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Zum vorzeitigen AbschiedKVB-Chefin übt scharfe Kritik an der Stadt Köln

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23.06.2022, Köln: Stefanie Haaks während der Billanzpressekonferenz der SWK Stadwerke Köln GmbH. Foto: Uwe Weiser

Stefanie Haaks (Archivfoto) hat ihren Vertrag bei der KVB vorzeitig aufgelöst.

Stefanie Haaks verlässt die KVB vorzeitig. Sie nannte private Gründe, übte aber auch scharfe Kritik an der Stadt.

Die Vorstandsvorsitzende der Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB), Stefanie Haaks, hört vorzeitig auf. Ihr Vertrag wäre eigentlich noch bis 2029 gelaufen – doch bereits Ende März verlässt sie das Verkehrsunternehmen, wie sie im Januar mitteilte. Ihr Nachfolger wird Marcel Winter. Zum vorzeitigen Abschied übt Haaks nun scharfe Kritik an der Stadt Köln.

Die Aufgabe der KVB sei es, die Mobilitätswende voranzutreiben, macht die scheidende KVB-Chefin deutlich. Von der Zusammenarbeit mit der Stadt sei sie in diesem Punkt jedoch enttäuscht worden. „Dass ich mir dann wünsche, dass es zügige Entscheidungen gibt, ist wahrscheinlich nachvollziehbar“, so Haaks in einem Interview mit der „Kölnischen Rundschau“. „Doch in diesem Punkt tickt diese Stadt leider nicht in dem Tempo, wie es aus meiner Sicht unterstützenswert wäre.“

KVB-Chefin: „Da gab es eher eine gefühlte Distanz“

So ziehe sich der Ausbau der Ost-West-Achse Jahre hin, ohne dass eine klare Entscheidung getroffen worden sei, führt Stefanie Haaks als Beispiel an. Damit habe sich der Ausbau immer weiter nach hinten verschoben. „Das finde ich sehr schade, denn wir könnten mit dem Ausbau auf dieser Achse mehr Fahrgäste befördern als bisher – und dieses Ziel verfolgen doch alle: KVB, Stadt und Politik.“

Außerdem habe sie sich in der Corona-Pandemie mehr Unterstützung von der Stadt gewünscht, so die KVB-Chefin weiter. Das Verkehrsunternehmen sei damals in einen Personalnotstand geraten, ein klares Bekenntnis der Stadt Köln zur KVB habe sie jedoch vermisst. „Da gab es eher eine gefühlte Distanz“, merkt Haaks kritisch an.

Zunehmende Aggressivität gegenüber KVB-Mitarbeitenden „sehr belastend“

Ein weiteres Problem sei laut Haaks die zunehmende Aggressivität gegenüber den Mitarbeitenden. Man habe Bodycams und stichsichere Westen angeschafft, dazu die Kampagne „Seid lieb zueinander“ mit Cat Ballou gestartet. „Doch trotz all dieser Maßnahmen: Wir können dieser Aggression nicht ausweichen. Und das ist für unsere Mitarbeitenden sehr belastend.“

Dennoch sei sie stolz darauf, wie ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen Haltung zeigen, sagt sie. Als das Haltestellenschild in Regenbogenfarben am Rudolfplatz eine Welle von Hass-Mails auslöste, war die Reaktion im Unternehmen eindeutig. „Aber es stand damit auch außer Frage, bei jedem, dass dieses Schild bleibt. Jetzt erst recht“, betont Haaks.

Nach über sieben Jahren an der Spitze der KVB freut sich Stefanie Haaks nun auf mehr Zeit für ihr Privatleben, darunter Wandern und Motorradfahren. Sie räumt ein, dass Sport und gesunde Ernährung in den letzten Jahren zu kurz gekommen seien und sie in Zukunft mehr auf sich achten wolle. (jv)