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Berufsforum PorzAusbildung zum Anfassen erlebten Jugendliche im Bezirksrathaus

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An einem Stand steht ein großes Glücksrad, viele junge Leute stehen davor.

Wer beim Logistikunternehmen Emons am Glücksrad drehte, erfuhr Wissenswertes über die Berufsvielfalt

Das 15. Porzer Berufsforum führte künftige Schulabgänger und mögliche Lehrbetriebe zusammen. Obwohl die KVB streikte, fanden viele den Weg ins Rathaus.

Was macht eigentlich ein Zerspanungsmechaniker? Welche Voraussetzungen sollte eine künftige Fahrradmechanikerin erfüllen? Und worauf kommt es an, wenn man am Flughafen Karriere machen will? Solche Fragen junger Menschen auf der Suche nach der künftigen Ausbildung beherrschten das 15. Porzer Berufsforum. Mit fast 900  Schülerinnen und Schülern, die an 32 Ständen im Bildungszentrum des Bezirksrathauses Porz Einblicke ins echte Ausbildungs- und Berufsleben gewannen, waren der Verein Eigenart Porz und das Bezirksamt als Veranstalter sehr zufrieden. Das Engagement der vielen Betriebe, die hier um Nachwuchs werben, nannte Stephan Schwarzer vom Verein Eigenart bemerkenswert. Der gemeinnützige Verein kümmert sich in vielfältiger Weise um praktische Berufsvorbereitung. Schwarzer lobte auch das spürbare Interesse der Jugendlichen aus Hauptschulen in Porz und der Nachbarschaft. „Die KVB hat uns mit ihrem Streik an diesem Tag Steine in den Weg gelegt, die meisten jungen Leute sind aber trotzdem gekommen“, sagte er.

Zahlreiche Berufe bietet auch der Flughafen Köln/Bonn

An den Informationsständen, an denen auch direkt ausprobiert werden konnte, herrschte reges Treiben. Sehr spannend fanden die Jugendlichen aus den achten und neunten Schuljahren ihre Gespräche mit nur wenig älteren Auszubildenden, die schon von ihren Erfahrungen berichten konnten. So wie Luca, der beim Maschinenbauunternehmen Schütte in der Ausbildung zum Zerspanungsmechaniker ist und den Weg von der technischen Zeichnung zum hochpräzisen Werkstück beschreiben konnte. Er machte künftigen Bewerbern Mut. „Ich hatte überhaupt nicht damit gerechnet, wie viel Spaß mir die Ausbildung machen würde“, sagt er. Die tollen Ausbilder, das Lernen, die Atmosphäre, alles sei super.

An etlichen Ständen wurden die Jugendlichen ermuntert, Selbstvertrauen zu entwickeln und ihre Stärken auch abseits der Zeugnisnoten zu finden. „Bei uns zählt beispielsweise die Bereitschaft, sich in einem Dienstleistungsberuf zu engagieren und auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen“, macht Bahar Cakiroglu, Personalentwicklerin am Flughafen Köln-Bonn, deutlich. Mit jungen Leuten aus dem Team informierte sie über eine Vielzahl von Berufsfeldern rund um den Flughafenbetrieb.

Jugendliche können an einem Stand sehen, was eine Firma wirklich herstellt.

Anhand von Werkstücken zeigten junge Auszubildende am Stand der Maschinenbaufirma Schütte, was Zerspanungsmechaniker lerne.

Thorsten Wickum vom Dachdeckerbetrieb Ragas, an dessen Informationsstand die Jungen und Mädchen mit Werkzeugen und einer Portion Geduld schöne Herzformen aus  Schieferplatten schlagen konnten, setzt gleichfalls nicht ausschließlich auf Zeugnisnoten. Zuverlässigkeit, Engagement und Freude am Beruf seien die wichtigsten Voraussetzungen für einen guten Ausbildungserfolg. „Wir tun das Unsrige, um den jungen Leuten den Einstieg zu erleichtern“, sagt er. Es komme in diesem Beruf nicht mehr so sehr auf Kraft an, dafür gebe es Hilfsmittel, sagt er und ermutigt gerade auch Frauen zur Bewerbung. Weibliche Auszubildende zeigten sich nämlich häufig sehr motiviert und erzielten beste Abschlüsse.

Die jugendlichen Besucher des Forums profitierten vor allem dann von der Angebotsfülle, wenn sie gut vorbereitet waren. So hat Magdalena Banat von der Amos-Comenius-Hauptschule für die Mädchen und Jungen Arbeitsblätter entwickelt, die sie beim Besuch der Infostände ausfüllen sollten. Darin wurde festgehalten, für welche Berufe sie sich interessiert, nach welchen Details sie gefragt und was sie über Voraussetzungen erfahren haben. Mit ihrer Kollegin Jadwiga Musialski will die Lehrerin bei der Nachbearbeitung mit den Schulklassen die Informationen vertiefen. Die Lehrerinnen bedauern den KVB -Streik an diesem Tag. Nur ein Drittel der erwarteten jungen und Mädchen aus ihren Klassen seien zum Forum gekommen.

Die Jugendlichen selbst zeigten sich zufrieden: „ Ich hatte keine Ahnung, dass es so viele Berufe gibt“, sagt Melina (15). Mirko (16)  und seine Freunde schwärmen von einer Ausbildung bei der Bundeswehr. Aber damit das klappt, räumt Mirko ein, müsse er sich bis zum Schulabschluss noch ordentlich anstrengen.