Die israelische Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem plant ein Bildungszentrum in Deutschland. Stadt und Rat wollen es nach Köln holen.
Rat stellt sich hinter ProjektKöln will Standort des „Yad Vashem Education Center“ werden

Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) besuchte Anfang Dezember die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem und betrachtet Bilder aus Konzentrationslagern.
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Köln will Standort des „Yad Vashem Education Centers“ werden. Die internationale Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem in Israel plant die Errichtung eines Bildungszentrums erstmals außerhalb von Israel, nämlich in Deutschland. Oberbürgermeister Torsten Burmester (SPD) empfing vorige Woche schon eine Delegation des Yad Vashem in Köln. In der Sitzung am Dienstag stellte sich der Stadtrat mit breiter Mehrheit der Ratsfraktionen von Grünen, CDU, SPD, Linke, Volt und FDP/KSG hinter das Projekt.
Burmester sagte im Rat: „Wie notwendig die Arbeit für jüdisches Leben in unserer Gegenwart ist, wurde uns am Wochenende nochmal bewusst. Der Terroranschlag in Sydney lässt uns zurück mit Entsetzen und Trauer und auch Solidarität gegenüber der jüdischen Gemeinde in Köln und woanders.“
Oberbürgermeister zeigt Solidarität mit Opfern in Sydney
Am Sonntag töteten zwei Angreifer 15 Menschen am Bondi Beach in Sydney auf einem jüdischen Chanukkafest am Strand. Mehr als 40 weitere wurden teils lebensgefährlich verletzt. Es ist die schwerste Terrorattacke in der jüngeren Geschichte Australiens.
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Die Bundesregierung unterstützt das Vorhaben, ein Yad Vashem Bildungszentrum in Deutschland aufzubauen und nahm Bayern, Sachsen sowie NRW als mögliche Standort ins Auge. In NRW bewarb sich beispielsweise Düsseldorf bereits als Standort. Köln sieht sich allerdings als größte Stadt in NRW als besonders geeignet an. Schließlich geht das Bildungszentrum außerhalb Israels auf die Initiative des Kölners Abraham Lehrer zurück, stellvertretender Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland. In Köln sieht man sein Engagement als Argument für die besondere Rolle Kölns als Ort lebendigen jüdischen Lebens.
Köln betreibt bereits antisemitische Bildungsarbeit
Die Fraktionsvorsitzende der Grünen, Christiane Martin, sagte: „Jüdinnen und Juden prägen diese Stadt seit 1700 Jahren.“ Die Bewerbung Kölns soll „wirkungsvoll vorangebracht werden“. Argumente für Köln sind unter anderem, dass die Stadt bereits das NS-Dokumentationszentrum zu bieten hat, als „Kernstück der Bildungsarbeit in diesem Bereich, das weit über die Region hinaus strahlt“, so CDU-Fraktionsvorsitzender Bernd Petelkau. Auch wird das Jüdische Museum MiQua im Historischen Zentrum Kölns gebaut und es besteht eine langjährige Städtepartnerschaft zwischen Köln und Tel Aviv-Jaffa.
Petelkau sagte: „Das sind starke Voraussetzungen, um ein Yad Vashem Education Center in Köln zu verankern.“ SPD-Fraktionschef Christian Joisten sagte: „Erinnerungskultur ist aktive Demokratiearbeit und braucht starke und sichtbare Orte der Bildung und des Lernens.“

