Aschermittwoch, wir kommen! Was die kölschen Jecke zum Auftakt des Straßenkarnevals von den Touristen unterscheidet.
Satirischer WochenrückblickAschermittwoch, wir kommen!


Schluss mit lustig: ein müder Superman am Rosenmontagszug
Copyright: Foto: Zik
Natürlich han mir Kölsche gerne Karnevalsbesuch. Liebend gerne. Wir freuen uns wie jeck, wenn echte Fründe anrücken. Jedes Johr am Mittwoch jeiht dat Spillche widder los. Vor Wieverfastelovend und ab geht die Post.
Sie kommen! Die beschwipsten Berliner mit Quarkbällchen und Sekt, die Frankfurter mit Handkäs und Musik. Mit d’r dicke Trum und Tschingderassabum! Nä wat is dat schön! Alles quillt über. Der Kühlschrank voller Überlebensmittel, die Zugereisten voller Vorfreude. Ausgehungerte Alaafisten aus der Diaspora, die spätestens in Düsseldorf beginnt. Haben wir denn immer noch nicht genug rheinischen Frohsinn in die Spree gekippt?
Wir freuen uns wie jeck!
Trotzdem. Wir freuen uns wie jeck. Ganz bestimmt. Es ist nur so. In einer kurzen Session wie dieser treffen die Zugereisten, ausgehungert, halbverdurstet und raderdoll, op Jecke, für die der Rosenmontagszug, sagen wir mal so, wegen zu später Bereitstellung, defekter Kamelle-Kanone oder falscher Wagenreihung auch gern mal ausfallen könnte.
Alles zum Thema Rote Funken
- Satirischer Wochenrückblick Aschermittwoch, wir kommen!
- Abfahrt an Weiberfastnacht FC geht dem Karnevals-Trubel in Köln aus dem Weg
- „Krise als Chance“ Wie der Hürther Gertrudenhof zum Multi-Millionen-Unternehmen wurde
- Kajuja-Sitzung „Gigantischste Show aller Zeiten“ in Lindlar-Frielingsdorf
- Präsident der „Kölsche Kippa Köpp“ Von der Kölner Kulturszene im Stich gelassen gefühlt
- „Ein echter Herzensmoment“ Neues Mottolied – Kölschrocker machen es wie Marie-Luise Nikuta
- Karneval Weniger Programm, mehr Stimmung bei der KG Prinzengarde Opladen
Ja! Wir können uns das vorstellen! Einfach auf dem Sofa liegen! Am höchsten Feiertag der Kölner. Sie glauben ja gar nicht, wie einschläfernd das sein kann. 1000 Meter Rote Funken, Bagagewagen, 1000 Meter Blaue Funken, Bagagewagen, 1000 Meter Appelsinefunke, Bagagewagen. Aschermittwoch, wir kommen!
Geht aber nicht in einer Wohnung, die exakt aussieht, wie Querbeat es in einem ihrer Karnevalshits auf den Punkt gebracht haben: „40 Lück in nem vill zo kleine Zimmer. WG em dritten Stock, Hurra, do simmer!“ Und einer schreit immer: Wat is dä Plan?
Dä Plän? Den arbeiten mir Kölsche doch schon seit Wochen ab. Prunk- und Stunksitzung, Jeckespill und Imi-Sitzung, Proben für die Freunde-Sitzung, Schlangestehen vor Kneipen für Karten, die grundsätzlich ausverkauft sind, wenn der Tresen erreicht ist. Und dauernd diese Nachfragen in den Whatsapp-Gruppen. Und? Als was geht ihr denn dieses Jahr?
Solche Fragen stellen sich uns im November. Aber spätestens! Den Weihnachtsmann fragt das doch auch kein Mensch, drei Tage nach Heiligabend.
Nein. Mir Kölsche han wirklich gerne Karnevalsbesuch. Auch wenn mir Jecke nicht mehr ganz so frisch sind, wenn die Raderdollen kommen. Sondern schon ein wenig Raderthal in uns spüren. Tut uns leid. Dafür müsse mir ävver och dat janze Johr üvver jeck sin.

