Zum zweiten Mal verlängert der Kostümhändler seinen Mietvertrag für die Filiale am Heumarkt, die 2004 eröffnet hatte.
Kölner AltstadtBekannte Deiters-Filiale bleibt länger geöffnet als geplant

In die Jahre gekommen: das Gebäude am Heumarkt, in dem Deiters verkauft
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Das bekannte Geschäft des Kostümhändlers Deiters am Heumarkt bleibt länger geöffnet, bevor Aldi Süd das Gebäude abbricht und eine Filiale und Wohnungen baut. Laut Deiters-Geschäftsführer Alexander Berg haben Deiters und Aldi Süd den Mietvertrag für das in die Jahre gekommene Gebäude um neun Monate bis Ende November verlängert.
Ursprünglich war zuletzt angedacht, die Filiale in der Gürzenichstraße Ende Februar zu schließen. Eine Sprecherin von Aldi Süd bestätigte die Verlängerung, nannte aber keinen Zeitraum.

So sehen die Pläne von Aldi Süd für das neue Haus aus.
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Berg sagte: „Wir sind aktuell in Verhandlung, eventuell noch bis Ende Februar 2027 erneut zu verlängern.“ Die Verlängerung ist schon die zweite, eigentlich sollte der Deiters-Laden schon im vergangenen Herbst schließen.
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2004 hatte der Kostümhändler das Geschäft eröffnet, es war laut Berg die erste unabhängig vom Hauptstandort. Aktuell gibt es noch zwei weitere in Köln, eine in Godorf und eine am Hohenstaufenring.
Fünfgeschossiger Neubau geplant
Wie im September 2023 berichtet, gehört das in die Jahre gekommene Gebäude mittlerweile dem Lebensmitteldiscounter Aldi Süd, er hat es gekauft. Das Unternehmen teilte damals mit, das Haus stamme aus den 1950er- und 1970er-Jahren und sei „baulich wie technisch marode“. Aldi Süd will einen fünfgeschossigen Neubau erstellen. Im Erdgeschoss soll ein Supermarkt einziehen, darüber Wohnungen und Gewerbe entstehen.
Gespräche mit der Stadt
Auf die Frage, ob Aldi Süd an den Plänen festhält, teilte die Sprecherin mit: „Aldi Süd befindet sich derzeit in Gesprächen mit der Stadt Köln zur Baugenehmigung für das Projekt am Gürzenich.“ Danach schließen sich laut ihrer Aussage Bauplanung und Ausschreibungen an.
Und: „Konkrete Termine für Abriss, Baubeginn und Fertigstellung können derzeit noch nicht benannt werden. Grundsätzlich gilt: Die Planung von Bauvorhaben kann je nach Rahmenbedingungen zu Anpassungen von Bau- und Zeitplänen führen.“ 2023 war einmal die Rede von einer Fertigstellung 2028.

Die Pläne für das Projekt „Grüne Höfe“ in Ehrenfeld wurden gestoppt.
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Ein deutlich größeres Projekt hat Aldi Süd am Grünen Weg in Ehrenfeld ursprünglich verfolgt, es heißt „Grüne Höfe“. Unter anderem 80 bis 100 Wohnungen sollten auf dem bisher einstöckigen Aldi Süd und dem Parkplatz entstehen. Es sollte ein Pilotprojekt für Köln sein.
Aldi: Probleme bei der Umsetzung
Dort sind bisher nur 20 Prozent des Grundstücks bebaut, der größte Teil durch den 1996 erbauten eingeschossigen Aldi-Markt, fast der komplette Rest ist für 122 Parkplätze vorgesehen. Doch das Unternehmen stoppte die Pläne (wir berichteten). Eine Sprecherin begründete das im Oktober: „Bei der Entwicklung der Grünen Höfe hat sich die Marktsituation, wie unter anderem allgemein deutlich gestiegenen Baukosten, so stark verändert, dass eine Umsetzung in der ursprünglich geplanten Form aktuell nicht möglich ist – trotz bereits erfolgter Anpassungen.“
Björn Just, Leiter des Aldi Süd Immobilienbüros Rheinland, hatte in der Vergangenheit zur Motivation, auf dem Immobiliensektor zu investieren, gesagt: „Wir kombinieren unser Kerngeschäft, die Nahversorgung, mit zusätzlichen Nutzungen, die für das jeweilige Umfeld relevant sind, und entwickeln so attraktive und damit auch wirtschaftlich nachhaltige Standorte.“

