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Bis zu 40 Millionen EuroPolitik will Kosten für neue KVB-Haltestelle am Stadion begrenzen

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Die Sonderhaltestelle am Rhein-Energie-Stadion in Köln

Die Sonderhaltestelle am Rhein-Energie-Stadion in Köln

Die Maximalvariante ist den Ratsmitgliedern im Mobilitätsausschuss angesichts der angespannten Haushaltslage wohl zu teuer.

Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) haben für den Umbau ihrer Sonderhaltestelle am Rhein-Energie-Stadion, die vor allem für Fußballspiele des 1. FC Köln genutzt wird, sieben verschiedene Szenarien entwickelt – die teuerste Variante sollte mit Planung und Bau 41,2 Millionen Euro kosten. Angesichts der Tatsache, dass die Stadt in den kommenden Jahren vor großen finanziellen Herausforderungen steht, will die Politik das nicht mittragen und sich voraussichtlich für eine kleinere Lösung entscheiden. „Angesichts der angespannten Haushaltslage prüfen wir den kostenintensiven Ausbau der KVB-Haltestelle sehr sorgfältig und durchaus kritisch. Eine abschließende Entscheidung ist erst möglich, wenn offene Fragen zur Planung geklärt sind“, sagt Lars Wahlen, mobilitätspolitischer Sprecher der Grünen.

SPD hat 50 Fragen formuliert

Und auch sein SPD-Kollege Lukas Lorenz hält 41,2 Millionen Euro für „indiskutabel“. „Wir haben eine ganze Reihe von Fragen formuliert, die uns die Stadtverwaltung und die KVB beantworten müssen, bevor wir entscheiden können“, sagt er. Das Dokument umfasst 50 Fragen, die zu klären sind. So will die SPD unter anderem wissen, ob die Planungen mit Polizei, Feuerwehr und weiteren Fachstellen zur Abwicklung von Massenverkehren abgestimmt wurden und ob es einen Austausch mit Betreibern vergleichbarer Großanlagen gab. Infrage steht aus Sicht der SPD vor allem, ob die Pläne für die Sonderhaltestelle nicht völlig überdimensioniert sind.

Die KVB wollte sich am Donnerstag auf Anfrage nicht äußern. Man wolle zunächst den weiteren politischen Prozess abwarten, teilte eine Sprecherin mit. Stadtverwaltung und KVB haben die Vertreter der Politik zu einem Fachgespräch eingeladen, bei dem die offenen Fragen geklärt werden sollen. Der Mobilitätsausschuss des Stadtrats hatte die Entscheidung in der vergangenen Sitzung am 5. Februar vertagt und will sich am kommenden Dienstag (3. März) erneut damit beschäftigen. 

Umbau wegen neuer 90-Meter-Bahnen

Die Sonderhaltestelle am Rhein-Energie-Stadion soll umgebaut werden, da auf der sogenannten Ost-West-Achse, auf der die Bahnen der Linie 1 unterwegs sind, in Zukunft neue, 90 Meter lange Stadtbahnen fahren sollen. Deshalb sei es notwendig, sämtliche Bahnsteige entlang der Trasse zu verlängern – und somit auch den Sonderbahnsteig am Stadion, sagen KVB und Stadt.

Bei der günstigsten Variante (17,7 Millionen Euro Baukosten) müsste ein zusätzlicher Bahnsteig nördlich der Bestandsgleise gebaut werden. Das bedeute einen geringeren baulichen Eingriff und impliziere somit auch niedrigere Kosten, heißt es in der Beschlussvorlage. Eine höhengleiche Querung der Gleistrasse sei jedoch mit erheblichen betrieblichen Nachteilen und Sicherheitsrisiken verbunden und könne zu starken Verzögerungen bei der Fahrgastabwicklung führen, argumentieren Stadt und KVB.

Die teuerste Variante (30,4 Millionen Euro Baukosten) sieht hingegen vor, den Zugang zum neuen nördlichen Bahnsteig über zwei Brückenbauwerke zu ermöglichen. Das zweigeschossige Technik- und Aufenthaltsgebäude der KVB müsste aufgrund der Lage des neuen Bahnsteigs ebenfalls neu errichtet werden. In der oberen Etage soll laut der KVB wieder ein Leitstand eingerichtet werden. Neu hinzukommen soll eine mit dem Gebäude verbundene Überwachungsbrücke, die über die Bahnsteige und Bahngleise führt. Dann wären die Bahnsteige durch das KVB-Betriebspersonal und weitere Einsatzkräfte, wie etwa die Polizei, vollständig einsehbar. KVB und Stadt sprechen hierbei von der „Maximalvariante“. Je nachdem, wie der Zugang geregelt wird, lassen sich hierbei noch bis zu 7,5 Millionen Euro einsparen.