. Die Entscheidung aus Israel wird noch im ersten Halbjahr dieses Jahres erwartet.
Das neue Bildungszentrum soll die Gedenkstättenlandschaft in Deutschland ergänzen. Es gehe darum, „den gefährlichen Erscheinungen der Verzerrung und Verharmlosung des Holocausts entgegenzuwirken“, sagte der Yad Vashem-Vorsitzende Dani Dayan bei der Vorstellung des Projekts. Damit könne die Einrichtung „eine wichtige Säule im Kampf gegen den Antisemitismus darstellen“.

