Abo

Nach Heiratsantrag im StadionDas sagt der 1. FC Köln zu den Vorwürfen

1 min
Das Rhein-Energie-Stadion erstrahlt zum „Diversity Day“ in Regenbogenfarben.

Das Rhein-Energie-Stadion erstrahlt zum „Diversity Day“ in Regenbogenfarben.

Der 1. FC Köln äußert sich ausführlich zu den Vorwürfen gegen den Mann, der einen öffentlichen Heiratsantrag im Rhein-Energie-Stadion gemacht hat.

Der 1. FC Köln hat in einer offiziellen Stellungnahme ausführlich auf die Vorwürfe nach dem Heiratsantrag beim vergangenen Heimspiel des 1. FC Köln gegen den VfL Wolfsburg reagiert.

Der 1. FC Köln stehe seit vielen Jahren aus tiefster Überzeugung für „Vielfalt, Toleranz und ein diskriminierungsfreies Miteinander“, betont der Verein eingangs. Die rechtliche Bewertung der Vorwürfe gegen den Mann, der vor 50.000 Menschen seinen Antrag vorbrachte, oblige den zuständigen Behörden.

Betreiber einer Kölner Bar hatten sich kurz nach dem Heiratsantrag des Amateurschiedsrichters auf Instagram zu Wort gemeldet und behauptet, der Antragssteller, der vor einigen Jahren Betriebsleiter der Bar war, würde polizeilich gesucht. Nachdem das Video die Runde gemacht hatte, meldeten sich offenbar weitere Menschen mit Vorwürfen.

Die Staatsanwaltschaft Köln bestätigte auf Anfrage, dass ein entsprechendes Verfahren Anfang 2025 vorläufig eingestellt worden sei, weil der Aufenthalt des Beschuldigten ermittelt werden müsse.

Der 1. FC Köln reagiert auf die Vorwürfe wie folgt:

  1. „Als wir die Anfrage für den ersten homosexuellen Heiratsantrag in einem Bundesliga-Stadion erhielten, war es für uns selbstverständlich, diesem wichtigen Zeichen für queere Sichtbarkeit einen entsprechenden Rahmen zu geben. Die positiven Reaktionen weltweit zeigen, wie viel Kraft dieses Symbol entfaltet hat.“
  2. „Es liegt in der Natur der Sache, dass wir Gäste unserer Stadionshow oder Interviewpartner unserer Clubmedien nicht vorab einer polizeilichen Hintergrundprüfung unterziehen. Während ein Führungszeugnis bei der Einstellung neuer Mitarbeitender in sensiblen Bereichen wie der Nachwuchsarbeit oder Fanbetreuung beim 1. FC Köln obligatorisch ist, wäre ein solches Vorgehen für Interviewpartner im Alltag weder praktikabel noch angemessen.“
  3. „Die aktuellen Berichte über die Vergangenheit [des Mannes] und die gegen ihn erhobenen Vorwürfe haben wir mit Überraschung zur Kenntnis genommen. Überprüfen können wir sie nicht. Sie ändern jedoch nichts daran, dass wir als Verein ohne Wenn und Aber zu den genannten Werten stehen.“
  4. „Wir haben mit Bekanntwerden der Gerüchte sowohl [den Beschuldigten] als auch die Ermittlungsbehörde kontaktiert. [Der Beschuldigte] selbst bestreitet die Vorwürfe, die Ermittlungsbehörde gab uns aus datenschutzrechtlichen Gründen keinerlei Auskunft.“

(red)