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Sperrungen für KundgebungMehr als 1000 Kölnerinnen und Kölner gedenken der Opfer von Hanau

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Gedenkveranstaltung für die Opfer von Hanau (Archivbild von 2023)

Gedenkveranstaltung für die Opfer von Hanau (Archivbild von 2023)

Zum Jahrestag des Terroranschlags von Hanau gab es in Köln am Donnerstagabend eine Kundgebung, rund 1.200 Menschen zogen durch die Innenstadt.

Sechs Jahre nach dem rassistisch motivierten Anschlag in Hanau, dem zehn Menschen zum Opfer fielen, fanden in vielen deutschen Städten Gedenkveranstaltungen statt. Auch in Köln wurde eine Kundgebung angemeldet. Um 18 Uhr begann die Demonstration am Hans-Böckler-Platz, der Marsch ging dann zum Friesenplatz, über die Ringe und den Neumarkt und endete gegen 22 Uhr am Rudolfplatz.

Vom Veranstalter wurden 500 Personen angemeldet. Es kamen aber weitaus mehr Menschen, gegen 19.30 Uhr sollen es laut Polizei rund 1.200 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gewesen sein. Um 19.15 Uhr brachen sie über die Venloer Straße in Richtung Friesenplatz auf.

Autofahrer wurden gebeten, den Bereich der Innenstadt zu meiden, es kam zu Straßensperrungen. Auch auf Tafeln an den Hauptverkehrsachsen wurde seit dem Mittag auf die Veranstaltung hingewiesen. Rund 50 Einsatzkräfte der Polizei waren vor Ort.

Auch die Kölner Grünen riefen zu der Veranstaltung auf, die unter dem Motto #SayTheirNames stattfand. Erinnert werden sollte an Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kenan Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar, Kaloyan Velkov und Ibrahim Akkuş.

Neun der Personen wurden am 19. Februar 2020 von einem 43-jährigen Deutschen ermordet. Danach tötete dieser seine Mutter und sich selbst. Ibrahim Akkuş starb am 10. Januar 2026 an den Spätfolgen seiner schweren Verletzungen. Bei allen Opfern handelt es sich um Personen mit Migrationshintergrund.

Hanau-Gedenkveranstaltungen auch im Rhein-Erft-Kreis

„Rechter Terror beginnt nicht erst mit der Tat. Er wächst dort, wo Menschen als ‚die anderen‘ markiert werden und wo Hass verharmlost wird“, heißt es in dem Aufruf zur Demo. 

Die Stadt Köln erinnerte in einem Post bei Social Media ebenfalls an die Opfer von Hanau. „Am 19.02.2020 aus rassistischen Motiven in Hanau ermordet!“, heißt es da unter den Porträts der (zunächst) neun Toten.

2021 war in Köln eine improvisierte Gedenkstätte für die Opfer von Hanau zerstört worden. Unbekannte hatten zwölf Folien mit Bildern und Namen der Getöteten, die in Rodenkirchen am Rheinufer befestigt waren, abgerissen. Die Kölner Jusos hatten das Mahnmal damals anlässlich des ersten Jahrestages eingerichtet.

Bundesweit gab es am Donnerstag zum sechsten Jahrestag Gedenkveranstaltungen. Auch in der Region rund um Köln versammelten sich Menschen: So waren in Kerpen und Brühl im Rhein-Erft-Kreis ebenfalls um 18 Uhr Kundgebungen geplant. In Kerpen war ein Demonstrationszug angemeldet worden, zudem gab es eine Initiative gegen einen Stammtisch der AfD in einer Kneipe in Horrem. In Brühl sollte es eine Mahnwache vor dem Rathaus geben.