Am 26. April können Laufbegeisterte über fünf oder zehn Kilometer durchs Vringsveedel rennen.
Rettung auf den letzten Metern41. Severinslauf in Köln findet doch statt

Der Severinslauf, einer der kölschen Laufklassiker, ist gerettet. Am 26. April startet die 41. Auflage an der Torburg. (Archivbild)
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Totgesagte leben länger. Irgendwie hat Georg Herkenrath es wieder geschafft, die Tradition nicht abreißen zu lassen. Die Absage ist abgesagt, ein Gönner gefunden, der die Finanzlücke schließen wird. Der Dauerlauf im Severinsviertel findet statt. Zum 41. Mal – am Sonntag, 26. April.
Start und Ziel sind an der Torburg, das Vringsveedel wird auf den Beinen sein und die Stimmung erzeugen, die ein klassischer Volkslauf mit Distanzen über fünf und zehn Kilometer mit sich bringt. Normalerweise öffnet Herkenrath, der mit seinen 76 Jahren immer noch persönlich in seinem Dauerlauf-Laden auf der Severinstraße steht, die Anmeldung Anfang Januar. „Das habe ich mich in diesem Jahr einfach nicht getraut, weil mir die Sponsoren fehlten“, sagt er. Vor vier Wochen dann kam die Absage. „Notgedrungen. Das ist mir schon schwergefallen.“
Sponsor für Severinslauf meldet sich überraschend
Die Nachricht hat sich im Viertel wie ein Lauffeuer verbreitet und einen Kölsch-Brauer dazu bewogen, Herkenrath auf die Beine zu helfen. Seit zwei Wochen kann man sich online unter dauerlauf.de/severinslauf oder im Laden von Herkenrath auf der Severinstraße 181 anmelden. Meldeschluss ist am kommenden Sonntag, 19. April. Die Startgebühr beträgt 18 Euro für die zehn Kilometer. Die Fünfer zahlen 15 Euro.
Danach sind nur noch Nachmeldungen vor dem Start für 25/20 Euro möglich. Der Rundkurs führt durch die Severinstraße und den Rheinauhafen, die Zehner müssen drei Runden hinter sich bringen. Die Startzeiten sind um 11 Uhr (fünf Kilometer) und 12 Uhr (zehn Kilometer).
Ich werde alles versuchen, den Lauf am Leben zu erhalten

Glücklich über die Rettung seines Dauerlaufs im Severinsviertel: Georg Herkenrath.
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„500 Anmeldungen haben wir schon. Das Interesse ist also nach wie vor vorhanden“, sagt der 76-Jährige. „Im vergangenen Jahr waren knapp 1000 Läuferinnen und Läufer am Start.“ Wie lange es den Lauf noch geben wird, kann er nicht sagen. „Ich werde alles versuchen, ihn am Leben zu erhalten.“
Der Severinslauf zählt neben dem Brückenlauf des ASV Köln zu den ältesten in Köln. Dass Herkenrath das nicht einfach so daher sagt, kann man ihm durchaus abnehmen. Er war vor knapp 30 Jahren maßgeblich daran beteiligt, den Köln-Marathon aus der Taufe zu heben, der am 5. Oktober 1997 mit mehr als 11.000 Finishern seine Premiere feierte.

