Abo

Auf Gehwegen in MüngersdorfE-Scooter-Chaos bei FC-Heimspielen – Stadt plant Änderungen

3 min
E-Scooter stehen kreuz und quer auf dem Gehweg.

Am Montag nach dem Derby zwischen dem 1. FC Köln und Borussia Mönchengladbach glich der Gehweg auf der Aachener Straße einem kleinen Labyrinth.

Nach Heimspielen des 1. FC Köln versperren oft E-Scooter die Gehwege im Umfeld des Rhein-Energie-Stadions. Neue Mobilstationen sind geplant.

Für den Hinweg zu Heimspielen des 1. FC Köln scheinen E-Scooter für einige Fans das Mittel der Wahl zu sein – für den Rückweg jedoch nicht. „Regelmäßig“ komme es in den Tagen nach Heimspielen zum Beispiel auf der Aachener Straße an der Brücke über den Militärring „zu chaotischen Zuständen“, wie Fraktionen von FDP und Volt in der Bezirksvertretung Lindenthal nun kritisierten. Auch die Stadt hat die Situation im Blick.

Das Derby gegen Mönchengladbach ist am Montag zwei Tage her, der Trainer entlassen, aber auf der Aachener Straße stehen noch immer mehr als 100 E-Scooter – und das kreuz und quer auf dem Gehweg. Fußgänger und Rollstuhlfahrer müssen auf den Radweg ausweichen. Ordnungsamt und die Verleiher der Scooter notieren Nummernschilder, aus dem Weg geräumt werden die E-Scooter aber nicht. Wiederum zwei Tage später, am Mittwoch, stehen noch mehr als 30 Roller auf dem Gehweg, jetzt immerhin größtenteils am Rand und so, dass man an ihnen vorbeikommt.

30 E-Scooter stehen auf dem Gehweg, zum Großteil am Rand und nicht im Weg

Am Mittwoch nach dem FC-Heimspiel herrscht bei den E-Scootern auf der Aachener Straße wieder einigermaßen Ordnung.

„Feste Verleih- und Abstellstationen rund um das Müngersdorfer Stadion würden Ordnung schaffen, Sicherheit gewährleisten und die Verantwortung der Anbieter stärken“ finden FDP und Volt. Sie fordern eine Umsetzung „bis zur nächsten Saison“, also bis August.

Rhein-Energie-Stadion: Abstellverbotszone wie in der Kölner Altstadt geplant

Auch die Stadt sieht den Bedarf „einer Optimierung“. An einigen Stellen sei die Barrierefreiheit nicht mehr gewährleistet. Für die letzten drei Heimspiele der Saison werde die Stadt die Anbieter auffordern, ihre Scooter und Leihräder „umgehend neu zu verteilen und eine Barrierefreiheit sicherzustellen“, wie sie auf Anfrage des „Kölner Stadt-Anzeiger“ mitteilt. Außerdem sollen Mobilstationen in Kombination mit einer Abstellverbotszone eingerichtet werden.

In der Kölner Altstadt gibt es dieses System bereits. Dort dürfen E-Scooter und Leihräder grundsätzlich nirgendwo abgestellt werden – außer an den extra dafür eingerichteten Mobilstationen. „Das sorgt für ein geordnetes Stadtbild und sichert in vielen Bereichen die Barrierefreiheit“, so die Stadt. Seit Einführung habe man positive Erfahrungen mit dem Konzept gesammelt. In Zukunft soll ganz Köln mit diesem Konzept abgedeckt werden.

Stadt Köln plant fünf Mobilstationen rund um das Rhein-Energie-Stadion

Dazu gehört auch das Rhein-Energie-Stadion in Müngersdorf. Hier plant die Verwaltung aktuell, an fünf Standorten Flächen für E-Scooter, Leihräder, Lastenräder und auch vereinzelt private Fahrräder einzurichten. Neben den Heimspielen des 1. FC Köln können diese dann auch für andere Veranstaltungen im Stadion sowie im Umfeld genutzt werden. Um diese Standorte soll eine Abstellverbotszone dann dafür sorgen, dass die restlichen Bereiche freigehalten werden. In den zugehörigen Apps können die per GPS georteten E-Scooter dort dann zum Beispiel nicht mehr zurückgegeben werden.

„Aktuell befinden sich die Pläne in den letzten Abstimmungsprozessen. Sobald diese abgeschlossen sind, kann eine externe Beauftragung zur Durchführung erfolgen, die notwendigen Schilder und Anlehnbügel werden dann parallel hergestellt werden können“, schreibt die Stadt. Die Verwaltung arbeite daran, dass die Standorte zur neuen Saison beziehungsweise zu weiteren Veranstaltungen im Sommer eingerichtet sind.

Wann die neue Saison in Müngersdorf beginnt, hängt auch davon ab, ob der 1. FC Köln den Klassenerhalt in der Bundesliga schafft. Die Bundesliga startet am 28. August in ihre neue Saison, die 2. Bundesliga bereits am 7. August. An dem Aufkommen an Fans und damit auch an E-Scootern würde das der Erfahrung der letzten Jahre nach nichts ändern.